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Polizist in Rom«Mein Sohn sagte, wie stolz er auf mich sei»

Zärtlich streichelt ein römischer Polizist das Gesicht einer Flüchtlingsfrau aus Eritrea, nachdem sie aus ihrem Zuhause geworfen wurde. Ganz Italien ist gerührt.

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Die Polizei von Rom hat am 24. August 2017 Flüchtlinge aus einem besetzten Haus geräumt. Das Foto des Polizeibeamten N.G., der einer Frau aus Eritrea liebevoll das Gesicht streichelt, rührt ganz Italien.

Die Polizei von Rom hat am 24. August 2017 Flüchtlinge aus einem besetzten Haus geräumt. Das Foto des Polizeibeamten N.G., der einer Frau aus Eritrea liebevoll das Gesicht streichelt, rührt ganz Italien.

Angelo Carconi
G. näherte sich der weinenden Frau und sprach ihr zu. Der Zeitung «Corriere della Sera» verriet der 48-Jährige, was er ihr sagte: «Ich habe ihr versichert, dass sie nicht obdachlos wird und dass sie bald ein neues Zuhause haben wird», sagt G., der seit 28 Jahren bei der Polizei dient.

G. näherte sich der weinenden Frau und sprach ihr zu. Der Zeitung «Corriere della Sera» verriet der 48-Jährige, was er ihr sagte: «Ich habe ihr versichert, dass sie nicht obdachlos wird und dass sie bald ein neues Zuhause haben wird», sagt G., der seit 28 Jahren bei der Polizei dient.

epa/Angelo Carconi
Die gewaltsame Räumungsaktion wird von Menschenrechtsorganisationen scharf kritisiert.

Die gewaltsame Räumungsaktion wird von Menschenrechtsorganisationen scharf kritisiert.

Angelo Carconi

Nach der Räumung eines von Flüchtlingen besetzten Hauses ist es am Donnerstag im Zentrum von Rom zu heftigen Zusammenstössen mit der Polizei gekommen. Mit Wasserwerfern versuchten die Einsatzkräfte, die Lage auf der Piazza Indipendenza in der Nähe des Hauptbahnhofs unter Kontrolle zu bekommen.

Das Palazzo-Curtatone-Gebäude war seit Oktober 2013 von rund tausend Migranten besetzt. Die meisten von ihnen sind Flüchtlinge aus Eritrea und Äthiopien. Die Polizei hatte vergangenes Wochenende mit der Räumung begonnen, rund hundert Migranten hausen seitdem auf einem Platz am Bahnhof Termini.

Die gewaltsame Räumungsaktion wird von Menschenrechtsorganisationen scharf kritisiert. Ärzte ohne Grenzen sprach von «wahlloser Gewalt». Die meisten Migranten hätten den Status von Flüchtlingen und müssten «in Würde» untergebracht werden. Augenzeugen berichteten, dass einige Besetzer an den Haaren gezogen und geschlagen worden seien. Die Kinderrechtsorganisation Unicef meldete, Kinder seien in Bussen abgeschleppt worden.

Nicht allen ist der Schmerz der anderen egal

Ein Foto sorgt jedoch für Wohlgefallen: Darauf zu sehen ist Polizist N. G., wie er eine verzweifelte Frau aus Eritrea tröstet. G. hob für einen Augenblick die Schutzhaube seines Helms und näherte sich der weinenden Frau. Dann streichelte er zärtlich ihr Gesicht und sprach ihr zu.

Der Zeitung «Corriere della Sera» verriet der 48-jährige Beamte, was er der Frau sagte: «Ich habe sie beruhigt und ihr versichert, dass sie nicht obdachlos wird, dass sie bald ein neues Zuhause haben wird», sagt G., der seit 28 Jahren bei der Polizei dient.

Sein Sohn habe das Bild im Internet entdeckt. «Er rief mich an, um mir davon zu erzählen. Dann sagte er, wie stolz er auf mich sei», so der Beamte. Seine Kollegen bei der Polizei hätten ähnlich wie er auf verzweifelte Flüchtlinge reagiert, meint er. Denn auch wenn Polizisten manchmal hart gegen Demonstranten durchgreifen müssten, forderten solche schmerzhafte Situationen ein Hauch von Menschlichkeit.

Das besetzte Haus im Palazzo Curtatone gilt als Vorbild für soziale Wohnungsmodelle, die von Kooperativen oder Ehrenamtlichen organisiert werden.

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