Nach Badi-Prügel: «Mein Sohn ist immer noch im Schockzustand»
Aktualisiert

Nach Badi-Prügel«Mein Sohn ist immer noch im Schockzustand»

Das Auge von Jason ist dick geschwollen. Mehrere Erwachsene haben ihn am Sonntag in der Badi in Dübendorf ZH verprügelt. Seine Mutter ist wütend: Sie hofft, dass die Täter hart bestraft werden.

von
ame
Am Sonntag wurde ein 14-Jähriger von mehreren Männern brutal verprügelt. Sein geschwollenes Auge zeugt von der Tat.

Am Sonntag wurde ein 14-Jähriger von mehreren Männern brutal verprügelt. Sein geschwollenes Auge zeugt von der Tat.

«Ich habe ein riesige Wut im Bauch und fühle mich gleichzeitig so ohnmächtig», sagt die Mutter der beiden Teenager, die am Sonntag im Freibad Oberdorf in Dübendorf von mehreren Männern brutal zusammengeschlagen wurden. Ihr Sohn Jason (Name geändert) erlitt dabei einen doppelten Schädelbruch.

Der 14-Jährige ist mittlerweile zwar wieder zu Hause, seine Verletzung aber erst in sechs Wochen ausgeheilt. «Zum Glück mag er sich nicht mehr an die Geschehnisse erinnern, so geht es ihm seelisch eigentlich gut», so die Mutter. Anders bei Jasons 12-jährigem Bruder, der bei der Prügelei ebenfalls verletzt wurde. «Mein jüngerer Sohn ist immer noch geschockt. Er hat das Erlebte noch nicht verdaut.»

Die Mutter hofft nun, dass die Täter für ihre Tat büssen müssen: «Sie sollen eine Strafe kriegen, die ihnen bewusst macht, was sie getan haben.» In eine ähnliche Richtung zielt die Aussage einer anderen Mutter und Zeugin, die versucht hat, die Prügelei zu unterbinden. «Die Gewalt, mit der die Täter vorgegangen sind, ist ungeheuerlich. Zwei bis drei Faustschläge gingen direkt auf den Schädel des Kindes.»

«Er prügelte wie in Trance auf ihn ein»

Zum Zeitpunkt der Prügelattacke seien rund 50 Kinder im Kinderbecken am Planschen gewesen und hätten die Tat mitansehen müssen. «Die Kinder sind weinend davongerannt. Die Leute standen mit offenen Mündern da, alle standen unter Schock.» Ihr eigenes Kind habe panische Angst gehabt, dass seiner Mama etwas passiere. Noch immer weiche es ihr nicht von der Seite.

Besonders beängstigend sei ein Mann gewesen, der Jason vor den Augen seiner eigenen Kinder brutal verprügelt habe. «Er hat wie in Trance mit leerem Blick auf den Buben eingeschlagen. Wäre niemand dazwischen gegangen, hätte er wohl nicht aufgehört», so die Zeugin. Mit dem Vorfall abgeschlossen haben beide Mütter noch nicht. «Mir ist noch immer nicht ganz wohl, wenn ich daran denke, dass plötzlich noch etwas passieren könnte», sagt die Mutter der Opfer.

Waren es 6 Täter?

Das Personal der Badi treffe keine Schuld. Einige Badegäste sehen das anders: Noch Stunden nach dem Vorfall hätten sie die Bademeister wüst beschimpft. Laut der Staatsanwaltschaft See/Oberland wurde gegen zwei der Täter Antrag auf Untersuchungshaft gestellt. Ermittelt wird wegen Raufhandels und Körperverletzung. Wie die Mutter der Buben erzählt, seien die Männer aber zu sechst auf ihre Söhne losgegangen. Drei der Männer hätten unbemerkt aus dem Freibad entkommen können.

Gemäss einer Frau aus Dübendorf, die am Sonntag ebenfalls in der Badi war, stammt einer der inhaftierten Väter aus Dübendorf selbst und hat albanische Wurzeln. Der andere sei ein Verwandter mit deutschem Pass. Die Staatsanwaltschaft sagt nur, dass einer seinen Wohnsitz in der Schweiz, der andere in Deutschland habe.

Deine Meinung