Aktualisiert 26.02.2010 14:12

Walter «Chekov» Koenig«Mein Sohn nahm sich das Leben»

Walter Koenig, der als «Lt. Pavel Chekov» in «Star Trek» berühmt wurde, hat jetzt Gewissheit über den Verbleib seines vermissten Sohnes: Andrew hat sich in Kanada umgebracht, musste der Schauspieler in einer bewegenden Pressekonferenz bekannt geben.

von
phi

Andrew Koenig ist tot. Der seit dem Valentinstag vermisste Sohn von «Chekov»-Darsteller Walter wurde am 25. Februar leblos im Stanley Park im kanadischen Vancouver aufgefunden, wie die Zeitung «Vancouver Sun» berichtete. Der 41-Jährige hatte zuvor seine Wohnung in Los Angeles geräumt, seine persönliche Habe verschenkt und angekündigt, er werde zukünftig nicht mehr arbeiten. Nachdem seine Eltern seit dem 16. Februar nichts mehr von ihrem Sohn gehört hatten, haben sie sich mit einer Vermisstenanzeige an die Öffentlichkeit gewandt (20 Minuten Online berichtete).

Kampf gegen Depression verloren

Nun musste Walter Koenig zusammen mit Ehefrau Judy Levitt Koenig wieder vor die Presse treten, um sie vom Ableben seines Filius zu informieren. «Mein Sohn nahm sich das Leben», sagte der sichtlich erschütterte Schauspieler. Andrew habe seit langem an Depressionen gelitten und zuletzt keine Medikamente mehr genommen. Die Polizei untersucht den Fall, vermutet aber kein Verbrechen. Waffen seien nicht im Spiel gewesen, so die Angaben der kanadischen Behörden.

Seit Beginn der Suche haben die Koenigs diverse E-Mails anderer Angehöriger erhalten, die ebenfalls depressive Verwandte haben. Mit Blick auf die Krankheit appellierte er: «Wenn man etwas daraus lernen kann, ist es, dass es Leute gibt, die sich kümmern. Vielleicht glauben Sie es nicht, und letztendlich ist das vielleicht auch nicht genug, aber es gibt Leute, sie sich kümmern. Bevor Sie eine finale Entscheidung treffen, denken Sie noch einmal nach, reden sie mit jemandem.»

«Das ist das Schlimmste daran»

Seine Ehefrau Judy Levitt Koenig stiess in dasselbe Horn: «Die Familien der Menschen, die an Depressionen leiden, realisieren nicht, dass es Hilfe gibt und dass sie helfen können. Schliesst euch zusammen, wenn euch etwas ärgert, denn es gibt Liebe da draussen. Alle diese Leute von der Polizei bis zu seinen Freunden hier haben Liebe gezeigt. In seinem Schmerz hat er nicht wahrgenommen, dass ihm diese offenstand. Das ist das Schlimmste daran», sagte sie, während sie die Hand ihres Ehemannes hielt.

Andrew war von einem Suchtrupp, bestehend aus Freunden und seinem Vater Walter, gefunden worden, obwohl die Polizei den Park einen Tag zuvor durchkämmt hatte. Die Leiche sei vom nahen Weg aus nicht zu sehen gewesen, so eine Polizeisprecherin. Freunde der Koenigs zeigten sich erschüttert: «Star Trek»-Kollege William Shatner äusserte «tiefe Sympathie» für die Hinterbliebenen: «Ich werde mit ihnen trauern.» Komödiantin Sarah Silvermann bekundete: «Mein Herz fühlt mit der Koenig-Familie». Levar Burton («Geordi La Forge» aus «Star Trek – The Next Generation») kündigte an, für die Eltern «und ihren geliebten Sohn Andrew» zu beten. Ein Sprecher der trauernden Koenigs kündigte an, dass die E-Mails an die Familie gesammelt und in einem Erinerungsbuch für Andrew publiziert werden sollen.

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