Aktualisiert 05.05.2015 10:34

Sozial-Experiment«Mein Kind würde nie mit einem Fremden mitgehen»

Der Mann bittet erst die Mütter auf dem Spielplatz um das Einverständnis für das Experiment. Dann spricht er die Kinder an. Das Resultat ist erschütternd.

von
mec

Hund auf den Arm, Kind an die Hand – und weg. (Quelle: Youtube/<a href="https://www.youtube.com/user/JoeySalads/videos" target="_blank">Joey Salads</a>)

Freundlich stellt sich der Mann den Müttern vor. Er heisst Joey und er möchte ein soziales Experiment durchführen. Ob denn das Kind schon mal ermahnt worden sei, nie mit Fremden mitzugehen? Alle Mütter bejahen. Dann bittet er um das Einverständnis, das Kind auf die Probe zu stellen.

Im Wissen, dass der bärtige Mann keine Chance hat, stimmen die Frauen zu. Das zufriedene Lächeln vergeht ihnen jedoch schnell: Schon der Umstand, dass sich der Mann mit dem herzigen Welpen auf dem Arm den Kindern problemlos nähern kann und ins Gespräch kommt, erstaunt die Frauen.

Schock

Der Mann lässt die Kinder raten, wie der Welpe heisst, verrät ihnen, dass der Name Donuts lautet und fragt, ob sie noch mehr Welpen sehen wollen. Er habe ganz viele davon in der Nähe. Dann nimmt er die Kinder bei der Hand und spaziert gemütlich Richtung Ausgang. Der Schock bei den Müttern sitzt tief.

Wegen des Welpen sind alle Ermahnungen sofort vergessen. Möglicherweise haben die Kinder den Mann schon vorher gesehen, wie er mit Mami auf der Parkbank sass. Ausserdem redet der Mann mit einer hohen Stimme und ist sehr nett. Die Aussicht auf viele herzige Welpen lässt alle Bedenken verfliegen.

Jeden Tag verschwinden 700 Kinder

Am Schluss zitiert Joey zwei Zahlen aus der Statistik: 700 Kinder werden täglich entführt, eine Viertelmillion pro Jahr weltweit. Weniger als die Hälfte sind Kinder, die dem Ex-Partner entgegen einer Sorgerechtsvereinbarung entzogen werden. Wildfremde Entführer, die entweder auf Lösegeldzahlung aus sind oder das Kind weiterverkaufen, sind vor allem in Südamerika, Afrika und Asien die Mehrheit.

In der Schweiz verschwinden jedes Jahr 70 bis 90 Kinder. Die Zahlen des Bundesamtes für Justiz zeigen, dass die meisten Fälle Kinder von Eltern betreffen, die sich getrennt haben und von denen nur ein Elternteil noch in der Schweiz lebt. Die Entführung zur Erpressung von Lösegeld oder der gemeine Kindsraub sind in der Schweiz sehr selten.

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