Tipps von Snowden: Meiden Sie Facebook, Google und Dropbox!
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Tipps von SnowdenMeiden Sie Facebook, Google und Dropbox!

In einem einstündigen Video-Interview hat Edward Snowden vor unverschlüsselten Cloud-Diensten gewarnt. Nutzer sollten auf alternative Services umsteigen.

von
pst

«Weg mit Dropbox», forderte Ex-NSA-Agent Edward Snowden dieses Wochenende in einem virtuellen Interview mit dem US-Nachrichtenmagazin «The New Yorker». Im über einstündigen Video-Talk wies der Whistleblower auf die Sicherheitsrisiken von Cloud-Diensten und Software-Programmen hin. Mehr noch: Snowden bezeichnet Dropbox, Google und Facebook gar als «gefährlich» und «feindselig gegenüber der Privatsphäre». Dropbox etwa würde keine Verschlüsselung bieten und private Dateien nicht schützen. «Nutzt Konkurrenzprodukte wie SpiderOak», wiederholte Snowden eine bereits im Juli in der britischen Zeitung «The Guardian» geäusserte Aufforderung.

Damals hatte er ziemlich anschaulich erklärt, was mit Daten passieren kann, die beispielsweise an den US-Geheimdienst NSA weitergeleitet werden. Demnach sei es durchaus üblich, dass intime Nutzerdaten in den Geheimdienstbüros zum Privatvergnügen missbraucht werden. So könnten Geheimdienstler Nacktfotos und sexuell kompromittierende Bilder überwachter Nutzer ihrem Büronachbarn zeigen und an Kollegen weiterleiten.

Im Interview mit dem «New Yorker» erläuterte Snowden noch einmal, dass Dropbox-Dateien nur auf den eigenen Servern und während der Übertragung verschlüsselt würden. SpiderOak würde dies allerdings schon auf dem Computer des Nutzers tun, so der Whistleblower.

Kritik an Google und Facebook

Edward Snowden, der sich noch immer in Russland vor dem Zugriff der US-Justiz entzieht, kritisierte auch Suchmaschinen-Gigant Google und das soziale Netzwerk Facebook. Vor allem die Social-Media-Angebote der beiden Unternehmen stellen für den Ex-CIA-Mitarbeiter ein Sicherheitsrisiko für die Nutzer dar, weil sie komplett unverschlüsselt operierten. Für ihn zieht das von Seiten der Industrie oft zitierte Argument «Wer nichts zu verbergen hat, braucht auch keinen Datenschutz» nicht, weil man damit das Grundrecht auf ebendiesen und die eigene Privatsphäre aufgebe. Nicht die Bürger müssten sich für ihr Recht auf Meinungsfreiheit rechtfertigen, sondern umgekehrt die [US-]Regierung, warum sie das Grundrecht auf Datenschutz und Privatsphäre verletze. Seine klare Nachricht an den Nutzer: Verschickt keine unverschlüsselten Textnachrichten, nutzt stattdessen Dienste wie RedPhone oder Silent Circle!

Ironie des Digital-Zeitalters: Schaut man sich das Interview über Google Hangouts oder Youtube an, prangt über Snowdens Kopf die ganze Zeit ein Google-Logo.

Das virtuelle Interview: Edward Snowden. (Video: Youtube/The New Yorker)

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