Aktualisiert 13.09.2017 12:18

Wil SG«Mein Hund wurde in den Hintern gebissen»

In Wil versetzen zwei Schäferhunde Spaziergänger in Angst und Schrecken. Die Hundehalterin will nichts von einem Problem wissen.

von
and
In der Sömmeri sorgen zwei Schäferhund für Unruhe bei Hundehaltern.

In der Sömmeri sorgen zwei Schäferhund für Unruhe bei Hundehaltern.

«In der Nähe des Hauses der Hundehalterin wurden wir von zwei nicht angeleinten Schäferhunden attackiert, mein Hund wurde in den Hintern gebissen», sagt Edith S.* gegenüber der «Wiler Zeitung». «Mein erster Spaziergang hier in Wil hat mich nichtsahnend über die Sömmeri zum Wiler Turm geführt», so S* weiter. Ihren Hund habe sie nach eigenen Angaben an der Leine gehabt.

Mit dem selben Problem hatte auch Max J.* zu kämpfen. Sein Labrador sei mehrmals von den Hunden der Frau verfolgt worden. Am 16. Februar hatte er die Nase voll und erstattete Anzeige gegen eine Hundehalterin aus Rossrüti. Im August kam dann die ernüchternde Antwort des kantonalen Untersuchungsamtes: Die Anzeige werde abgewiesen. Die angezeigte Hundehalterin könne nichts dafür, dass J.s Hund derart erschrecke und davonrenne.

Vorfälle häufen sich

Bei der Polizei ist derweil eine weitere Anzeige gegen die selbe Hundehalterin eingegangen. Ein Hund musste aufgrund von Verbiss an Rücken und Hinterlauf genäht werden. Auch Celina H.* kennt die Begegnungen mit den beiden Hunden nur zu gut. «Das ist Terror, hier hat jeder Angst», sagt sie gegenüber der «Wiler Zeitung». Der Besitzerin der Schäferhunde werfen die Hündeler vor, ihre beiden Tiere nicht im Griff zu haben. Ihrer 13-jährigen Tochter verbot H. unterdessen, alleine mit dem Hund im Gebiet Sömmeri spazieren zu gehen.

Der Labradoodle von Martina M.* hat ebenfalls Bekanntschaft mit den beiden Schäferhunden gemacht. Nicht nur der Hund musste zum Arzt: M. selbst musste wegen einer Fingerverletzung ebenfalls in ärztliche Behandlung. Die Verletzung hätten ihr die beiden Schäfer zugefügt.

Besitzerin weist Schuld von sich

«Das ist eine Katastrophe, was hier oben läuft», sagt auch die Schäferhunde-Besitzerin gegenüber der «Wiler Zeitung». Sie sieht die Schuld nicht bei sich, sondern vielmehr bei den anderen Hundehaltern. Viele Halter mit einem Hund an der Leine hätten keine Ahnung. Sie kenne sich sehr gut mit Tieren aus, so die Frau. «Ich bin seit über 30 Jahren Mitglied im Schweizerischen Schäferhund-Club (SC) und bilde ebenso lange Schäferhunde aus», zitiert sie die «Wiler Zeitung». Gegenüber 20 Minuten wollte sich die Frau nicht äussern.

* Namen der Redaktion bekannt

Stadtparlamentarier kennt das Problem

Auch der Wiler Tierarzt und Stadtparlamentarier Sebastian Koller kennt das Problem mit den Schäfern von der Sömmeri. «Ich war bis vor gut einem Jahr regelmässig dort unterwegs mit einem Hund, der ebenfalls schon Opfer von Attacken wurde», sagt Koller. Nach den neuen Vorfällen wandte sich Koller an zwei Kollegen aus dem Stadtrat. Er glaube nicht, dass der strafrechtliche Weg der richtige sei. Koller: «Meines Erachtens sind in erster Linie verwaltungsrechtliche Massnahmen ins Auge zu fassen.» Ein Wesenstest und allenfalls eine Leinenpflicht seien bessere Massnahmen. Falls sich zudem der Verdacht erhärten sollte, dass die Halterin mit den beiden Schäferhunden überfordert ist, könne etwa verfügt werden, dass sie nur noch einen Hund halten dürfe.

Deine Meinung

Fehler gefunden?Jetzt melden.