Aktualisiert 14.09.2018 12:59

Roman Bürki

«Mein Vater hat meine Karriere gerettet»

Roman Bürki hat seinen Aufstieg zur Nummer 1 beim BVB einem Mentaltrainer und seinem Vater zu verdanken.

von
Sebastian Rieder
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BVB-Goalie Roman Bürki sprach in einem Video-Interview mit deutschen Journalisten über die Corona-Krise, seinen Vertrag und Geisterspiele.

BVB-Goalie Roman Bürki sprach in einem Video-Interview mit deutschen Journalisten über die Corona-Krise, seinen Vertrag und Geisterspiele.

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Bürkis letztes Spiel vor der Corona-Pause: Die 0:2-Niederlage in Paris und das damit verbundene Ausscheiden aus der Champions League.

Bürkis letztes Spiel vor der Corona-Pause: Die 0:2-Niederlage in Paris und das damit verbundene Ausscheiden aus der Champions League.

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«Kein Spieler konnte in diesem Geisterspiel abrufen, was er eigentlich kann», meint der 29-Jährige.

«Kein Spieler konnte in diesem Geisterspiel abrufen, was er eigentlich kann», meint der 29-Jährige.

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Roman Bürki hat ein Ritual: Auch heute wird er vor dem Anpfiff gegen Eintracht Frankfurt seinen Kaugummi ins eigene Tor kicken und sagen: «Du bist der Einzige, der heute reingeht.» Sein Vorsatz geht dabei nur selten in Erfüllung, denn die Statistik spricht eine andere Sprache. In seiner ersten Saison bei Borussia Dortmund kassierte der Schweizer Goalie im Schnitt ein Tor pro Spiel. Ein Jahr später waren es schon 40 Gegentreffer, und letzte Saison musste er sogar 47-mal hinter sich greifen.

«Statistiken sind für Journalisten interessant, für mich aber nicht relevant», sagt Bürki, der in Dortmund nach der Verpflichtung von Landsmann Marvin Hitz starke Konkurrenz erhalten hat, aber immer noch die Nummer 1 ist. Er besinnt sich auf seine Stärken: die explosive Athletik und extreme Reaktionsfähigkeit. Seine Ausstrahlung lässt dabei vor allem bei den weiblichen Anhängern die Herzen höher schlagen, zuweilen sorgt aber allein sein riskantes Verhalten mit dem Ball für erhöhten Puls.

Bürki am Pranger

Immer wieder wird der 27-jährige Berner nach missratenen Abwehrversuchen oder groben Fehlpässen vom Boulevard durch den medialen Fleischwolf gedreht. Schlagzeilen wie «Bürki wie eine Gürki» oder Parolen wie «Lieber ohne Bürki als ohne Fans» fliegen dem Mann aus Münsingen um die Ohren. Bei unglücklichen Gegentoren musste er vielfach als Sündenbock herhalten, gefallen liess er sich die Pfiffe der Fans nicht immer. «Das sind Leute, die nicht viel Ahnung haben von Fussball», sagte er einmal, als er gegen Freiburg bei einem Schuss aus 40 Metern danebengriff.

Die Aussage erwies sich als Bumerang. «Das war ein Fehler. Das habe ich dann auch zu spüren gekriegt», gesteht Bürki im Interview mit «Eurosport». Seine teils unbedarfte, aber auch unberechenbare Seite spiegelt sich auch in seinem Spiel, das von genial bis grotesk reicht. Die Aufarbeitung passiert dabei im kleinen Kreis: «Ich weiss oft selber, was ich falsch gemacht habe. Die Fehler werden dann intern besprochen und analysiert», erklärt Bürki, der schon als Jugendlicher von einem Mentaltrainer begleitet wird. «Jede Kleinigkeit, die hilft, sollte man als Spieler in Anspruch nehmen, um eine konstante Leistung zu bringen.»

Geprägt hat ihn ein Erlebnis bei den Young Boys, als er als Teenager – geplagt von der Angst des Scheiterns – das Probetraining in Bern absagen wollte. Der FC Thun hatte ihm zuvor einen Korb gegeben. «Ich war einfach enttäuscht, dass es bei einem Club nicht geklappt hat, und dann kommt YB, ein noch grösserer Club», erzählt Bürki und erinnert sich, wie sein Vater ihn richtig gezwungen hatte, den nächsten Termin trotzdem wahrzunehmen. «Das hat schlussendlich meine Karriere gerettet.»

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