Aktualisiert 13.06.2017 11:35

In der Aare verschwunden«Mein Onkel wollte sich nur den Rücken waschen»

Intensiv sucht die Polizei in der Aare nach dem vermissten Nur (32). Sein Bruder spricht nun auf TeleBärn über die Verzweiflung der Familie.

von
ct
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Nour (33) verschwand am 11. Juni 2017 bei der Hunzikenbrücke in der Aare.

Nour (33) verschwand am 11. Juni 2017 bei der Hunzikenbrücke in der Aare.

Am 16. Juni wurde seine Leiche bei Bremgarten am Flussufer gefunden.

Am 16. Juni wurde seine Leiche bei Bremgarten am Flussufer gefunden.

Laut Familienangehörigen wollte er sich nur rasch den sandigen Rücken in der Aare abwaschen.

Laut Familienangehörigen wollte er sich nur rasch den sandigen Rücken in der Aare abwaschen.

Google Streetview

Seit Sonntagabend sucht die Kantonspolizei Bern nach einem Mann, welcher in der Aare schwimmen war. Er soll gegen 18 Uhr in Rubigen oberhalb der Hunzikenbrücke in den Fluss gestiegen sein. Dort verloren ihn Drittpersonen aus den Augen und alarmierten die Polizei. Seither fehlt vom 32-jährigen Nour, einem dreifachen Familienvater, jede Spur.

Sein Neffe Jawed sprach mit TeleBärn und erzählte, was passiert war. «Meine Cousine rief mich gestern gegen 18 Uhr an, aber ich habe sie zuerst gar nicht verstanden. Ich sagte ihr, sie solle sich zuerst beruhigen.» Danach wurde schnell klar: Nour hatte sich in die rund 18 Grad kalte Aare begeben und war untergegangen.

Mit Kindern am Grillieren und Spielen

Nour sei mit seiner Frau und seinen Kindern am Grillieren gewesen. «Er hatte dann den Rücken voller Sand und wollte sich bloss abwaschen», erzählt Jawed. Warum er so weit in den reissenden Fluss hineingeriet ist nicht klar. Er konnte trotz intensiver Suche mit Booten, an Land und per Helikopter nicht gefunden werden – auch gestern nicht.

Jawed: «Wir können es nicht fassen. Es war doch kurz zuvor noch mit den Kindern dort am Spielen und alles war gut. Er war so ein guter Familienvater.» Nours Ehefrau habe einen Schock erlitten und leide sehr. «Wir sind einfach sprachlos. Wir sehen uns nur an und haben keinen Plan, was wir tun können und an welcher Stelle wir suchen sollen.»

Die Familie sucht selber aktiv nach Nour. Wie die «Berner Zeitung» schreibt, suchten die Verwandten auch nachts das Aareufer ab – vom Marzili bis nach Zolllikofen. Sie hofft, auch auf die Hilfe der Bevölkerung und beschreibt Nour folgendermassen: 1,75 Meter gross, von schlanker, sportlicher Statur. Kurzes, fast schwarzes Haar und dunkelbraune Augen. Zum Zeitpunkt des Verschwindens habe er nur einer Badehose getragen.

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