Corona-Umfrage: Die Mehrheit ist für eine Maskenpflicht
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Corona-UmfrageDie Mehrheit ist für eine Maskenpflicht

Eine Maskenpflicht könnte in der Schweiz in einzelnen Branchen kommen. Laut einer neuen Umfrage befürworten aber 59 Prozent eine generelle Maskenpflicht in der Öffentlichkeit.

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nk
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Viele Schweiz würden eine Maskenpflicht in der Öffentlichkeit befürworten. Das BAG lehnt diese aber ab. Gesunde Personen sollten keine Maske tragen. Denn:  Diese schütze nicht «die Person, die sie trägt, sondern die anderen».

Viele Schweiz würden eine Maskenpflicht in der Öffentlichkeit befürworten. Das BAG lehnt diese aber ab. Gesunde Personen sollten keine Maske tragen. Denn: Diese schütze nicht «die Person, die sie trägt, sondern die anderen».

Alessandro Crinari
Fast 60 Prozent der Schweizer denken aber gemäss einer neuen Umfrage, dass das nur ein Teil der Wahrheit ist. Sie glauben, dass das BAG Gesunden vom Tragen von Hygienemasken abrät, weil diese Mangelware sind.

Fast 60 Prozent der Schweizer denken aber gemäss einer neuen Umfrage, dass das nur ein Teil der Wahrheit ist. Sie glauben, dass das BAG Gesunden vom Tragen von Hygienemasken abrät, weil diese Mangelware sind.

Keystone/Anthony Anex
Auf diesen Vorwurf angesprochen, weicht das BAG aus: «Gesunden Personen steht es natürlich frei, eine Maske zu tragen, wenn sie das möchten. Sie müssen es aber nicht tun und es wird auch nicht empfohlen.» Die Sprecherin betont, die wichtigsten Massnahmen seien, Distanz zu halten und die Hygiene einzuhalten: «Das ist zentral und anspruchsvoll.»

Auf diesen Vorwurf angesprochen, weicht das BAG aus: «Gesunden Personen steht es natürlich frei, eine Maske zu tragen, wenn sie das möchten. Sie müssen es aber nicht tun und es wird auch nicht empfohlen.» Die Sprecherin betont, die wichtigsten Massnahmen seien, Distanz zu halten und die Hygiene einzuhalten: «Das ist zentral und anspruchsvoll.»

Keystone/Christian Beutler

In den nächsten Wochen soll die Schweizer Wirtschaft schrittweise wieder hochgefahren werden. Von einer allgemeinen Maskenpflicht sieht der Bundesrat – anders als etwa Österreich – vorerst ab.

Unternehmer sind vom Vorgehen des Bundesrates enttäuscht und würden sich etwa den flächendeckenden Einsatz von Schutz- und Hygienemasken wünschen. Und auch in der Bevölkerung ist der Wunsch nach einer Maskenpflicht in der Öffentlichkeit gross: Laut einer repräsentativen Umfrage von LeeWas (siehe Box) befürworten diese 59 Prozent der Schweizer Bevölkerung – vorausgesetzt, es sind genügend Masken vorhanden.

Wie die Umfrage zeigt, steigt die Zustimmung mit dem Alter. Bei den Senioren, bei denen das Virus die höchste Sterblichkeitsrate hat, unterstützen 69 Prozent eine Maskenpflicht. Bei den 18- bis 34-Jährigen ist es hingegen nur eine relative Mehrheit von 49 Prozent.

Auch liegt die Zustimmung in der lateinischen Schweiz, die bislang von der Pandemie stärker betroffen ist als die Deutschschweiz, deutlich höher. Im Tessin sprechen sich 77 Prozent der Bürger für die Maskenpflicht aus.

Sagt BAG nicht die ganze Wahrheit?

Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) empfiehlt es gesunden Personen nach wie vor nicht, eine Maske zu tragen. Diese schütze nicht «die Person, die sie trägt, sondern die anderen». Daher sollten kranke Personen, sobald sie das Haus verlassen, eine Maske tragen.

Fast 60 Prozent der Schweizer denken aber gemäss der Umfrage, dass das nur ein Teil der Wahrheit ist. Sie glauben, dass das BAG Gesunden vom Tragen von Hygienemasken abrät, weil diese Mangelware sind.

Auf diesen Vorwurf angesprochen, weicht das BAG aus: «Gesunden Personen steht es natürlich frei, eine Maske zu tragen, wenn sie das möchten. Sie müssen es aber nicht tun und es wird auch nicht empfohlen.» Die Sprecherin betont, die wichtigsten Massnahmen seien, Distanz zu halten und die Hygiene einzuhalten: «Das ist zentral und anspruchsvoll.»

40'835 Personen aus der ganzen Schweiz haben am 15. April online an der Corona-Umfrage von 20 Minuten und Tamedia teilgenommen. Die Umfrage wurde in Zusammenarbeit mit LeeWas durchgeführt. LeeWas modelliert die Umfragedaten nach demografischen, geografischen und politischen Variablen. Der Fehlerbereich liegt bei 1,1 Prozentpunkten.

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