Britney Spears packt aus - «Mein Vater zwingt mich zur Verhütung»
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Britney Spears packt aus«Mein Vater zwingt mich zur Verhütung»

Erstmals hat Britney Spears persönlich vor Gericht über die langjährige Vormundschaft ihres Vaters gesprochen. Ihre fünf schockierendsten Aussagen.

von
Katja Fischer
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Britney Spears (39) kämpft seit Langem gegen die Vormundschaft ihres Vaters. Seit 13 Jahren regelt Jamie Spears (69) ihre rechtlichen und finanziellen Angelegenheiten. 

Britney Spears (39) kämpft seit Langem gegen die Vormundschaft ihres Vaters. Seit 13 Jahren regelt Jamie Spears (69) ihre rechtlichen und finanziellen Angelegenheiten.

Instagram/britneyspears
Am Mittwoch, 23. Juni, hat Britney nun erstmals persönlich vor Gericht ausgesagt. Sie war telefonisch zugeschaltet.  

Am Mittwoch, 23. Juni, hat Britney nun erstmals persönlich vor Gericht ausgesagt. Sie war telefonisch zugeschaltet.

Instagram/britneyspears
In einer 20-minütigen Zeugenaussage schilderte Britney traumatische Erfahrungen unter der Vormundschaft ihres Vaters. 

In einer 20-minütigen Zeugenaussage schilderte Britney traumatische Erfahrungen unter der Vormundschaft ihres Vaters.

Instagram/britneyspears

Darum gehts

  • Britney Spears (39) hat im Vormundschaftsstreit gegen ihren Vater erstmals selbst eine Zeugenaussage vor Gericht gemacht.

  • Ihr rund 20-minütiges Statement enthielt schockierende Erlebnisse, die ihr während ihrer 13-jährigen Vormundschaft widerfahren sein sollen.

  • Ihr Vater habe es genossen, sie zu kontrollieren, sie sei auf Lithium gesetzt worden und werde gezwungen, zu verhüten, sagte sie etwa.

  • Ex-Freund Justin Timberlake (40) machte sich kurz später öffentlich für Britney stark.

  • Wir fassen fünf wichtige Stellen aus Britneys Aussage zusammen.

In ihrem juristischen Kampf gegen die inzwischen 13-jährige Vormundschaft ihres Vaters Jamie Spears (69) hat Popstar Britney Spears (39) am Mittwoch zum ersten Mal selbst ausgesagt. Sie wünsche sich nichts sehnlicher, als dass die Vormundschaft endlich beendet werde und sie die Kontrolle über ihr Leben zurückgewinne, so Britney vor dem Gericht in Los Angeles. Die Kontrolle ihres Vaters halte sie vom Leben ab.

Ihr eindringliches, rund 20-minütiges Statement verlas Britney am Telefon und es war gespickt mit pikanten Aussagen und heftigen Vorwürfen gegen ihren Vater und ihr Team. Kurz nach der Publikmachung wurde eine Solidaritätswelle in den sozialen Medien losgetreten.

Justin Timberlake macht sich für Britney stark

Auch ihr Ex-Freund Justin Timberlake (40), mit dem Britney in den 90ern zusammen war, meldete sich mit einer Botschaft in drei Tweets zu Wort. «Nach dem, was wir heute gesehen haben, sollten wir Britney alle unterstützen», schrieb der Sänger und Schauspieler. «Was auch immer Schlechtes oder Gutes in der Vergangenheit passiert ist und egal, wie lange all das her ist, was mit ihr passiert, ist einfach nicht richtig.»

Wir fassen nachfolgend die fünf brisantesten Stellen aus Britneys Gerichtsaussage zusammen.

Britney will Gefängnis für ihren Vater

Ihr Vater und «alle anderen, die in diese Vormundschaft involviert sind, sowie mein Management, das eine grosse Rolle bei der Bestrafung gespielt hat», sollten «ins Gefängnis», sagte Britney laut «NBC News», die das ganze Gerichts-Statement widergibt. Sie habe in den vergangenen 13 Jahren für ihren Vater gearbeitet, habe versucht, «so gut und hübsch, so perfekt» zu sein und alles getan, was er von ihre verlangt habe. Und der Staat Kalifornien habe das ihrem «ignoranten Vater» erlaubt.

Die Vormundschaft habe den Leuten, für die sie gearbeitet habe, «zu viel Kontrolle» gegeben. Wenn sie sich geweigert habe, hätten sie ihr gedroht.

Britney wurde Lithium verabreicht

Als sie den Wunsch geäussert habe, ihre Vegas-Show nicht mehr fortzuführen, habe ihr Therapeut die Medikamente drastisch umgestellt. «Drei Tage später, nachdem ich Nein zu Vegas gesagt hatte, setzte mich mein Therapeut in einen Raum und sagte, er habe eine Million Anrufe erhalten, dass ich bei den Proben nicht kooperiere und meine Medikamente nicht einnehme. All das war falsch», schilderte Britney. «Er hat mich sofort, am nächsten Tag, auf Lithium gesetzt.»

