Schweizerin in Spanien: Mehrjährige Strafe für Mutter, die Sohn tötete

Aktualisiert

Schweizerin in SpanienMehrjährige Strafe für Mutter, die Sohn tötete

Seit zweieinhalb Jahren sitzt Katharina Katit-Stäheli in Spanien in U-Haft. Anfang 2014 hatte sie ihren zehnmonatigen behinderten Sohn dort umgebracht.

von
ann

Die heute 42-jährige Katharina Katit-Stäheli aus Bülach hatte am 22. Januar 2014 ihren behinderten Sohn Dylan in einem Spital in der Nähe von Alicante getötet und sich selbst verletzt. Bis vor kurzem befand sie sich in U-Haft im Gefängnis von Alicante.

Wie ihr Vater Othmar Stäheli auf Anfrage sagte, ist die Tochter vor einem Monat nach Madrid verlegt worden. Zum Prozess komme es frühestens im September. Seine Tochter müsse mit einer mehrjährigen Strafe rechnen, sagt Stäheli. Eine Haftübernahme in einem Schweizer Gefängnis wäre erst nach Verbüssung eines Teils der Strafe möglich, wenn überhaupt.

Säugling mit Messer getötet

Der Fall sorgte vor zwei Jahren für viel Aufregung. Katit-Stäheli war Anfang Dezember 2013 von der Zürcher Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde das medizinische Sorgerecht entzogen worden. Dylan litt an einem Wasserkopf. Weil sich die radikale Gegnerin der Schulmedizin weigerte, das Baby im Kinderspital behandeln zu lassen, wurden die beiden von der Polizei ins Spital gebracht.

Von dort flüchtete sie am 24. Dezember mit dem Säugling nach Spanien. In Torrevieja bei Alicante wurde die international gesuchte Frau am 22. Januar 2014 von einer Passantin erkannt und der Polizei gemeldet. Diese verhaftete Katit-Stäheli und brachte sie zum Krankenhaus. Dort tötete sie den Säugling mit einem Messer und wollte sich selber umbringen. Sie überlebte schwer verletzt und befindet sich seitdem in Untersuchungshaft.

Vom «Tages-Anzeiger» übernommen und bearbeitet

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