Mehrheit der Palästinenser gegen Genfer Initiative
Aktualisiert

Mehrheit der Palästinenser gegen Genfer Initiative

In den palästinensischen Gebieten ist die Mehrheit gegen die Bevölkerung gegen den privaten Friedensplan «Genfer Initiative». Gleichzeitig sank die Unterstützung zu Anschlägen in Israel.

Für Anschläge auf Zivilisten in Israel waren im Dezember noch 48 Prozent der Befragten. Im Oktober hatte die Zustimmungsrate bei 59 Prozent gelegen, teilte das palästinensische Meinungsforschungsinstitut PSR am Dienstag in Ramallah mit.

87 Prozent waren demnach jedoch mit Angriffen auf die israelische Armee und auf jüdische Siedler im Gazastreifen und Westjordanland einverstanden. Aber 83 Prozent befürworteten eine beiderseitige Waffenruhe. Das Institut hatte nach eigenen Angaben Anfang Dezember 1319 Palästinenser befragt.

61 Prozent gegen Genfer Initiative

Auf dem bisherigen Höhepunkt der Diskussion um die Genfer Initiative hatten 73 Prozent der Befragten gesagt, sie hätten von dem Friedensplan gehört. Von diesen äusserten sich 25 Prozent zustimmend.

Rund 61 Prozent lehnten die Initiative ab. Sie gaben dafür zwei Hauptgründe an: Erstens den im Plan vorgeschlagenen Verzicht auf das Recht auf Rückkehr für aus Israel geflüchtete oder vertriebene Palästinenser. Diese sollen stattdessen entschädigt werden. Israel würde weiter das Recht zugesprochen, wer und wieviele Palästinenser zurückkehren dürften.

Zweitens bemängelten die Befragten, dass gemäss dem Genfer Dokument die Souveränität eines künftigen palästinensischen Staates eingeschränkt wäre.

Die private Genfer Initiative für einen umfassenden Frieden im Nahen Osten war am 1. Dezember in Genf lanciert worden. Treibende Kraft hinter dem Plan waren der ehemalige palästinensische Informationsminister Jassir Abed Rabbo und der frühere israelische Justizminister Jossi Beilin. Die Schweiz unterstützt den Plan.

(sda)

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