Brutalo-Foul an Yapi: Meier ist wütend – Canepa droht mit Klage

Aktualisiert

Brutalo-Foul an YapiMeier ist wütend – Canepa droht mit Klage

FCZ-Trainer Urs Meier bangt um die sportliche Zukunft von Gilles Yapi. Und Präsident Ancillo Canepa droht mit einer Strafanzeige gegen «Treter» Sandro Wieser.

von
Eva Tedesco

Der FCZ gewinnt in Aarau 1:0, verliert aber Gilles Yapi nach einem Brutalo-Foul. Trainer Urs Meier ist nach Wiesers Attacke sauer auf seinen Spieler. (Video: 20 Minuten)

Die Emotionen gingen hoch. Noch lange nach dem Schlusspfiff wurde die Szene aus der 19. Spielminute im Brügglifeld heiss diskutiert. Was aus der Distanz im Stadion brutal aussah, liess einem beim Betrachten der TV-Bilder schier das Blut in den Adern gefrieren und vor Schreck die Augen schliessen.

Mit voller Wucht trat FCA-Mittelfeldspieler Sandro Wieser mit gestrecktem Bein Gilles Yapi im Zweikampf gegen das Knie. Der Ivorer blieb schwer verletzt liegen, musste vom Platz getragen werden und wurde noch am Sonntagabend in der Zürcher Hirslanden-Klinik untersucht. Über die Art und Schwere der Verletzung war am Sonntag nichts Genaues bekannt. Die Rede ist von einer schweren Knieverletzung – am bereits einmal operierten Knie des 32-Jährigen.

Canepa droht mit Strafanzeige gegen Wieser

«Ich werde Strafanzeige einreichen», sagte Canepa nach dem Spiel gegenüber der Sportinformation. «Solche Rambos müssen endlich zur Verantwortung gezogen werden. Das ist die einzige Sprache, die sie verstehen.» Urs Meier versuchte das brutale Foul an seinem Regisseur einigermassen gefasst zu kommentieren, aber es war dem FCZ-Trainer anzusehen, dass es in ihm brodelte und er sich gerne – wären nicht Kameras auf ihn gerichtet gewesen – nicht annähernd so überlegt ausgedrückt hätte.

«Ich habe gesehen, dass Wieser zu spät gekommen ist und das gestreckte Bein ausgepackt hat. Wenn man so in einen Zweikampf geht, nimmt man beim Gegenspieler alles in Kauf», so Meier. «Wir hoffen, dass die Verletzung nicht so schlimm ist, aber wenn man gesehen hat, wie es passiert ist, muss man mit allem rechnen. Ich gehe nicht davon aus, dass Gilles in diesem Jahr noch Fussball spielt und hoffe nur, dass es für ihn eine sportliche Zukunft gibt.»

Erinnerungen an Bellinzona

«Ich erinnere mich nur an ein ähnlich brutales Foul», so Meier. «Ich sage nur Bellinzona.» Damals, im Februar 2013, brach sich Burim Kukeli im Zweikampf mit Simon Grether das Schien- und Wadenbein. Schiedsrichter Fedayi San taxierte das Einsteigen damals als grobes Foul, weil Grether rücksichtslos die Verletzung in Kauf genommen hatte. Der Spieler wurde später von der Liga mit vier Strafsonntagen gebüsst.

Kukeli hingegen fehlte dem FCZ rund eineinhalb Jahre und verpasste 65 Partien. «Wenn das das Rezept sein soll, gegen den FCZ zu spielen, dann werde ich persönlich dagegen vorgehen», sagt Canepa, der befürchtet, dass dem FCZ erneut ein wichtiger Spieler lange nicht zur Verfügung stehen wird.

Böse Absicht unter Sportlern?

Wie damals bei Grether muss man auch Wieser Rücksichtslosigkeit attestieren, aber ihm eine vorsätzliche Aktion unterstellen? Selbst mit viel Fantasie will man sich nicht vorstellen können, dass ein Sportler einen anderen bewusst schwer verletzen will. Wieser war nach dem Spiel am Sonntagnachmittag nicht für eine Stellungnahme bereit.

«Die Mannschaft verdient das nicht. Sie will Fussball spielen und zeigt das international wie auch national», sagt Urs Meier. «Ich hoffe, dass sie den Verlust gut verkraftet, denn wir haben noch wichtige Spiele in der Meisterschaft vor uns, ein schwieriges Cupspiel und wir wollen auch im Europacup noch etwas erreichen. Ich wünsche mir, dass wir nach den Verletzungen von Avi Rikan und jetzt Gilles Yapi die Vorrunde ohne weitere grosse Verletzungen zu Ende spielen können.»

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