«Mein Leben mit Silvio» - ein Bestseller
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«Mein Leben mit Silvio» - ein Bestseller

Die Biografie von Veronica Lario, Ehefrau des italienischen Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi, ist schon wenige Tage nach ihrer Veröffentlichung in Italien zum Bestseller geworden.

«Tendenza Veronica» ist der Titel des Interviews der Journalistin Maria Latella mit der 48-jährigen Ex-Schauspielerin, die Berlusconi 1980 kennengelernt hatte. Das 200-seitige Buch weckte grosses Interesse in Italien, da Veronica Lario nur sehr selten in der Öffentlichkeit auftritt.

Seit Berlusconis Einstieg in die Politik vor zehn Jahren lebt seine Frau in einer stark bewachten Luxusvilla in einem kleinen Dorf, Macherio, an der Mailänder Peripherie. «Die Gefangene von Macherio», wird die First Lady bezeichnet, die das Rampenlicht der Medien bisher rigoros gemieden hat.

Einsamkeit akzeptiert

«Mit den Jahren habe ich die Tatsache akzeptiert, dass ich eine einsame Person bin. Ich glaube, ich bin zur perfekten Frau Silvios geworden. Er kann sich auf sich selbst und seine Arbeit konzentrieren», so Veronica Lario, die mit Berlusconi drei Kinder - Barbara, Luigi und Eleonora - hat.

Berlusconi hat von seiner ersten Frau Carla Dell'Oglio noch zwei erwachsene Kinder - Marina und Piersilvio - die längst schon Führungspositionen im Familienkonzern Mediaset innehaben.

Die blauäugige, blonde Veronica, die in den achtziger Jahren in Berlusconis Mailänder Manzoni-Theater aufgetreten war und dort ihren um 20 Jahre älteren Mann kennengelernt hat, ist seit 1990 mit dem heutigen Regierungschef verheiratet.

Im Gegensatz zu ihrem stark extrovertierten und kommunikativen Mann liebt Veronica nicht die Öffentlichkeit. «Ich und Silvio sind wie Tag und Nacht. Er ist wie Ulysses, sein Leben hat etwas Episches. Der Erfolg ist für ihn der Preis, der verdient werden muss.»

«Er arbeitet immer, das ganze Jahr lang. Er kennt keine Pausen. Sein Bedürfnis ist die Anerkennung, der Respekt», so Veronica, die unter anderem Herausgeberin der rechtsliberalen Tageszeitung «Il Foglio» ist und sich für die anthroposophischen Lehren Rudolf Steiners interessiert.

Ein Rätsel

«Ich glaube nicht, dass ich ohne Silvio auskommen könnte. Ich bin absolut stolz auf ihn, weil er immer das erreicht hat, was er sich wünschte. Er hat niemals seine Ambitionen verraten. In einer gewissen Hinsicht ist er total konträr zu mir. Für mich bleibt er heute noch ein Rätsel», sagte die aus Bologna stammende Veronica.

Veronica Lario, die sich im Gegensatz zu ihrem Mann gegen den Irak-Krieg ausgesprochen hatte und die laut Medienindiskretionen Sympathien für die oppositionelle Linke hat, respektiert den zügellosen Ehrgeiz ihres Mannes.

«Als Silvio in die Politik eingestiegen ist, habe ich begriffen, dass es richtig war, mich für die Einheit der Familie einzusetzen, die über jedes persönliche Bedürfnis meine Lebensaufgabe ist. Ich wollte Silvio die Wärme einer Familie ohne die Probleme einer Familie zusichern. Der Schlüssel unser Beziehung ist für ihn, eine Frau an der Seite zu haben, die sich nicht gegen sein Rennen in der Welt stemmt.»

(sda)

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