Aktualisiert 08.09.2009 08:26

Glarner GemeindewahlenMeilenstein der grossen Gemeindestrukturreform

Die Glarner Stimmberechtigten stehen vor einem wichtigen Urnengang. Am kommenden Sonntag wählen sie die Behörden der drei neuen Grossgemeinden.

Die Wahlen sind ein wichtiger Meilenstein der radikalen Gemeindestrukturreform. Bestellt werden die Behörden für die drei neuen Gemeinden, die ab Januar 2011 in Funktion treten. Insgesamt 29 Ämter werden vergeben. Sie ersetzen rund 150 in den bisherigen, noch bis Ende 2010 existierenden Gemeinden.

Das Glarner Stimmvolk beschloss 2006, aus den 25 Orts-, 18 Schul- , 16 Fürsorge- und neun Bürgergemeinden drei Einheitsgemeinden zu schaffen. Seither haben unzählige Projekt- und Arbeitsgruppen getagt und Empfehlungen ausgearbeitet, um die in der Schweiz einmalige Megafusion zu ermöglichen.

Entschieden haben die Stimmberechtigten der drei Regionen schon über Namen, Wappen und Behördenstruktur. 13 Ortsgemeinden schliessen sich zu «Glarus Süd» zusammen, vier Gemeinden des Mittellandes bilden «Glarus», und die acht nördlich gelegenen Ortschaften des Kantons heissen «Glarus Nord».

Unterschiedliche Strukturen

Unterschiedlich ist die Behördenstruktur ausgefallen. «Glarus Süd» bekommt einen 15-köfigen Gemeinderat mit fünf Departementsvorsitzenden und einen Gemeindepräsidenten mit einem 60- Prozent-Pensum. «Glarus» will ein vollamtliches Gemeindepräsidium und einen Rat mit sieben Mitgliedern.

Auch «Glarus Nord» bekommt ein Siebnergremium mit einem Vorsitzenden, der 80 bis 100 Prozent angestellt wird. «Glarus Nord» entschied sich ausserdem für ein 33-köpfiges Parlament, das später gewählt wird.

Zweiter Wahlgang wahrscheinlich

Wahlvorschläge zur Besetzung der 29 Ämter haben alle Parteien gemacht, auch Parteilose steigen ins Rennen. Weil das absolute Mehr entscheidet, dürfte es zwei Wochen später zu einem zweiten Wahlgang kommen.

Kampfwahlen ums Gemeindepräsidium gibt es in «Glarus Nord» mit drei Kandidaten und in «Glarus» mit zwei. Die Stimmberechtigten stehen erstmals vor der Tatsache, unbekannte Kandidatinnen und Kandidaten aus andern Ortschaften wählen zu müssen.

Die neuen Behörden haben wichtige Entscheide zu treffen. Sie bestimmen, an welchen Standorten in den drei Gemeinden die Verwaltungen und Schulen angesiedelt werden, und sie wählen das Gemeindepersonal.

Parallelbehörden für ein halbes Jahr

Ihre Arbeit nehmen die neuen Behördenmitglieder Anfang 2010 auf. Ein halbes Jahr arbeiten danach die bisherigen Behörden mit den neuen zusammen, bevor die Neugewählten ab Juli 2010 die alten Strukturen in angepasster Form in die drei Grossgemeinden überführen.

Die bisherigen Gemeindeangestellten müssen sich ab Oktober für eine neue Stelle bewerben. Sicher ist jetzt schon, dass mehrere der Bisherigen in der neuen Gemeindestruktur keinen Job mehr finden werden. (sda)

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