Meilemer Reben zerstört: Nun gibt es Zürisee-Wein
Aktualisiert

Meilemer Reben zerstört: Nun gibt es Zürisee-Wein

Die Zürcher Winzer können diese Tage mit Wümmen beginnen. Einer nicht: Dem Meilemer Weinbauern Heiri Bolleter wurde beim heftigen Hagelzug im August die gesamte Traubenernte zerstört.

Dunkle Wolken trieben am 12. August 2004 über den Rebberg von Winzer Heiri Bolleter – und faustdicke Hagelkörner fielen vom Himmel: «In diesem Moment hoffte ich nur, dass sich der Schaden in Grenzen hält», erinnert sich Bolleter. Am nächsten Tag das Malheur: Sämtliche seiner Blauburgunder-, 96% der Räuschling- und 89% der Riesling-Trauben wurden zerstört. Eine bittere Pille für das Winzerpaar Bolleter. «In wenigen Sekunden wurde ein Jahr harte Arbeit vernichtet», ärgert sich Gattin Maria. «Ich war den Tränen nahe.» Zum Glück ist der Bauer gut versichert: «Pro Kilo Trauben zahlt mir die Hagelversicherung 3.80 Franken an den Schaden.» Damit kauft Bolleter jetzt bei einem Winzerkollegen Trauben für seinen Wein ein. Nur: «Auf der Etikette muss anstelle von Meilemer Zürisee-Wein stehen – das tut weh.»

Auch andere Weinbauern aus Meilen und Uetikon am See sind betroffen. Walter Fürer, Leiter Aussenbetrieb der Forschungsanstalt Sternenhalde in Uerikon, hat noch nie von einer derart starken Zerstörung gehört: «Hat ein betroffener Winzer keine Möglichkeit, neue Trauben einzukaufen, verliert er unter Umständen wertvolle Kunden.»

Romina Lenzlinger

Deine Meinung