Roman Josi: «Mein Tor interessiert mich überhaupt nicht»
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Roman Josi«Mein Tor interessiert mich überhaupt nicht»

Die Enttäuschung bei Abwehrchef Roman Josi ist nach der 2:3-Penaltyniederlage gegen Finnland gross. Daran ändert auch sein Treffer gegen Nashville-Teamkollege Pekka Rinne nichts.

von
Kai Müller
Minsk

Roman Josi, wie fällt Ihr Resümee aus?

Wir starteten viel zu passiv und waren zu wenig energisch im ersten Drittel, weshalb wir kaum Chancen kreierten. Ich fand, dass wir im zweiten und dritten Drittel die bessere Mannschaft waren und verdient zurückkamen. Ein Penaltyschiessen ist dann halt immer eine Lotterie. Berra hielt uns zwar so lange wie möglich im Spiel, aber wenn wir keinen reinbringen, nützt uns das nichts.

Sie sprechen den passiven Start an. War der Respekt vor den Finnen zu gross?

Nein, sie spielen einfach extrem systemtreu und machen es dem Gegner schwer in der neutralen Zone. In den ersten 20 Minuten brachten wir die Scheibe zu selten tief. Und wenn, dann fing sie ihr Goalie jedes Mal ab und übernahm die Angriffsauslösung sozusagen selber. In einem solchen Fall müssen wir die Scheibe in die Ecken bringen und dann konsequent forechecken.

Wie kam es, dass sich die Mannschaft nach dem verhaltenen Beginn fing?

Wir sagten uns in der ersten Pause, dass wir einfach viel besser spielen müssen, energischer und mit mehr Zug zum Tor. Das setzten wir um, wodurch wir auch zu einem Torerfolg kamen.

Sie schossen das 2:2 gegen Ihren Nashville-Teamkollegen Pekka Rinne, das der Schweiz am Ende einen Punkte brachte. Die Freude darüber dürfte sich in Grenzen halten.

Allerdings, das interessiert mich im Moment überhaupt nicht. Die Enttäuschung ist sehr gross, da bringt mir mein Tor nicht viel.

Was kann die Schweiz aus diesem Spiel mitnehmen?

Wir haben sicher gekämpft und Moral gezeigt. Es spricht für die Mannschaft, dass wir den Ausgleich schafften. Aber eben, um ein Spiel zu gewinnen, muss man 60 Minuten so zu Werke gehen und darf nicht den Start verschlafen.

In den Medien war der mögliche Abstieg nach den ersten drei Niederlagen ein Dauerthema. Hat das die Mannschaft belastet?

Nein, das war intern nie ein Thema.

Am Samstag geht es weiter mit dem nächsten Schlüsselspiel gegen Kasachstan. Schauen Sie nun in der Tabelle nach vorne oder nach hinten?

Ich weiss gar nicht, ob der Viertelfinal weiterhin machbar ist (noch bestehen theoretische Chancen; Anm. d. Red.). Aber ob wir noch Chancen haben oder nicht, spielt eigentlich keine Rolle. Gegen Kasachstan müssen wir so oder so gewinnen.

Wie verhindert man, dass in einem solch kapitalen Match der Stock zittert?

Wir müssen einfach unser Spiel durchziehen. Wenn wir es schaffen, über 60 Minuten unsere Leistung abzurufen, dann kommt es sicher gut.

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