Ihre bisherigen Medikamente, die sie fünf Jahre lang eingenommen habe, seien ihr «aus dem Nichts heraus» gestrichen worden. «Und Lithium ist ein sehr, sehr starkes und komplett anderes Medikament verglichen mit jenen, die ich gewohnt war.» Sie habe sich mit der neuen medikamentösen Behandlung betrunken gefühlt und sich nicht mal mehr mit ihren Eltern darüber unterhalten können. Sechs verschiedene Pfleger seien in ihrem Zuhause gewesen und hätten sie einen Monat lang nirgendwo hinfahren lassen. Ihre Familie habe nichts dagegen unternommen, ihr Vater habe es sogar noch unterstützt.

Bist du oder ist jemand, den du kennst, von sexualisierter, häuslicher, psychischer oder anderer Gewalt betroffen?

Hier findest du Hilfe:

Polizei nach Kanton

Beratungsstellen der Opferhilfe Schweiz

Online- und Einzelchatberatung für Frauen, Männer, Jugendliche und Kinder

Lilli.ch, Onlineberatung für Jugendliche

Frauenhäuser in der Schweiz und Liechtenstein

Zwüschehalt, Schutzhäuser für Männer

LGBT+ Helpline, Tel. 0800 133 133

Dargebotene Hand, Sorgen-Hotline, Tel. 143

Pro Juventute, Beratung für Kinder und Jugendliche, Tel. 147

In Reha wurde Britney rund um die Uhr kontrolliert

Sie sei in ein kleines Rehabilitationsprogramm in ein Haus in Beverly Hills geschickt worden, schilderte Britney weiter. Ihr sei gesagt worden, sie müsse dafür 60’000 Dollar im Monat zahlen. Sie habe dann «eine Stunde lang am Telefon geweint» und ihr Vater habe «jede Minute davon genossen. Er habe es geliebt, die Kontrolle darüber zu haben, «seine eigene Tochter zu 100’000 Prozent zu verletzen».

Sie habe darauf ihre Sachen gepackt und sei in die Reha gegangen. Sieben Tage die Woche habe sie gearbeitet, keinen einzigen Tag frei gehabt, das sei vergleichbar mit «Sexhandel», so Britney. Von Kreditkarte über Reisepass bis zum Telefon sei ihr alles abgenommen worden. Und sie habe rund um die Uhr unter Aufsicht gestanden, sogar, als sie sich umgezogen habe. Ihre Kinder oder ihren Freund habe sie in dieser Zeit nicht sehen dürfen.

Britney weint «jeden Tag»

Nach den Schilderungen über die Reha fügte Britney an, dass sie vor zwei Jahren mit der Aussage «Ich bin okay. Und ich bin glücklich» gelogen habe. «Ich war schockiert. Ich war traumatisiert.» Aber jetzt sage sie die Wahrheit. «Ich bin nicht glücklich. Ich kann nicht schlafen. Ich bin so wütend. Es ist verrückt. Ich bin depressiv. Ich weine jeden Tag.»

Britney darf keine Kinder bekommen

Aufgrund ihrer Vormundschaft dürfe sie zurzeit weder heiraten noch Kinder bekommen, fügte Britney am Ende ihres langen Statement an. Sie werde zur Verhütung gezwungen und habe eine Spirale, um nicht schwanger werden zu können. «Ich wollte die Spirale herausnehmen lassen, um ein weiteres Kind zu bekommen.» Aber «mein sogenanntes Team» lasse sie nicht zum Arzt gehen.

Sie verdiene es, ein Leben zu haben. «Ich verdiene es, ein, zwei oder drei Jahre Pause zu machen und nur das zu tun, was ich will», so Britney abschliessend. Und sie habe es satt, sich alleine zu fühlen. «Ich verdiene es, die gleichen Rechte wie jeder andere zu haben.»

Vater Jamie kontrolliert seit 13 Jahren alles

Seit 2008 steht Britney Spears unter der Vormundschaft ihres Vaters Jamie Spears – damit verfügt er seit rund 13 Jahren über alle rechtlichen und finanziellen Angelegenheiten seiner Tochter. Im vergangenen Jahr ist Britney vor Gericht gezogen, um ein Ende der der Vormundschaft ihres Vater zu erwirken. Im Februar verfügte ein Urteil, dass Jamie Spears weiterhin das Vermögen seiner Tochter verwalten soll, zusammen mit einem Co-Vormund.

Der jahrelange juristische Streit rückte zuletzt dank des Dokumentarfilms «Framing Britney Spears» in den Fokus der Öffentlichkeit. Unter dem Hashtag #FreeBritney forderten tausende Fans in den sozialen Medien das Ende der Vormundschaft.

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