Skandal bei Parallelrennen an Ski-WM: Meillard holt Bronze — Brignone spricht vom «unfairsten Rennen ihres Lebens»

Skandal bei Parallelrennen an Ski-WMMeillard holt Bronze — Brignone spricht vom «unfairsten Rennen ihres Lebens»

Der Walliser holt sich die zweite Bronze-Medaille in Folge. Das erste Einzel-Parallelrennen an Weltmeisterschaften wurde überschattet von unfairen Verhältnissen.

Loïc Meillard gewinnt erneut Bronze

Der Schweizer Loïc Meillard ist den ganzen Tag der beste Fahrer des Parallelrennens. Ihm wird aber die immer schlechter werdende Piste zum Verhängnis, am Ende gewinnt er jedoch Bronze. (Video: SRF)

Es war ein Rennen, das noch für viele Diskussionen sorgen wird. Bei der WM-Premiere des Einzel-Parallelrennens werden die Ergebnisse aufgrund einer Regelung verfälscht. Während am Morgen ein Lauf über die Achtelfinal-Qualifikation entschied, mussten am Nachmittag die Fahrerinnen und Fahrer auf einer anderen Piste in zwei Läufen um Sieg oder Niederlage kämpfen. Während im ersten Run der Maximalvorsprung aufgrund des Reglements maximal nur eine halbe Sekunde betragen konnte, wurde im zweiten Run die Zeit laufen gelassen. Und weil im Verlauf des Rennens der Unterschied zwischen dem roten und blauen Kurs immer offensichtlicher wurde, wurden die Bedingungen immer unfairer.

«Das ist das unfairste Rennen meines Lebens und das an einer Weltmeisterschaft. Ich bin sehr wütend, ich muss es aber akzeptieren», sagte eine sichtlich enervierte und geladene Federica Brignone im Ziel. Es könnte nicht sein, dass man auf Rot nur eine halbe Sekunde Vorsprung hätte herausfahren können, auf Blau aber deutlich mehr verlieren. Der oder die zuerst auf Rot gestartete Athletin oder Athlet hätte so einen unglaublichen Nachteil gehabt. Laut «Watson» hat sich Fis-Renndirektor Markus Walder nach dem Rennen auch entschuldigt. «Wir sind auch nicht glücklich und bedauern, wie es gelaufen ist. Wir haben heute viel gelernt.» Es sei ungemein schwierig, parallel zwei gleiche Kurse hinzubekommen.

Meillard holt Bronze, Holdener scheidet aus

Dennoch sorgte ein Schweizer erneut für eine Erfolgsgeschichte. Loïc Meillard fuhr in der Qualifikation die Laufbestzeit, konnte dann aber im Finaldurchgang aufgrund der Maximalrückstand-Regelung nicht um den Sieg mitfahren. Schlussendlich reichte es dem Walliser dennoch zur zweiten Bronze-Medaille in Folge.

Auch Wendy Holdener stellte in der Qualifikation die Bestzeit auf. Dadurch war auch sie im Finaldurchgang im Nachteil. Die Schwyzerin schied im Viertelfinal gegen die Amerikanerin Paula Moltzan aus. Im ersten Lauf fuhr sie knapp eine Sekunde Vorsprung heraus, konnte dann aber nur mit ebendieser halben Sekunde Vorsprung in den Re-Run starten. Schlussendlich fehlten drei Zehntel zum Halbfinal-Einzug und es resultierte nur der siebte Schlussrang.

Italien, Österreich und Frankreich holen Gold

Die ersten Weltmeistertitel im Parallelrennen gehen an Marta Bassino, Katharina Liensberger und Mathieu Faivre. Die Italienerin fährt sowohl im Halbfinal als auch im Final zeitgleich wie ihre Konkurrentin im Re-Run. Da bei Gleichstand die Laufzeit des Re-Runs zählt, entscheidet Bassino beide Duelle für sich - glauben zuerst alle. Doch weil im Final bei gleicher Zeit beide Athletinnen Gold erhalten, darf sich die Österreicherin etwas verspätet über den Doppel-WM-Titel freuen. Tessa Worley komplettierte das Podest dank ihrem Sieg über Holdener-Bezwingerin Paula Moltzan.

Bei den Männern zeigt Faivre nach Meillard wohl die zweitstärkste Leistung. Er glänzt auch auf dem langsameren blauen Kurs mit starken Fahrten und bringt sich damit immer wieder in eine gute Ausgangslage für die Re-Runs. Im Final bezwingt er den Kroaten Filip Zubcic, der Silber holt. (erh/els)

Deine Meinung

Dienstag, 16.02.2021

Vielen Dank fürs Mitfiebern! Hier folgt in Kürze ein ausführlicher Rennbericht.

Federica Brignone ist geladen

«Das ist das unfairste Rennen meines Lebens und das an einer Weltmeisterschaft. Ich bin sehr wütend, ich muss es aber akzeptieren.»

