Marek Suchy: «Mein Deutsch ist leider eingerostet»
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Marek Suchy«Mein Deutsch ist leider eingerostet»

«Nach vier Jahren in Russland war es Zeit für einen Wechsel», sagt Marek Suchy. Nun will er sich in Basel so in Szene setzen, «dass mich die FCB-Verantwortlichen im Sommer definitiv übernehmen».

von
Eva Tedesco

Der 25-jährige Tscheche Marek Suchy soll beim Meister die Lücke in der Innenverteidigung schliessen, die die Verletzungen der Stammverteidiger Fabian Schär und Ivan Ivanov gerissen haben. Der FCB hat Marek Suchy vorerst bis zum Sommer von Spartak Moskau ausgeliehen, wo der 17-fache Internationale mit der Erfahrung von 62 Europacup-Partien die letzten vier Jahre gespielt hat.

Die Russen haben sich die Verpflichtung des U20-Vizeweltmeisters von 2007, der schon mit 17 Jahren in der höchsten tschechischen Liga debütierte, damals fünf Millionen Euro kosten lassen. Obwohl der 1,83 Meter grosse Abwehrspieler zu Beginn der aktuellen Saison bereits mit Spartak in den Playoffs der Europa League gegen St. Gallen (1:1, 4:2) gespielt hat, ist er für den FCB in den Sechzehntelfinals gegen Maccabi Tel Aviv doch spielberechtigt.

Der Artikel 18 des Uefa-Reglements erlaubt die Nachmeldung der neuen Spieler bis 3. Februar, wenn diese im aktuellen Wettbewerb lediglich die Qualifikationsspiele inklusive Playoffs für den alten Verein bestritten haben.

Marek Suchy, wann haben Sie vom Angebot des FC Basel gehört?

Marek Suchy: Das war letzte Woche und dann ist alles ganz schnell gegangen. Ich bin am Mittwoch in Basel gelandet, wurde kurz den Teamkollegen vorgestellt, habe die medizinischen Untersuchungen absolviert und meinen Vertrag bis Sommer unterschrieben.

Wie viel wussten Sie von der Schweiz und dem Schweizer Fussball?

Ich habe 2011 in der Europa League gegen den FC Basel gespielt und ich erinnere mich, dass wir gewonnen haben (3:2 nach einem 0:2-Rückstand, Anmerk. d. Red.). In der Schule hatte ich zudem Deutschunterricht. Dort haben wir einiges über die Traditionen der Schweiz gehört und gelernt. Zum Beispiel, dass es hier Kantone gibt (lacht). Und am Mittwoch habe ich auch noch mit Radoslav Kovac telefoniert, der auch in Basel gespielt hat.

Deutschunterricht? Wieso sprechen Sie dann Englisch?

Ich habe in Russland Russisch gelernt und mit einigen Mannschaftskollegen Englisch gesprochen. Mein Deutsch ist daher ein wenig eingerostet.

Radoslav Kovac hatte seine Familie in Basel. Bringen Sie auch jemanden mit?

Meine Frau Alena und meine Tochter Anna (sie wird im April zwei Jahre alt, Anmerk. d. Red.) werden nachkommen, sobald ich hier eine Wohnung gefunden habe.

Demnach wollen Sie länger in Basel bleiben, obwohl Sie vorerst nur einen Vertrag bis Sommer unterschrieben haben?

Ich war vier Jahre in Russland – das ist genug. Ich wollte weg, eine neue Herausforderung in Europa suchen und würde gerne länger in Basel bleiben. Aber das ist noch weit weg. Vorerst hoffe ich, das ich regelmässig zum Einsatz komme und gute Leistungen abliefern kann. Ich werde auf jeden Fall mein Bestes geben. Dann schauen wir weiter.

In der Innenverteidigung der Basler herrscht für den Rückrundenstart am Sonntag in Lausanne Not am Mann. Ihre Kollegen Schär und Ivanov sind rekonvaleszent beziehungsweise verletzt. Und auch Gaston Sauro ist nach einer Fussverletzung noch nicht fit. Wären Sie schon bereit für einen Einsatz?

Ich habe mit dem Trainer gesprochen, aber noch nicht darüber. Ich habe bisher erst am Mittwochnachmittag ein kurzes Training absolviert und am Donnerstag das erste mit der Mannschaft. Warten wir einmal ab.

Nur neun neue SL-Spieler sind erstmals in der Schweiz aktiv

Ivan Kecojevic, FC Zürich. Der neue, 191 cm grosse Abwehrturm kommt von Gaziantepspor aus der Türkei. Trainer Urs Meier ist vom 25-jährigen Montenegriner überzeugt: «Er ist ein ruhiger, athletischer Typ, der sich schnell eingelebt hat und das Team in den Vordergrund stellt.»

Zhang Jiaqi, Sion. Der gebürtige Chinese startete seine Karriere in der Juniorenabteilung des FC Le Mans. Nun kommt der 22-jährige Mittelfeldspieler aus deren Konkursmasse ins Wallis.

Kervens Belfort, Jason Buaillon, beide Sion. Wie Zhang Jiaqi spielten auch Stürmer Belfort (21) und Verteidiger Buaillon (22) zuvor bei Le Mans. Belfort hat für Haiti in 12 Länderspielen sechs Tore erzielt. Der Franzose Buaillon spielt erstmals für ein anderes Team als seinen Stammklub.

Gabriel Cichero, Sion. Nicht bei Le Mans, sondern bei Nantes hat Sions Präsident Christian Constantin den 29-jährigen Verteidiger aus Venezuela geholt.

Nauris Bulvitis, Lars Unnerstall, beide Aarau. Neben Goalie Unnerstall (kommt von Schalke) spielt auch der lettische Verteidiger Bulvitis (26) zum ersten Mal in der Schweiz. Von aktuell minus 30 Grad in Riga auf Temperaturen um den Gefrierpunkt. Kein Wunder sagt der Lette: «Ich geniesse das Wetter und das Land.»

Damien Plessis, Lausanne. Der 25-jährige Mittelfeldakteur spielte einst für Liverpool. Der Franzose kommt nun aber von Arles-Avignon (Fr/Ligue 2).

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