Mein Horrordate: «Mein Date wollte gleich Kinder von mir»
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Mein Horrordate«Mein Date wollte gleich Kinder von mir»

Thomas (40) macht sich Gedanken über eine Midlife-Crisis, als er ein Date mit der 22-jährigen Lena ausmacht. Sie hat allerdings mehr Torschlusspanik als er.

von
Meret Steiger
Thomas (40) findet Lena toll. Als Mutter seiner künftigen Kinder sieht er sie aber eher nicht.

Thomas (40) findet Lena toll. Als Mutter seiner künftigen Kinder sieht er sie aber eher nicht.

Illu: Anna Deér

Darum geht’s

  • Thomas ist 40 Jahre alt und glücklich kinderlos. Beim Online-Dating trifft er die erst 22-jährige Lena, die sich mit ihm treffen will.

  • Trotz des Altersunterschieds treffen sich die beiden auf einen Drink.

  • Lena macht schnell klar, dass sie gerne Mutter wäre — am liebsten seit gestern.

  • Thomas geht das viel zu schnell, er weiss: «Ich bin nicht der Vater ihrer ungeborenen Kinder!»

«Ich bin letztes Jahr 40 geworden und habe damit eigentlich kein Problem. Ich bin ganz zufrieden und habe nicht das Gefühl, dass ich irgendwas verpasst habe – immerhin bin ich Single und kinderlos, da kann man sich eigentlich durchgehend austoben. Ich habe mich auch sehr früh bewusst gegen Kinder entschieden.

Diese Entscheidung war für mich so safe, ich hätte mich eigentlich schon mit Ende 20 unterbinden lassen wollen. Das wollte der Arzt damals aber nicht machen, «weil ich mich ja vielleicht noch umentscheide». Naja. Anyway. Das ist bis heute jedenfalls nicht passiert, ich bin immer noch sehr zufrieden ohne eigenen Nachwuchs.

«Ist das jetzt diese Midlife-Crisis?»

Auf einer Dating-App habe ich dann überraschend mit Lena gematcht: Lena ist erst 22 und eigentlich viel zu jung für mich. Sie war halt aber auch wunderschön und schien auch durchaus intelligent zu sein. Ich habe mich schon ein bisschen gebauchpinselt gefühlt – ich meine, ich sehe jetzt nicht schlecht aus, aber eben auch nicht mehr wie 25.

Ich habe mich aber auch hinterfragt, ob das jetzt vielleicht diese Midlife-Crisis ist und ob ich auch noch das Bedürfnis verspüre, mir einen Sportwagen zu kaufen oder einen Spray-Tan zuzulegen. Das wars aber nicht, es war wirklich nur Lena, die mich in ihren Bann gezogen hat.

«Ich habe erfolglos versucht das Kinderthema ein bisschen zu umgehen.»

Lena und ich haben uns in einem Restaurant getroffen – ja, das war Mitte 2020, da war das gerade (wieder) möglich. Lena sah in echt genauso fantastisch aus wie auf ihren Fotos und ich war sofort ein bisschen verzaubert. Deswegen habe ich wohl auch ignoriert, dass einer ihrer ersten Sätze irgendwas à la «Du hast so diesen Dad-Vibe, das mag ich». Oder ich habe da einfach noch gehofft, dass sie «Daddy» meint und ein bisschen kinky ist.

Das war es aber nicht, Freunde. Lena war nicht kinky, Lena war bereit für die Familiengründung – und zwar sofort. Die erste halbe Stunde haben wir uns über allgemeine Dinge unterhalten, sie hat das Thema aber immer mal wieder ein bisschen auf Kinder gelenkt. Ich habe versucht über anderes zu reden, Wohnung, Job, Reisepläne… erfolglos.

«Sie wäre wohl am liebsten gestern schon Mutter geworden»

Lena hat dann rund anderthalb Stunden über ihren Kinderwunsch (drei, zwei Mädchen und ein Junge, Namen schon vorhanden) gesprochen und darüber, wie sehr Familiengründung ihr Lebensziel ist, wie sie von einem Hausfrauendasein träumt. Versteht mich nicht falsch, ich finde das völlig okay, aber es ist nun mal so gar nicht mein Lebensplan. Sie dagegen wäre wohl am liebsten gestern schon Mama geworden.

Und hier bin ich vielleicht ein bisschen ein Arsch: Ich wollte Lena ja irgendwie trotzdem abschleppen und habe ihr da nicht gesagt, dass ich garantiert keine Kids will. Ich habe einfach sehr viel getrunken und alle meine zynischen Kommentare heruntergeschluckt. Das hat funktioniert, nach einer Weile hing Lena schon ziemlich an mir dran.

«Und dann hat sie gefragt, ob wir es heute schon probieren!»

Ich war wirklich bereit, mit Lena heimzugehen. Wir sind dann vor dem Restaurant gestanden, haben ein bisschen geknutscht und sie hat mich zu sich nach Hause eingeladen. Ich wäre ja sowas von bereit gewesen, wenn sie mir dann nicht «Wollen wir es vielleicht heute schon mal versuchen, so mit dem Kind?» ins Ohr gehaucht hätte. NEIN!

Ich schwöre, ich hatte noch nie so schnell keinen Bock mehr. Ich habe mich dann gleich verabschiedet und ihr per WhatsApp geschrieben, dass ich wohl nicht der Vater ihrer ungeborenen Kinder bin. Im Nachhinein frage ich mich, ob Lena wirklich so dringend eine Familie will – oder ob sie eine Wette verloren hat, und ich einfach der Kollateralschaden war.

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