Aktualisiert 19.12.2017 06:56

UmfrageMehrheit will Sendungen in allen Landessprachen

Drei Viertel der Bevölkerung wollen, dass Sendungen in allen Landessprachen ausgestrahlt werden. Das zeigt die 20 Minuten-SRG-Umfrage.

von
D. Pomper
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74 Prozent der Befragten finden es weiter notwendig, dass in der Schweiz Sendungen in allen vier Landessprachen ausgestrahlt werden.Im Bild: Ein Redaktor von RTR Radiotelevisiun Svizra Rumantscha bei der Arbeit.

74 Prozent der Befragten finden es weiter notwendig, dass in der Schweiz Sendungen in allen vier Landessprachen ausgestrahlt werden.Im Bild: Ein Redaktor von RTR Radiotelevisiun Svizra Rumantscha bei der Arbeit.

Keystone/Gian Ehrenzeller
Insbesondere Anhänger der Grünen (84%), FDP (83%), SP und GLP (82%) finden die Ausstrahlung in allen vier Landessprachen wichtig. Ebenso Umfrageteilnehmer aus der italienischsprachigen Schweiz (81) und über 65-Jährige.

Insbesondere Anhänger der Grünen (84%), FDP (83%), SP und GLP (82%) finden die Ausstrahlung in allen vier Landessprachen wichtig. Ebenso Umfrageteilnehmer aus der italienischsprachigen Schweiz (81) und über 65-Jährige.

Keystone/Gian Ehrenzeller
Was hält die verschiedensprachigen Schweizer zusammen? Für 55 Prozent der Bevölkerung ist klar: Die Schweizerische Radio- und Fernsehgesellschaft SRG ist wichtig für den nationalen Zusammenhalt.

Was hält die verschiedensprachigen Schweizer zusammen? Für 55 Prozent der Bevölkerung ist klar: Die Schweizerische Radio- und Fernsehgesellschaft SRG ist wichtig für den nationalen Zusammenhalt.

Keystone/Christian Merz

Was hält die verschiedensprachigen Schweizer zusammen? Für 55 Prozent der Bevölkerung ist klar: Die Schweizerische Radio- und Fernsehgesellschaft SRG ist wichtig für den nationalen Zusammenhalt. Das zeigt die repräsentative Umfrage zur SRG von 20 Minuten mit 21'540 Teilnehmern (siehe Box).

Je älter die Befragten, desto eher empfinden sie die SRG für den nationalen Zusammenhalt als wichtig (18-24 Jahre: 52%, über 65: 61%). Bei den Parteien ist die Zustimmung unter Grünen und SP-Anhängern (71%) am grössten, am kleinsten ist sie bei SVP-Sympathisanten (43%). Als besonders wichtig erachten Befragte aus der italienischsprachigen (60%) und der französischsprachigen Schweiz (59%) die SRG für den nationalen Zusammenhalt.

74 Prozent der Befragten finden es weiter notwendig, dass in der Schweiz Sendungen in allen vier Landessprachen ausgestrahlt werden. 24 Prozent halten dies für überflüssig, 2 Prozent sind unschlüssig.

Insbesondere Anhänger der Grünen (84%), SP und GLP (82%) finden die Ausstrahlung in allen vier Landessprachen wichtig. Ebenso Umfrageteilnehmer aus der italienischsprachigen Schweiz (81) und über 65-Jährige.

«Sonst gilt das Recht des Stärkeren»

Die Resultate freuen die Gegner der No-Billag-Initiative. «Den Bürgern ist offensichtlich bewusst, wie wichtig eine zentrale Institution wie die SRG ist, die eine Solidaritätsfunktion wahrnimmt», sagt Laura Zimmermann, Co-Präsidentin der Operation Libero und Mitglied des Vereins «Nein zum Sendeschluss». Die Mehrsprachigkeit unseres Landes sei ein zentrales Element des nationalen Zusammenhalts.

Mit der Abschaffung der Gebührengelder aber wäre die Sicherstellung der Informationen in allen vier Landessprachen gefährdet, ist Zimmermann überzeugt. «Es gäbe keine Programmangebote für die Romandie, das Tessin und die rätoromanische Schweiz mehr, weil sie für Private zu wenig lukrativ wären. Es gälte das Recht des Stärkeren. Es herrschte wilder Westen in unserer Medienwelt.»

«Ein Ja bedeutet nicht das Ende der Solidarität»

Silvan Amberg vom No-Billag-Komitee ist überzeugt: «Auch wenn die No-Billag-Initiative angenommen wird, bedeutet das noch lange nicht das Ende der Solidarität.» Die SRG würde laut Amberg weiter existieren, einfach in einer schlankeren Form. Und: «Sie könnte nach wie vor gewisse Angebote für sprachliche Minderheiten quersubventionieren, wenn das im Interesse der Zuschauer ist.» Die Gegner würden so tun, als ob bei einer Abschaffung der Billag-Gebühren jeder nur noch auf seine eigenen Interessen bedacht wäre. Aber das sei falsch: «Ausgleichsmechanismen funktionieren schliesslich auch in der Marktwirtschaft.»

Die Umfrage

21'540 Umfrageteilnehmer aus der ganzen Schweiz haben am 13. und 14. Dezember 2017 an der grossen SRG-Umfrage von 20 Minuten teilgenommen. Die Politologen Lucas Leemann und Fabio Wasserfallen haben die bereinigten Daten nach demografischen, geografischen und politischen Variablen gewichtet. Der Fehlerbereich liegt bei einem Prozentpunkt.

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