Wegen Haarefärben im Spital: «Mein Hals wurde so dick wie mein Kopf»
Aktualisiert

Wegen Haarefärben im Spital«Mein Hals wurde so dick wie mein Kopf»

Wer seinen Haaren eine neue Farbe verpasst, hofft, danach besser auszusehen. Eine Schweizerin brachte der Versuch jedoch zweimal ins Spital.

von
Fee Riebeling
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So sieht Melanie K.* aus dem Kanton St. Gallen eigentlich aus. (*Name der Redaktion bekannt)

So sieht Melanie K.* aus dem Kanton St. Gallen eigentlich aus. (*Name der Redaktion bekannt)

Privat
Doch die beiden Male, als sie sich die Haare dunkler beziehungsweise rot färbte, sah sie anschliessend so aus – sie reagiert offenbar allergisch auf einen der Inhaltsstoffe.

Doch die beiden Male, als sie sich die Haare dunkler beziehungsweise rot färbte, sah sie anschliessend so aus – sie reagiert offenbar allergisch auf einen der Inhaltsstoffe.

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Konkret dürfte K. auf den Stoff p-Phenylendiamin (PPD) allergisch sein. Dieser ist einer von 27 bekannten Allergenen, die oft in Haarfärbemitteln vorkommen. PPD kommt häufig in dunklen und roten Haarfärbemitteln vor. (Symbolbild)

Konkret dürfte K. auf den Stoff p-Phenylendiamin (PPD) allergisch sein. Dieser ist einer von 27 bekannten Allergenen, die oft in Haarfärbemitteln vorkommen. PPD kommt häufig in dunklen und roten Haarfärbemitteln vor. (Symbolbild)

iStock/Timoninairyna

Der Fall der 19-jährigen Estelle, die aufgrund eines Haarfärbemittels in Lebensgefahr geriet, weckte bei Melanie K.* aus dem Kanton St. Gallen böse Erinnerungen. Auch sie musste nach dem Versuch, sich die Haare dunkler zu färben, ins Spital. Und das gleich zweimal.

Das erste Mal war es die Farbe Rot, die ihre Kopfhaut zunächst jucken, dann extrem anschwellen liess. Auch ihre Augen quollen zu. «Und das, obwohl ich die Coloration schon beim ersten Anzeichen einer Überreaktion auswusch», erzählt die 22-Jährige. Auch die sofortige Einnahme von Antihistaminika konnte nicht verhindern, dass auch noch ihr Hals anschwoll. «Er wurde so dick, wie mein Kopf breit ist.» Erst nach rund einer Woche sah K. wieder so aus wie vor dem verunglückten Färbeversuch.

Test zeigte nichts an

Die junge Frau vermied daraufhin dunkle Colorationen, auf die sie offenkundig allergisch reagierte. «Ich erinnerte mich daran, dass ich als Kind einmal ein Henna-Tattoo hatte, auf das ich auch mega reagiert hatte.» Deshalb blich sie sich fortan die Haare – ohne irgendwelche Probleme.

Ein paar Jahre später versuchte K. es dann doch noch einmal mit einer dunklen Farbe. «Weil ich fest davon überzeugt war, dass das Rot schuld war, habe ich es dann mit Schwarz probiert», so die St. Gallerin. Um sicherzugehen, testete sie das Mittel vorher auf ihrem Arm – so wie vom Hersteller empfohlen.

Als sich nach zwei Stunden nichts tat, trug sie die Farbe auf dem Kopf auf. Zunächst schien alles so zu sein, wie es sollte. Doch am nächsten Morgen erwachte sie mit dem altbekannten, unangenehmen Jucken auf der Kopfhaut und suchte erneut ein Spital auf. «Interessanterweise zeigte die Stelle am Arm, auf der ich das Mittel ausprobiert hatte, noch immer keine Reaktion.»

Experten raten von Tests ab

Hätte K. das Mittel also besser an einer anderen Stelle testen sollen, wo die Haut der Kopfhaut ähnlicher ist? Nein, sagen Experten wie Kathrin Scherer, Allergologin am Universitätsspital Basel.

Sie raten sogar von derartigen Selbsttests ab: Einerseits sei es für Laien nicht einfach, das Ergebnis zu interpretieren, andererseits könne man sich allein durch den Test sensibilisieren und allergisch werden, sagte Scherer dem «Swiss Dental Journal»PDF ).

27 bedenkliche Stoffe

K. dürfte auf den Stoff p-Phenylendiamin (PPD) allergisch sein. Dieser ist einer von 27 bekannten Allergenen, die häufig in Haarfärbemitteln vorkommen, wie ein Wissenschaftlicher Ausschuss der Europäischen Kommission (SCCP) nachgewiesen hat. PPD kommt häufig in dunklen und roten Haarfärbemitteln, aber auch in Farben für Hennatattoos vor.

Es ist gut möglich, dass K. ihre Allergie ihrem in jungen Jahren gemachten Henna-Tattoo verdankt. Laut Dermatologen reicht nämlich bereits ein einmaliger Kontakt mit dem Stoff aus, um eine Allergie zu entwickeln.

* Name der Redaktion bekannt

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