Valerie Holguin (22): «Mein leiblicher Vater soll mich anerkennen»
Aktualisiert

Valerie Holguin (22)«Mein leiblicher Vater soll mich anerkennen»

Valerie Holguin (22) sucht ihren Vater F. R., der Schweizer sei. Sie erhofft sich durch ihn ein besseres Leben. In der Schweiz möchte sie auch eine Ausbildung machen.

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qll/nzy
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Valerie Holguin (22) aus der Dominikanischen Republik sucht ihren Vater, der Schweizer sei und in Trimbach lebte, als sie geboren wurde.

Valerie Holguin (22) aus der Dominikanischen Republik sucht ihren Vater, der Schweizer sei und in Trimbach lebte, als sie geboren wurde.

zvg
«Ich bin nun 22 Jahre alt und möchte von meinem leiblichen Vater anerkannt werden», sagt die Frau.

«Ich bin nun 22 Jahre alt und möchte von meinem leiblichen Vater anerkannt werden», sagt die Frau.

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Erinnerungen an ihn habe sie keine: «Ich kenne ihn nur von Fotos.» Weiter fügt sie hinzu: «Auch weiss ich, dass es ihn nie geschert hat, ob ich lebe.»

Erinnerungen an ihn habe sie keine: «Ich kenne ihn nur von Fotos.» Weiter fügt sie hinzu: «Auch weiss ich, dass es ihn nie geschert hat, ob ich lebe.»

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«Hungersnot, kein Wasser, keine Ausbildung – das ist leider meine traurige Realität in der Dominikanischen Republik», sagt Valerie Holguin. Die junge Frau sucht ihren Vater F. R.*, der Schweizer sei und in Trimbach gelebt habe, als sie geboren wurde. «Ich bin nun 22 Jahre alt und möchte von meinem leiblichen Vater anerkannt werden.» Erinnerungen an ihn habe sie keine: «Ich kenne ihn nur von Fotos.» Weiter fügt sie hinzu: «Auch weiss ich, dass es ihn nie interessiert hat, ob ich lebe.»

Zurzeit lebt Valerie bei ihrem Partner und seiner Mutter, denen sie sehr dankbar sei. «Wirtschaftlich gesehen geht es mir im Moment nicht gut, ich bin auf Jobsuche», gibt Valerie zu. Jedoch wolle sie von ihrem Vater kein Geld, nur eine Zukunft: «Ich will das, was mir als Tochter eines Schweizers zusteht, nämlich die Schweizer Bürgerschaft. Die vergangenen Hungersnöte habe ich überlebt. Diese kann er nicht mehr rückgängig machen. Ich brauche sauberes Wasser, Essen und die Möglichkeit auf eine Ausbildung in der Schweiz. Ich möchte Sicherheit, Stabilität und Ruhe.»

Was sie für ihren Vater empfindet, kann Valerie nicht in Worte fassen: «Vermissen tue ich ihn nicht, denn wie kann man jemanden vermissen, den man nicht kennt? Ich möchte aber in sein Gesicht schauen und den Moment entscheiden lassen, welche Fragen ich ihm stelle.»

Mutter hat die Unterlagen versteckt

Bei der Suche nach ihrem Vater wird Valerie von Maria H.*, einer Bekannten ihrer Mutter, unterstützt, die in der Schweiz lebt: «Ich war die Bezugsperson von Valeries Mutter in der Schweiz und habe sie oft in der Dominikanischen Republik besucht, als die Tochter noch kleiner war», erinnert sich H. «Valeries Mutter und ihr Vater F. haben sich kennen gelernt, als die Mutter in der Schweiz in den Ferien war. Sie waren beide sehr jung und sehr verliebt.»

Als dann Valeries Mutter schwanger wurde, erfolgte der Abschied, wie die Bekannte weiss: «F. hat ihr gesagt: ‹Geh zurück in die Dominikanische Republik, ich komme nach und dann werden wir heiraten.› Das ist aber nie passiert.» Bis Valerie zwei Jahre alt war, habe sie zum Vater Kontakt gehabt und ihm auch Fotos von seiner Tochter geschickt. «Doch dann hat er den Kontakt abgebrochen.»

Visum soll Einreise ermöglichen

Valeries Mutter wolle nicht, dass ihre Tochter den Vater suche. Sie habe auch die Dokumente versteckt. Doch Valerie habe sie gefunden. «Sie hat meine Daten in den Unterlagen gefunden und mich kontaktiert», erklärt H. «Nun möchte ich ihr helfen, das zu bekommen, was ihr zusteht.» Sie sei sogar bereit, Valerie mit einem Visum in die Schweiz zu holen, damit sie hier vor Ort recherchieren kann.

20 Minuten hat Valeries Vater ausfindig gemacht. Auf verschiedene Anfragen hat er nicht reagiert.

*Name der Redaktion bekannt

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