Walter Reusser, Alpin Direktor Swiss Ski

«Freue mich für Loïc und die anderen Athleten, die hier gewonnen haben. Schlussendlich ist es Sport und die Grossen werden aufstehen und sich davon nicht unterkriegen lassen. Wenn man so einen Event auf einem Gelände austragen muss, das nicht dafür gemacht ist, dann wird es schwierig. Ob es Sinn macht, den Event so durchzuführen, muss letztendlich die FIS entscheiden. Wir hatten heute vielleicht einfach das Glück nicht auf unserer Seite.»

Fahler Beigeschmack

Faivre holt Gold

Gold für Frankreich! Mathieu Faivre krönt sich zum ersten Parallel-Weltmeister der Geschichte. Er kann die gute Ausgangslage aus dem ersten Lauf nutzen und setzt sich problemlos durch.

Meillard holt Bronze!

Der Walliser profitiert vom Sturz von Alexander Schmid und sichert sich Platz 3!

Gold für Bassino

Ultraknappe Entscheidung im Final! Wie bereits im Halbfinal setzt sich die Italienerin dank zeitgleichem Re-Run durch. Damit krönt sich Bassino zur ersten Parallel-Weltmeisterin überhaupt und holt die erste Medaille für Italien.

Worley holt Bronze

Die Französin sichert sich den dritten Rang. Sie setzt sich schlussendlich klar gegen die Amerikanerin Paula Moltzan durch, die sich im oberen Teil nur mit Mühe noch im Rennen halten konnte.

Die Franzosen freuts:

Faivre mit Meisterleistung

Der Franzose kommt heute wohl am besten mit dem blauen Kurs zurecht. Er nimmt Zubcic gar eine Viertelsekunde ab und geht damit als haushoher Gold-Favorit in den Re-Run des Finals.

Meillard holt Optimum heraus

Erneut geht der Walliser mit dem Maximalvorsprung in den Re-Run. Im Halbfinal fehlten nur gerade zwei Hundertstel für die Finalqualifikation. Kann er sich zumindest noch die Bronzemedaille sichern?

Liensberger im Nachteil

Die Österreicherin holt fast eine Sekunde auf Bassino heraus, darf aber eben nur mit fünf Zehnteln Vorsprung in den Re-Run starten.

Twitter-Reaktionen

Immerhin die erste WM-Medaille für die Gastgeber

Moltzan mit Maximalvorsprung

Die Amerikanerin holt die halbe Sekunde heraus. Worley kann im zweiten Lauf angreifen und nach Bronze greifen.

Zubcic vs. Faivre im Männer-Final

Der Deutsche Alexander Schmid riskiert auf dem blauen Kurs zu viel und nimmt sich damit bereits früh aus dem Rennen. Damit kämpfen Schmid und Meillard um die Bronzemedaille. Meillard muss als Schnellster der Qualifikation erneut zuerst auf dem roten Kurs starten.

Daumen drücken

Nun folgt der Halbfinal Re-Run mit Loic Meillard!

DAS GIBT ES NICHT! Zwei Hundertstelsekunden fehler Meillard für den Einzug in den Final... Zubcic streckt seinen Arm etwas weiter in Richtung Ziel und sichert sich damit eine Medaille.

Liensberger vs. Bassino im Final

Die Italienerin folgt der Österreicherin in den Frauen-Final. Sie fährt zeitgleich wie ihre Gegnerin Worley, steht aber aufgrund der schnelleren Zeit im Re-Run im grossen Final. Worley und Moltzan duellieren sich um die Bronzemedaille.

Re-Runs in den Halbfinals

Zuerst wieder die Frauen. Wir zittern schon mal mit Meillard.

Liensberger bringt ihrem Vorsprung auf dem roten Kurs problemlos ins Ziel und sichert sich damit bereits eine Medaille.

Das Grundproblem des heutigen Nachmittags

Faivre im Vorteil

Im zweiten Halbfinal kann der Franzose den Rückstand auf nur gerade 16 Hundertstel begrenzen. Im Re-Run kann er den Finaleinzug auf dem roten Kurs sichern.

26 Kommentare
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KeinHerzRivale

17.02.2021, 10:05

Und die Groschnis freuen sich auf die geschenkte Goldmedaille

jaja

17.02.2021, 09:39

Wenn selbst die Siegerin sagt, dass es unfair war, dann ist sehr viel an dieser Unfairness dran.

chris39

17.02.2021, 08:28

Warum man nicht beide Zeiten einfach zusammenzählt, bleibt wohl das Geheimnis der FIS... Aber wahrscheinlich wollte man verhindern das die Schweiz mit 2 mal zusätzlichem Gold davon zieht... Ob gar Österreich die Finger im Spiel hat bleibt eine Vermutung...