Tom Lüthi: «Mein Traum ist wahr geworden»

Aktualisiert

Tom Lüthi«Mein Traum ist wahr geworden»

Bevor das Abenteuer MotoGP beginnt, hofft Tom Lüthi auf eine erfolgreiche Abschiedstour.

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jcs/als
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Die Karriere von Tom LüthiSaison 2017: Reicht es für den WM-Titel? Drei Rennen vor Schluss weist der Berner einen Rückstand von 19 Punkten auf Franco Morbidelli auf.

Die Karriere von Tom LüthiSaison 2017: Reicht es für den WM-Titel? Drei Rennen vor Schluss weist der Berner einen Rückstand von 19 Punkten auf Franco Morbidelli auf.

epa/Kimimasa Mayama
Lüthi beeindruckt über die ganze Saison gesehen mit konstanten Leistungen, die ihm bereits diverse Podestplätze und einen Sieg (in Brünn) eingebracht haben.

Lüthi beeindruckt über die ganze Saison gesehen mit konstanten Leistungen, die ihm bereits diverse Podestplätze und einen Sieg (in Brünn) eingebracht haben.

epa/Christian Bruna
Das zahlt sich aus. Am 23. August wird bekannt, dass der 30-Jährige ab der kommenden Saison in der MotoGP-Klasse an den Start geht.

Das zahlt sich aus. Am 23. August wird bekannt, dass der 30-Jährige ab der kommenden Saison in der MotoGP-Klasse an den Start geht.

epa/Martin Divisek

Zwölf Jahre nach seinem Weltmeistertitel in der 125er-Klasse und zehn Jahre nach seinem Aufstieg in die Moto2 (seit 2010) beginnt für Tom Lüthi ein neues Abenteuer. «Mein Traum ist wahr geworden», bezeichnet der Schweizer seinen Wechsel zum Honda-Privatteam Marc VDS.

Wenn man bedenkt, wie lange der 30-Jährige darauf hingearbeitet hat, ging am Ende alles schnell. Vor zwei Wochen in Spielberg zirkulierten Gerüchte, wonach er zum belgischen Team, für welches heuer der Australier Jack Miller und Tito Rabat, der spanische Moto2-Weltmeister von 2014, fahren, wechseln könnte.

Mittlerweile ist klar, dass es mehr als Gerüchte waren. Sein Manager Daniel M. Epp führte zu diesem Zeitpunkt Verhandlungen. Am Dienstag unterschrieb Lüthi in Anières am Genfersee einen Einjahresvertrag, am Donnerstag in Silverstone wird sein Aufstieg in die Königsklasse offiziell verkündet.

Keine Mitgift

Lüthis Manager, der seinen Schützling seit dessen erstem Grand Prix vor über 15 Jahren eng begleitet, betont, «dass Marc VDS Tom aus sportlichen Überlegungen will. Er ist von all den infrage kommenden Fahrern der klar stärkste. Wir müssen keine Mitgift mitbringen.» Ob das Abenteuer ein, zwei oder drei Jahre dauern werde, werde man sehen, so Epp.

Duell mit dem neuen Teamkollegen

Die ersten Tests stehen Mitte November, unmittelbar nach dem letzten Saisonrennen in Valencia, an. Sein Teamkollege wird ebenfalls ein Rookie sein: Franco Morbidelli. Lüthi ist der härteste Widersacher des 22-jährigen Italieners im Kampf um den WM-Titel in der Moto2. Das Duo wird auf Honda, der Marke, mit welcher der Berner vor zwölf Jahren Weltmeister geworden war, starten.

Vor Silverstone beträgt der Rückstand auf den WM-Leader 26 Zähler. Den Moto2-Titel, es wäre sein erster, hat Lüthi noch nicht abgeschrieben. Mit einem Triumph wie 2016, könnte er im Hinblick auf den Finish ein Zeichen setzen. Dass es eine erfolgreiche Abschiedstournee wird, liegt Lüthi aus einem weiteren Grund am Herzen. «Ich möchte mich bei meinem Schweizer Team bedanken, das mir geholfen hat, auf einem solchen Niveau zu fahren.»

Nach dem Abgang Dominique Aegerters hat das Team binnen eines Jahres beide Zugpferde verloren. «Bis Ende Saison werde ich alles dafür tun, um noch für viele gute Momente zu sorgen», so Lüthi.

Fast 20 Jahre nach Eskil Suter

Zuvor letzter Schweizer Starter in der Königsklasse des Motorradrennsports war Eskil Suter 1998 in der damals noch unter 500 ccm firmierenden Kategorie. Der Zürcher kam damals für das deutsche MuZ-Team in acht Rennen als Ersatz für den verletzten Stammfahrer zum Einsatz. Suter punktete bei drei Gelegenheiten, bestes Resultat war ein 13. Platz. (jcs/als/sda)

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