Böses Erwachen nach Seebad: «Mein Körper war übersät mit grossen Flecken»
Aktualisiert

Böses Erwachen nach Seebad«Mein Körper war übersät mit grossen Flecken»

Nach dem Baden im Bielersee bekam Fabienne A. Flecken am ganzen Körper: Sie war von Entenflöhen gebissen worden. In den aktuell warmen Seen gedeihen diese besonders gut.

von
sul
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Böses Erwachen: Nach ihrem Bad im Bielersee war Fabienne A.* von Flecken übersät.

Böses Erwachen: Nach ihrem Bad im Bielersee war Fabienne A.* von Flecken übersät.

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Nach einer Recherche und einem Telefonat mit dem Hausarzt war ihr klar: Sie wurde von Entenflöhen gebissen.

Nach einer Recherche und einem Telefonat mit dem Hausarzt war ihr klar: Sie wurde von Entenflöhen gebissen.

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«Die Symptome der Badedermatitis können für die Betroffenen sehr unangenehm und lästig sein, in der Regel stellt sie aber keine ernsthafte Gefährdung der Gesundheit dar», schreibt das Bundesamt für Gesundheit (BAG).

«Die Symptome der Badedermatitis können für die Betroffenen sehr unangenehm und lästig sein, in der Regel stellt sie aber keine ernsthafte Gefährdung der Gesundheit dar», schreibt das Bundesamt für Gesundheit (BAG).

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Fabienne A.* (37) nutzte letzte Woche ihren freien Donnerstagnachmittag, um sich mit ihren Kindern und einer Freundin im Bielersee abzukühlen. Am nächsten Morgen folgte dann das böse Erwachen: «Mein Körper war übersät mit grossen roten Flecken, die fürchterlich gejuckt haben», sagt die Pflegefachfrau. Ihre Freundin wies dieselben Symptome auf, die Kinder dagegen blieben verschont.

Im ersten Moment dachte A. an Mückenstiche, da sie am Abend noch lange im Garten gesessen hatte. Dann habe sie aber die Flecken gezählt: «Es waren über 40», sagt A. Nach einer Recherche und einem Telefonat mit dem Hausarzt war ihr klar: Sie war von Entenflöhen attackiert worden.

Juckreiz kann über eine Woche anhalten

Die Bade-Dermatitis, wie die Diagnose von Entenfloh-Bissen in der Fachsprache heisst, wird durch Parasiten verursacht, die im Wasserbereich lebende Vögel befallen können – in der Schweiz vor allem Enten. Durch infizierte Wasserschnecken, dem Zwischenwirt, werden die mikroskopisch kleinen Erreger ins Wasser ausgeschieden. So können sie sich auf dem Weg zu den Wasservögeln auch in die Haut von Badenden bohren und dadurch eine allergische Reaktion auslösen, wie das Bundesamt für Gesundheit (BAG) in einem Faktenblatt schreibt. Ins Innere des menschlichen Körpers gelangen die Parasiten aber nicht.

Das BAG gibt daher Entwarnung: «Die Symptome der Badedermatitis können für die Betroffenen sehr unangenehm und lästig sein, in der Regel stellt diese aber keine ernsthafte Gefährdung der Gesundheit dar.» Der Juckreiz könne allerdings bis zu einer Woche und länger anhalten.

Kratzen ist allerdings nicht ratsam, da es zu Infektionen durch Bakterien führen kann. «Ich empfehle, die betroffene Hautregion etwas zu kühlen oder eine cortisonhaltige Lotion aufzutragen», sagt Dermatologin Dagmar Simon.

Der Pool ist sicher

Mit Entenflöhen sei bei langen Wärmeperioden auf stillen Gewässern zu rechnen. «Bei Hitze sind kleinere Epidemien möglich», sagt Simon. Um das Risiko einer Bade-Dermatitis zu senken, raten die Experten, entsprechende Gewässerzonen zu meiden, nach dem Seebad zu duschen, sich kräftig abzutrocknen und die Badekleidung zu wechseln.

Im Pool ist man übrigens vor Entenflöhen sicher – solange er gut unterhalten und chloriert ist.

*Name der Redaktion bekannt

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