Kniffliger Fall gelöst?: «Mein Ex-Mann hat unsere Kinder umgebracht»
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Kniffliger Fall gelöst?«Mein Ex-Mann hat unsere Kinder umgebracht»

Das Rätsel um die seit zehn Monaten vermissten Kinder im südspanischen Cordoba dürfte nun gelöst sein: Die Überreste, die im Gartenofen des Vaters gefunden wurden, könnten doch vom Geschwisterpaar stammen.

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Die sechsjährige Ruth und ihr zwei Jahre alter Bruder José sind tot. Am 8. Oktober 2011 hatte sie ihr Vater José Bretón, der seit zwei Monaten von der Mutter getrennt lebte, abgeholt. Von einem Spaziergang im Park kamen die Kinder jedoch nie zurück. Bretón behauptet bis heute, die Kinder auf dem Spielplatz verloren zu haben. Die Mutter, Ruth Ortiz glaubte ihm kein Wort. Auch für die Polizei war der 39-jährige Vater, der seiner Ex-Frau mehrmals angedeutet hatte, er wolle sich wegen der Trennung rächen, verdächtig.

Doch Beweise, die Bretón festnageln könnten, gab es kaum. Zwar hatten die Ermittler Überreste in einem Verbrennungsofen im Garten eines Angehörigen des Vaters gefunden, die forensischen Untersuchungen hielten allerdings fest, dass es sich um Tierknochen handelte. Ruth Ortiz ahnte, dass die Knochenfunde im Ofen etwas mit dem Verschwinden ihrer Kinder zu tun haben könnten - und gab gleich zwei neue Gutachten in Auftrag, diesmal einem Anthropologen und einem privaten Unternehmen.

Teilerfolg für Ruth Ortiz

Die Resultate wurde am Montag vom spanischen Innenministerium bekannt gegeben. Sie beweisen: Ruth Ortiz hatte von Anfang an Recht. Denn die gefundenen Überreste könnten tatsächlich von dem Geschwisterpaar stammen. Die Fahndungsbehörden wiesen darauf hin, dass das Ergebnis der Analyse noch von einem polizeilichen Gutachten bestätigt werden müsse. Allerdings gingen die Ermittler ebenfalls davon aus, dass die Knochenreste von den Kindern stammten. Die Untersuchungen seien aber noch nicht abgeschlossen.

Für Ruth Ortiz ist die Nachricht ein Teilerfolg. «José Bretón ist der Mörder meiner Kinder. Auch wenn man sie nicht findet, weiss ich, dass er sie umgebracht und die Leichen versteckt hat», hatte die Frau im vergangenen Mai behauptet. Für Ortiz ist der Fall trotz der neuen Wende bei weitem nicht abgeschlossen. «Das fängt jetzt an und wird erst fertig sein, wenn dieses Ding im Knast für das, was er getan hat, büsst», meinte sie am Montag gegenüber dem spanischen Fernsehsender TVE.

Für die Polizei, die in den Ermittlungen schwer versagt haben, fand die Frau nur Worte des Lobes. Sie bedankte sich öffentlich für deren «unermüdliche und grossartige Arbeit.»

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