Robert de Niro: «Mein Vater war schwul»
Aktualisiert

Robert de Niro«Mein Vater war schwul»

Zum ersten Mal spricht Hollywood-Star Robert de Niro über seine Kindheit – besonders über das Kapitel, das ihn am meisten belastete: sein schwuler Vater.

von
lme

«Ich hatte keine Ahnung, dass mein Vater eigentlich schwul ist. Wir haben auch nicht viel darüber geprochen. Meine Mutter hat solche Dinge totgeschwiegen und mich hat es bis zu einem gewissen Alter gar nicht interessiert», sagt Robert De Niro in einem Interview mit dem «Out»-Magazin. Worauf er anspricht? Es geht um seinen Vater, den Künstler Robert de Niro senior. 20 Jahre nachdem der Vater des 70-jährigen Schauspielers verstarb, spricht er erstmals über ihre Beziehung. «Wir waren nicht diejenigen, die zusammen Baseball spielten. Aber wir hatten eine starke Bindung – auch wenn wir nicht viel Zeit miteinander verbrachten.»

«Er war innerlich zerrissen»

Um die Geschichte aufzuarbeiten hat der Oscarpreisträger einen Dokumentarfilm über seinen Vater gedreht. In «Remembering The Artist Robert De Niro Sr.» erzählt De Niro die intime Vater-Sohn-Beziehung, beleuchtet die künstlerische Arbeit des abstrakt-expressionistischen Malers und schildert eindrücklich, wie sein Vater unter seiner unterdrückten Homosexualität litt. Im Interview mit dem «Out»-Magazin fällt die Bilanz einigermassen traurig aus: «Für mich war er immer ein grossartiger Maler. Ja, wahrscheinlich war er innerlich wegen seiner Homosexualität sehr zerrissen, aber ich habe nicht viel davon mitbekommen. Ich wünschte, wir hätten mehr darüber gesprochen.»

«Remembering the Artist Robert De Niro Sr.» läuft am 9. Juni zum ersten Mal auf dem US-Pay-TV-Sender HBO.

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