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Amanda Knox«Mein Bruder hat Meredith Kercher ermordet»

Ein italienischer Mafiaboss behauptet, sein Bruder habe ihm gestanden, die britische Austauschstudentin Meredith Kercher umgebracht zu haben. Nimmt der Fall Knox eine spektakuläre Wende?

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Die Aussage des Italieners Luciano Aviello könnte den Fall Amanda Knox völlig auf den Kopf stellen: Laut einem Bericht der Tageszeitung «The Mirror» behauptet der 41-Jährige, sein Bruder habe den Mord an Meredith Kercher im November 2007 begangen. «Mein Bruder Antonio hat mir gestanden, dass er Meredith getötet hat», sagt Aviello, der wegen seiner mafiösen Verbindungen eine 17 Jahre lange Haftstrafe absitzt.

In einer Videoaussage, die Amanda Knox' Anwalt Carlo Dalla Vedova aufgenommen hat, behauptet der Gangster, Beweismaterial zu besitzen. «Mein Bruder bat mich, die Schlüssel und das blutverschmierte Messer zu verstecken. Ich versteckte alles unter einer kleinen Mauer hinter meinem Haus.» Die zu 26 Jahren Haft verurteilte Amanda Knox sei unschuldig, erklärt er weiter. Ebenso ihr Ex-Freund, Raffaelle Sollecito, der zusammen mit Knox am 4. Dezember vergangenen Jahres zu 25 Jahren Haft verurteilt worden war. Auch der zu 16 Jahren verurteilte Rudy Guede wäre damit entlastet.

Was bedeutet das für Amanda Knox?

Luciano Aviellos Aussagen sind nicht neu: Bereits während dem Prozess gegen Knox und Sollecito hatte er erzählt, was er wusste. «Ich habe damals in Perugia gewohnt, zusammen mit meinem Bruder. Als er zu mir kam, hatte er eine blutverschmierte Jacke an und das Klappmesser in der Hand. Er sagte, dass er in ein Haus eingebrochen sei und ein Mädchen getötet habe. Dann sei er weggelaufen.»

Antonio Aviello sei nach Lucianos Aussagen an jenem Abend zusammen mit einem Kollegen in das Haus an der Via della Pergola eingebrochen. Sie fanden nichts Wertvolles – dafür aber eine kreischende junge Frau: Meredith Kercher. «Antonio stach ihr in die Kehle, um das Schreien zu beenden. Meredith schlug wie wild um sich, versuchte, ihn zu treffen», erzählt Bruder Luciano weiter. Er wisse jetzt nicht, wo sich Antonio aufhalte. Es wird vermutet, dass er in Neapel sei.

Das Gericht in Perugia hat Aviellos Aussage nie ernst genommen. Nun hofft Anwalt Dalla Vedova, dass die Videoaufnahme vor Gericht gezeigt werden kann. «Was Aviello gesagt hat, ist sehr wichtig und bedeutend. Denn die Schlüssel zum Haus wurden nie gefunden. Dieser Aspekt muss untersucht werden!»

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