Aktualisiert 16.07.2020 17:42

My Lovestory

«Mein Heiratsantrag ist zweimal an einem Tag ins Wasser gefallen»

Raphael (33) ist mit seiner Freundin (25) nach Florida gereist, wo er ihr einen Antrag machen wollte. Das Wetter hat ihm dabei gleich zweimal einen Strich durch die Rechnung gemacht.

von
Meret Steiger
1 / 7
Raphael und seine damalige Freundin sind gemeinsam nach Florida gereist. Raphael hatte allerdings einen Hintergedanken.

Raphael und seine damalige Freundin sind gemeinsam nach Florida gereist. Raphael hatte allerdings einen Hintergedanken.

privat
In Key Largo wollte Raphael einen Antrag machen, am liebsten auf der alten Seven Mile Bridge, einer Bahnstrecke, die Besichtigt werden kann.

In Key Largo wollte Raphael einen Antrag machen, am liebsten auf der alten Seven Mile Bridge, einer Bahnstrecke, die Besichtigt werden kann.

privat
Bei der Ankunft bei der Brücke war das Wetter bereits stürmisch. Als die beiden den Aussichtspunkt erreicht hatten, stürmte es bereits richtig – so fest, dass Raphael fürchtete, den Ring zu verlieren.

Bei der Ankunft bei der Brücke war das Wetter bereits stürmisch. Als die beiden den Aussichtspunkt erreicht hatten, stürmte es bereits richtig – so fest, dass Raphael fürchtete, den Ring zu verlieren.

Darum geht’s

  • Raphael wollte seiner damaligen Freundin in den Ferien einen Antrag machen.
  • Die Ferien in Florida waren ein Weihnachtsgeschenk – mit Hintergedanken.
  • Der erste und zweite Versuch sind im wahrsten Sinne ins Wasser gefallen.
  • Heute sind die beiden glücklich verheiratet.

«Als ich die Ferien in Florida mit meiner Freundin damals, Ende 2016, geplant hatte, hatte ich schon Hintergedanken: Ich wollte ihr einen Antrag machen und habe auch schon einen Ring und alles gekauft. Ich wäre fast aufgeflogen, als eine ihrer Arbeitskolleginnen scherzhaft meinte: «Schau du nur, der will dir dort bestimmt einen Antrag machen!»

Jedenfalls habe ich ihr die Florida-Reise zu Weihnachten geschenkt und wir sind im Februar 2017 abgereist, den Ring schön im Handgepäck. Wir waren erst zwei Tage in Miami, danach wollten wir in Richtung der Florida Keys – da gabs auch schon Probleme, unser Mietwagen war schon weg und wir haben rund drei Stunden auf einen neuen gewartet. Wir sind schliesslich in Florida, da muss ein Cabriolet schon sein!

«So, wollen wir jetzt wieder runter?»

In den Keys war fantastisches Wetter und ich wusste bereits, wo der Antrag stattfinden sollte: Auf der alten Seven Mile Bridge, auf der früher Züge gefahren sind. Sie ist heute teilweise begehbar und man hat eine wirklich unglaubliche Aussicht. Aber bereits auf dem Weg zum Bahia Honda State Park hat es ein wenig getröpfelt.

Wir haben uns dann trotzdem zur Brücke aufgemacht und während wir zum Aussichtspunkt gelaufen sind, hat es einfach immer mehr angefangen zu regnen! Und nicht nur das: Es windete auch und war richtig stürmisch, der Ring wäre womöglich sogar im Wasser gelandet. Als wir angekommen sind, sagt meine Freundin dann auch nur «So, wollen wir jetzt wieder runter?» und damit war der Moment vorbei. Gopf. Später sassen wir am Strand in einem Pavillon, aber auch da war der Moment einfach nicht richtig.

Ein Picknick im Camaro

Wir sind dann weitergefahren, wir wollten von Key Largo nach Key West. Während der Fahrt hat es erneut angefangen, richtig stark zu regnen – so fest, dass wir anhalten mussten. Wir haben dann aber das Beste aus der Situation gemacht und haben unser Picknick, das wir eigentlich auf der Brücke essen wollten, einfach in unserem Mietwagen, einem Camaro gemacht. Der eignet sich dafür überraschend gut.

Aber so schön das war: Ich war langsam ungeduldig. Das harte Ringschächteli drückt mich schon den ganzen Tag und ich empfand einen gewissen Zugzwang. Da muss jetzt was gehen! Heute noch! Die perfekte Gelegenheit, dachte ich, sollte sich am gleichen Abend bieten: Dann gibt es, wie jeden Abend, eine Sunset Celebration auf dem Mallory Square, einem Platz in Key West.

Schon wieder Regen im entscheidenden Moment

Aber, ihr ahnt es bestimmt: Das Wetter hat mir erneut einen Strich durch die Rechnung gemacht. Als wir am Nachmittag in unser Hotel eingecheckt haben, war noch blauer Himmel und strahlender Sonnenschein und wir haben Sightseeing gemacht. Bereits auf dem Weg zur Sunset Celebration fing es aber wieder an zu tropfen. Wir haben nur den Anfang des Sonnenuntergangs gesehen, dann mussten wir gehen, weil es so fest geregnet hat.

Was für ein Mist. Da sind wir in Florida und es ist einfach nur feucht und kalt. Ursprünglich wollten wir auch noch in den Ausgang, aber ich war einfach zu fertig. Wir sind also auf die Veranda unseres schönen Hotels gesessen und haben geredet. Meine Freundin hat mich da sogar noch angepflaumt! «Früher sei ich viel mehr ausgegangen» und nicht «um 10 Uhr schon bereit fürs Bett gewesen» hat sie gesagt.

«Muddi, du bist zu unserer Hochzeit eingeladen»

Ich habe ein bisschen herum gedruckst, dass der Tag halt auch so anstrengend gewesen sei und dann aber meinen ganzen Mut zusammengenommen. Ich bin vor ihr, die in einem Rattansessel sass, auf die Knie gegangen und habe den Ring hervorgeholt. Meine Freundin war völlig überwältigt und hat neben dem Ja-Wort vor allem viele Schluchzer von sich gegeben.

Danach wollte sie unbedingt ihre Mutter anrufen, auch wenn in der Schweiz 4 Uhr Morgens war. Ihre Mutter ging nicht ran, danach hat sie es noch von meinem Handy probiert. Da ist ihre Mutter dann rangegangen, weil sie wohl dachte, da müsse etwas passiert sein, wenn das Handy zweimal um 4 Uhr klingelt. Meine Freundin hat aber nur gelacht und gesagt: «Muddi, du bist zu unserer Hochzeit eingeladen.»

13 Monate später, am 20. März 2018 (der 20. März ist unser Jahrestag) haben wir geheiratet und sind seit da glücklich miteinander. Wir wohnen, gemeinsam mit unserem Hund Yoshi, in einem Haus und freuen uns, auf unsere gemeinsame Zukunft. Wir waren vor dem Antrag schon fünf Jahre zusammen, das verflixte siebte Jahr haben wir also schon hinter uns.»

Deine Meinung

Fehler gefunden?Jetzt melden.