Aunty B All In – Selbsttest zum Valentinstag: Singles sollen sich gezielt verlieben können
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Aunty B All In – Valentins-SpecialMit 36 Fragen zur Liebe - funktioniert das berühmte Experiment?

Sich gezielt verlieben – genau das verspricht ein berüchtigter Fragebogen. Unsere Bloggerin wagt den Selbsttest.

von
Aunty B.
Deborah Gonzalez
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Aunty B. trifft sich mit ihrem Blind-Date Steve, um einen Fragebogen durchzugehen.

Aunty B. trifft sich mit ihrem Blind-Date Steve, um einen Fragebogen durchzugehen.

Aunty B. 
36 Fragen sollen dabei helfen, dass man sich beim ersten Treffen verliebt.

36 Fragen sollen dabei helfen, dass man sich beim ersten Treffen verliebt.

Aunty B. 
An der Aare haben die zwei Turteltauben die Sonne genossen und sich näher kennengelernt.

An der Aare haben die zwei Turteltauben die Sonne genossen und sich näher kennengelernt.

Aunty B. 

Darum gehts

  • Aunty B. ist single – und verabredet sich zu einem Blind-Date.

  • Ziel ist, sich beim ersten Treffen zu verlieben: Ein Fragebogen soll dabei helfen.

  • Es kommt zu Geständnissen und intensiven Momenten.

Breit grinsend und lässig kommt mir Steve mit Shirt, Sneakers und heller Jeans entgegen. Mit einem lockeren «Schön het`s klappet!» begrüsse ich ihn, um meine Nervosität zu verbergen. Eigentlich ein normaler Samstag an der Aare, an welchem sich zwei Menschen in einem Café treffen. Eigentlich. Genau genommen ist es ein Blind-Date, von 20 Minuten in die Wege geleitet.

«Probier doch mal diese 36 Fragen zum Verlieben aus!», haben sie mir gesagt. Also wage ich das Experiment: Kann ich mich mithilfe eines intimen Fragebogens in eine fremde Person verlieben? Denn genau das verspricht der Psychologe, der in den 1980er-Jahren diese Fragen formuliert hat. Smalltalk ist schon mal gestrichen. 

«Bschisse!»

«Erzähle deinem Gegenüber, was du jetzt schon an ihm magst», liest Steve vor, während ich auf einem Barhocker, an einem Kaffee nippe. So baden wir durch die Fragen immer wieder in gegenseitigen Komplimenten. Er ist empathisch, loyal und humorvoll, während ich mich über tiefgründig, charismatisch und intelligent erfreue.

Die Fragen sind geschickt gewählt. Steve ist mir direkt sympathisch. Doch ich stelle auch Gegensätze fest. Während ich einfach drauflos brabble, blickt er immer wieder verstohlen auf seine Notizen – tatsächlich hatte er seine Antworten vorbereitet. «Bschisse!», kontere ich so auf die Beschreibung seines perfekten Tages.

Bei ersten Dates kommt die Katze aus dem Sack

«Hey ich muess der zwei Sache gestoh», kommt nach dem ersten Teil des Fragebogens. «Ich bin gar ned 36gi wie agä, sondern biz älter. Au hani en 11-jährigi Tochter». Aha! Bei den ersten Dates kommt die Katze aus dem Sack. Aber okay. Ich hatte ihm beim vorgängigen Telefonat gestanden, dass meine blauen Haare gar nicht echt sind. Und Journalistin ist auch nicht mein Vollzeit-Job. Mit unseren Geständnissen können wir beide gut leben.

Schmunzelnd stelle ich fest: «Jetzt bin ich in dem Alter, in welchem man bei Dates nach Scheidung und Kinder fragt.» Der Fragebogen macht Spass, ist aber auch intensiv und anstrengend. Ich meine, würdest du mit einer fremden Person über die Beziehung zu deiner Mutter reden? Oder was der peinlichste Moment in deinem Leben war?

«Na, das Thema Sex!»

«Findsch au, dass de Frageboge ned alles abhandlet?», will Steve von mir wissen, nachdem wir nach drei Stunden völlig geschafft und absorbiert voneinander, die Sonne geniessen. Mir fehlt das Thema Zukunftsperspektive und Vision. Auf die Frage, was ihm noch fehlt, meint er keck: «Na, das Thema Sex!». Haha, stimmt. «Der Fragebogen ist nicht zu 100 Prozent zeitgemäss», winke ich seine Feststellung amüsiert beiseite.

«Und später noch einen Drink»

Zum Abschluss umarmen wir uns, bevor ich positiv überrascht zu meinem Auto gehe. Auch Steve meint beim Ende des Dates: «Das Date hat mich mit dem aktiven Zuhören, Reflektieren und Reden ziemlich geschafft. Aber Danke für diesen gelungenen Nachmittag. Hat Spass gemacht!». Ob das Experiment «Verlieben durch Fragen» geglückt ist? Naja, statt Schmetterlinge im Bauch, habe ich in erster Linie mega Hunger. «Und später noch einen Drink», nehme ich mir zur Feier des Tages vor.

Mag ich Steve jetzt genug, dass ich ihn ein zweites Mal sehen will? Oder habe ich durch die intensive Auseinandersetzung viel Sympathie aufgebaut? Stand jetzt ist kein zweites Date vereinbart. Ich lasse es noch offen. Heute lässt man sich ja mehr Zeit für solche Entscheidungen – anders als in den 1980er-Jahren. Doch sich bei einem ersten Date mal mit anderen Fragen auseinanderzusetzen als «Und was schaffsch?», war auf jeden Fall ein gelungener Versuch.

Wer ist eigentlich Aunty B. ?

Aunty B. teilt einmal pro Monat Erfahrungen aus ihrem Leben.

Aunty B. teilt einmal pro Monat Erfahrungen aus ihrem Leben.

Privat

Aunty B. ist 29 Jahre alt und stürzt sich immer wieder in spannende Abenteuer rund um die Themen Liebe, Dating und Sex. Tabus zu knacken ist ihre grösste Leidenschaft! Dein Lieblings-Tantchen nimmt dich mit auf ihre Reise und lässt dich an Geschichten und Erfahrungen teilhaben, die du sonst nicht zu Ohren bekommst. Einmal pro Monat kannst du hier die neuesten Erfahrungen der Single-Frau nachlesen. Hast du eine Idee, was Aunty B. als nächstes ausprobieren oder testen soll? Dann schreib es an: onelove@20minuten.ch 

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