Ende einer Trash-Party: «Mein Haus fällt gerade auseinander, haha»
Aktualisiert

Ende einer Trash-Party«Mein Haus fällt gerade auseinander, haha»

Die Eltern sind ausser Haus, die Tochter lädt ein paar Freunde ein, einer lädt ihre Adresse ins Internet – die Schadenssumme: ein zerstörtes englisches Häuschen und Schäden in der Höhe von 6000 Franken.

von
gux

Die Zutaten für die Katastrophe waren angerichtet: Die Normans hatten ihrer 16 Jahre alten Tochter Brodie erlaubt, ein paar Freunde zum Pizza-Essen einzuladen, während sie selbst ausser Haus waren. Dass der Freund eines Freundes dann auf Twitter und Facebook die Adresse der Normans mit der Aufforderung «Bringt wen auch immer mit!» veröffentlichte – damit hatten Lesley und Kevin Norman nicht gerechnet.

Rund einhundert Jugendliche rund um Enderby, Leicestershire, folgten der Einladung – und hinterliessen ein Schlachtfeld. Das Haus mit Baujahr 1927 war innen und aussen mit Chili-Sauce, Öl, Senf und Mehl vollgeschmiert, Schränke waren ausgeräumt und ihr Inhalt aus den Fenstern geworfen worden. Tanzende Teenager hatten das Dach des schmucken Einfamilienhauses beschädigt und Löcher in die antiken Türen geschlagen. Der seit elf Jahren von Brodies Mutter liebevoll gepflegte Garten war nicht mehr wiederzuerkennen.

Schäden im Wert von fast 6000 Franken

«Ich war zu geschockt, um etwas zu sagen. Ich zitterte am ganzen Körper, aber ich konnte nicht einmal weinen», beschreibt Lesley Norman den Moment, als sie um ein Uhr heimkam. «Es sah aus, als hätte eine Bombe das Haus getroffen. Jede Tasse, jedes Glas, das wir besassen, war aus den Schränken gerissen und zerschlagen worden.»

Der Schaden beläuft sich auf umgerechnet fast 6000 Franken. Tochter Brodie will dafür aufkommen, indem sie umgerechnet rund 150 Franken pro Woche von ihrem Lehrlingslohn den Eltern abgibt.

«Mein Haus fällt gerade auseinander, haha»

Auch deswegen konnten die Normands ihrer Tochter nicht lange böse sein. Ausserdem steht für sie der wahre Schuldige längst fest: Twitter. «Die Jungen müssen aufgeklärt werden, wie viel Schaden durch dieses Netzwerk entstehen kann», sagt Lesley Norman gegenüber britischen Medien. Überhaupt: «Brodie tut das alles schrecklich leid. Mir ist klar geworden, dass sie daran eigentlich nicht schuld war.»

Doch auch Mutterliebe macht blind. Denn während das Töchterchen vor ihrer Mutter die Beschämte gab, posaunte sie einen Tag nach der Party heraus: «Mein Haus fällt gerade auseinander, haha.» Bilder der Zerstörung lieferte Brodie auf Twitter gleich nach.

Die 16-Jährige hofft offenbar auch, dass die in der Partynacht gestohlene Xbox und die Computerspiele ihres 12-jährigen Bruders wieder auftauchen. Sie sucht danach – natürlich via Twitter.

Der Film «Project X» diente offenbar als Vorbild. Hier der Trailer:

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