Aktualisiert 15.02.2018 07:30

Wildschwein-Attacke«Mein armer Schatz hatte tiefe Wunden»

Ein Wildschwein hat in Kloten einen Hund angegriffen und schwer verletzt: Labrador Retriever Blue musste operiert werden.

von
mon
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Ein Wildschwein griff den zweijährigen Labrador Blue an und verletzte ihn schwer.

Ein Wildschwein griff den zweijährigen Labrador Blue an und verletzte ihn schwer.

zvg
Blue hatte offene Wunden und musste operiert werden.

Blue hatte offene Wunden und musste operiert werden.

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«Wir waren gerade auf dem Rückweg vom Spaziergang und schon fast beim Auto, als das Wildschwein plötzlich meinen Hund Blue angriff», sagt Besitzerin Veronica W.

«Wir waren gerade auf dem Rückweg vom Spaziergang und schon fast beim Auto, als das Wildschwein plötzlich meinen Hund Blue angriff», sagt Besitzerin Veronica W.

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«Wir waren gerade auf dem Rückweg von unserem täglichen Spaziergang und schon fast beim Auto, da griff das Wildschwein meinen Blue an», sagt Veronica W. «Es ging alles ganz schnell. Das Wildschwein stand plötzlich da und sein Fell sträubte sich im Nacken.»

W. musste am Montag im Eigental bei Kloten ZH hilflos mit ansehen, wie ihr zweijähriger Hund durch die Luft geschleudert wurde. Das Wildschwein machte sich danach wieder aus dem Staub. Blue hatte keine Chance: «Das Wildschwein war sicher knapp einen Meter hoch», sagt W.

Es hatte überall Blut auf dem Boden

«Ich hatte Angst und war schockiert. Ich wollte nur noch weg», sagt die Hundebesitzerin. Sie wusste nicht genau, was sie machen sollte. «Ich hatte eine Panikattacke – und auch Blue war ganz komisch», erklärt W.

Sie habe erst zu Hause gemerkt, dass der Hund verletzt war, als ihr Sohn auf das Blut am Boden zeigte. Die schockierte Frau bat ihren Nachbarn, sie zum Tierarzt zu fahren. «Mein armer Schatz hatte tiefe Wunden und musste operiert werden», sagt W.

Blue hatte tiefe Wunden

Dem zweijährigen Labrador geht es mittlerweile besser. Er konnte am Dienstag das Tierspital verlassen. Nun wird Blue zu Hause gesund gepflegt. W. ist erleichtert: «Er ist so ein toller Hund –

er ist wie mein zweites Kind.»

Das schreckliche Erlebnis habe sie zum Nachdenken gebracht: «Ich wusste nicht, dass wir hier in Kloten Wildschweine haben, sonst hätte ich den Wald gemieden.» Sie schlägt vor, dass man Warntafeln aufstellt. «Viele Menschen wissen ja nicht, welche Gefahr von einem Wildschwein ausgeht. Da wäre es doch hilfreich, wenn man darauf hinweist», sagt W.

«Wildschweine gibt es im ganzen Kanton Zürich»

Bruno Heinzelmann, Obmann der Jagdgesellschaft Kloten Ost, sagt: «Wildschweine gibt es im ganzen Kanton Zürich – sie wandern und verbleiben nicht am gleichen Ort.» Warntafeln seien daher keine Option. «Sonst müsste man im ganzen Kanton Warntafeln aufstellen», sagt er. Heinzelmann würde es sinnvoller finden, wenn man öffentlich auf die Gefahren durch ein Wildtier hinweist und damit die Menschen sensibilisiert.

«Wald-Spaziergänger sollen ein paar Regeln befolgen. Zu gewissen Zeiten sollen sie Hunde an die Leine nehmen und am besten auf dem Waldweg bleiben.» Denn abseits könnte es verletzte oder trächtige Tiere geben, die sich bedroht fühlen. «Man darf nicht vergessen: Ein Wildtier ist und bleibt ein Wildtier», erklärt Heinzelmann. Falls man aber dennoch einem Wildtier begegnet, «soll man ruhig bleiben und sich langsam entfernen».

Jäger halten Ausschau nach dem Wildschwein

Angriffe durch Wildschweine seien aber sehr selten: «Mir ist schweizweit kein Fall bekannt, bei dem ein Wildschwein einen Hund angegriffen hat», sagt Heinzelmann.

Wie es genau zum Angriff kam, weiss Heinzelmann nicht: «Der Angriff ereignete sich am Montag gegen 15 Uhr, ich wurde aber erst gegen 18 Uhr informiert.» Als der Obmann an der betroffenen Waldstelle ankam, waren aufgrund des zwischenzeitlichen Schneefalls viele Spuren weg. «Ich habe aber meine Jäger aufgeboten und ihnen gesagt, dass sie die betroffene Region beobachten sollen.»

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