Aktualisiert

Prügelopfer von München«Mein Gesicht muss neu aufgebaut werden»

Ein Opfer der Schweizer Teenie-Schläger ist womöglich für immer entstellt. Die schweren Verletzungen haben sich offenbar so verschlimmert, dass sich das ganze Gesicht des 46-Jährigen verschoben hat.

von
kbr

«Mein Gesicht muss neu aufgebaut werden», hat das 46-jährige Opfer der Schweizer Prügelbande gegenüber den Ermittlungsbehörden gesagt. Dies bestätigte der zuständige Staatsanwalt Laurent Lafleur gegenüber 20 Minuten Online. Die schweren Verletzungen hätten sich weiter verschlimmert, so dass sich das ganze Gesicht verschoben habe. Die Wiederherstellung könne nur über eine komplizierte Operation erfolgen, so Lafleur. Nachdem zuerst unklar war, in welchem Ausmass die Augen des Opfers von den schweren Verletzungen betroffen sind, habe seine Sehkraft seit gestern nicht weiter abgenommen. «Gestern konnte er sehen, wenn auch schlecht», berichtete der Münchner Staatsanwalt.

Insgesamt seien es lediglich zwei Opfer, die sich bei der Staatsanwaltschaft gemeldet haben. Lafleur: «Wir suchen weiterhin nach Opfern.» Die Strafuntersuchungsbehörden gehen auf Grund von Zeugenaussagen davon aus, dass die Schweizer Schüler noch mehr Passanten angegriffen haben.

Ein Jugendlicher schweigt

Momentan sei die Staatsanwaltschaft München daran, Besuchsrechte für die Eltern der drei Inhaftierten zu erwirken. Auf die Frage von 20 Minuten Online, ob denn bereits Geständnisse der drei vorliegen würden, sagte Lafleur: «Von zweien haben wir ausführliche Angaben zum Tathergang. Ein Verdächtiger hat von seinem Recht zu Schweigen Gebrauch gemacht.» Von Reue über ihre Tat sei bei den Jugendlichen aber nach wie vor keine Spur.

Münchner Behörden wussten nichts von den Vorstrafen

Von den Vorstrafen der drei inhaftierten Schweizer hat die Münchner Staatsanwaltschaft erst aus den Medien erfahren. Ihre Anfrage bei der Schweizer Justiz hatte jedoch zuvor ergeben, dass für die drei Jugendlichen keine Einträge im Schweizer Strafregister bestehen. Zu diesem Widerspruch wollte Lafleur nichts sagen. Es könne aber sein, dass das Schweizer Jugendstrafrecht für die Delikte, für welche die drei verurteilt wurden, keinen Eintrag im Strafrechtregister erfordern würden.

Schweizer Schüler prügeln in München

Drei Schüler aus dem Kanton Zürich sitzen seit Mittwoch in München in Untersuchungshaft. Sie werden des versuchten Mordes und der schweren Körperverletzung beschuldigt. Am Dienstagabend tranken und kifften sie und gingen danach wahllos auf Passanten los. Einen verletzten sie lebensgefährlich. Die Jugendlichen befanden sich mit ihrer Klasse des 10. Schuljahrs der Weiterbildungs- und Berufswahlschule Küsnacht (WBK) in einer externen Kurswoche in München.

Deine Meinung

Fehler gefunden?Jetzt melden.