Liebesbeweis: «Mein Freund ist ein Wahnsinniger»
Aktualisiert

Liebesbeweis«Mein Freund ist ein Wahnsinniger»

«Ich liebe die ganze Welt, denn du bist sie»: Ein junger Mann hat seiner Angebeteten eine über tausend Meter lange Liebesbotschaft auf die Strassen Zürichs gezeichnet. Inzwischen hat 20 Minuten Online die Empfängerin der Liebesgrüsse ausfindig gemacht.

von
Joel Bedetti

Die geheimnissvollen Liebesbotschaften erstrecken sich über hunderte von Metern. (Video: Matthieu Gailland)

Da hat der Liebesblitz kräftig eingeschlagen: Durch Zürichs Westen zieht sich eine über tausend Meter lange Botschaft, die ein unbekannter Mann seiner Freundin namens Nicole mit Kreidefarben auf die Trottoirs und Strassen gezeichnet hat.

Die Spur beginnt vor einem gelben Wohnhaus an der Cramerstrasse: «Genau heute vor einem Jahr hast du hier das Feuer in meinem Herzen entfacht», steht auf dem Boden geschrieben.

«Ich bin die Geliebte»

Inzwischen hat 20 Minuten Online mit der Angebeteten Kontakt aufgenommen. Nicole B. aus Zürich weiss nicht, wie ihr angesichts der lichterloh brennenden Herzenssache zu Mute ist. «Ich bin die Geliebte», erklärt sie dem Online-Reporter, und stellt hochbeglückt fest: «Mein Freund ist ein Wahnsinniger». Er habe gestern Nacht über 2,5 Stunden an der wirkungsvollen Botschaft geschrieben.

«Ich würde das auch tun»

Die Menschen zeigen sich beeindruckt von dem Liebesbeweis: Angestellte des Friseursalons um die Ecke rauchen gerade eine Zigarette und rätseln belustigt, wer im Haus an der Cramerstrasse 19 die Spur gelegt haben könnte. Und sind von der Idee angetan: «Das würde ich auch tun, wenn ich wahnsinnig verliebt wäre», meint eine Coiffeuse. Und schaut wehmütig auf die Liebesspur.

Von der Cramerstrasse ziehen sich rosarote Herzen, mit grünen Linien verbunden, entlang der Badenerstrasse, über die Kanzleistrasse und in die Werdstrasse hinein. Unterbrochen wird die Herzspur immer wieder von Sätzen wie «Du hast mir die Hand gegeben. Ich werde dich nicht mehr loslassen, dich halten und immer für dich da sein».

Spur teilweise weggespült

Die Passanten reagieren unterschiedlich auf das Liebeswerk: Eine ältere Frau schaut befremdet auf die Kreideschrift, ein Paketausträger mittleren Alters schmunzelt. Die Kreidespur endet an der Talstrasse vor der Swisslife-Versicherung. «In dir habe ich das gefunden, was ich mich nicht zu suchen traute», ist dort zu lesen.

Die Liebesbotschaft wird leider nicht von grosser Dauer sein. Regen und die Wasserfontänen von Putzequipen haben bereits Teile der Kreide weggespült. Aber die Liebe ist ja bekanntlich unsterblich.

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