Neben Schule verteilt: «Meine 6-Jährige hatte einen Sex-Flyer unter ihrem Kopfkissen»

Publiziert

Neben Schule verteilt«Meine 6-Jährige hatte einen Sex-Flyer unter ihrem Kopfkissen»

Auf dem Parkplatz neben einer Bieler Schule wurden Sex-Flyer auf den Windschutzscheiben der Autos angebracht. Nicht nur die Mutter einer Schülerin ist empört.

von
Zoé Stoller
1 / 4
Ein sechsjähriges Mädchen fand auf dem Parkplatz neben ihrer Schule in Biel einen Sex-Flyer.

Ein sechsjähriges Mädchen fand auf dem Parkplatz neben ihrer Schule in Biel einen Sex-Flyer.

20min/News-Scout
Als die Mutter diesen unter dem Kopfkissen ihrer Tochter vorfand, war sie schockiert.

Als die Mutter diesen unter dem Kopfkissen ihrer Tochter vorfand, war sie schockiert.

News-Scout
Der Manager der Sex-Seite hatte keine Kenntnis davon, dass die Flyer neben einer Schule verteilt wurden. Er sagt: «Es tut mir unglaublich leid.»

Der Manager der Sex-Seite hatte keine Kenntnis davon, dass die Flyer neben einer Schule verteilt wurden. Er sagt: «Es tut mir unglaublich leid.»

News-Scout

Darum gehts

Als News-Scout G. S.* ihre Tochter von der Schule in Biel abholte, war diese ganz unruhig und geheimnistuerisch. «Ich wusste, dass sie etwas vor mir versteckte», sagt S. «Zuhause sah ich dann, dass meine Sechsjährige einen Sex-Flyer unter ihrem Kopfkissen versteckt hatte.» Das Flugblatt hatte die Tochter auf dem Parkplatz neben ihrer Schule gefunden.

Auf allen Autos des Parkplatzes seien die Flyer unter den Scheibenwischern eingeklemmt gewesen. «Die Kinder müssen bei diesem Parkplatz durchlaufen, um nach Hause zu gehen», so S. Weil sie wahrscheinlich neugierig gewesen seien, hätten sie wohl einen mitgenommen. S. findet diese Art von Werbung problematisch: «Ich frage mich einfach: ‹Warum hier?› Es ist völlig daneben, dass man solche Werbung ungefragt erhält – und das noch neben einem Schulhaus. Das hat mich richtig schockiert», sagt sie zu 20 Minuten.

Was hältst du davon, dass die Flyer beim Parkplatz neben einer Schule verteilt wurden?

«Pornografie und Prostitution ist ein anderes Kaliber»

Für die Bielerin sei es schwierig gewesen, ihrer Tochter zu erklären, was auf dem Flugblatt genau beworben werde: «Ich kann meiner Tochter zwar die Fortpflanzung erklären, aber Pornografie und Prostitution ist ein anderes Kaliber.» Ihrer Ansicht nach sei es noch «viel zu früh», ihre Sechsjährige darüber aufzuklären.

S. habe versucht, die Firma, die auf den Flyern beworben wird, anzurufen. Weil niemand rangegangen sei, habe sie eine Nachricht hinterlassen. «Ich habe ihnen gesagt, dass das für mich gar nicht in Ordnung ist. Schliesslich grenzt der Parkplatz gleich an den Kindergarten und die erste und zweite Klasse», sagt die Mutter.

«Es tut mir unglaublich leid»

Auf Anfrage ist der Manager der Sex-Seite bestürzt: «Die Flyer waren eigentlich nur dafür gedacht, um sie in Clubs zu verteilen. Ich weiss nicht, wie es dazu kommen konnte, dass sie auf Autos eines Parkplatzes neben einer Schule geraten sind. Es tut mir unglaublich leid», sagt er zu 20 Minuten. Man habe nie gewollt, dass die Flugblätter auf die Strasse und in die Hände von Kindern gelangten. Normalerweise würden diese einzig in den Bordellen verteilt. In Zukunft werde er noch mehr darauf achten, dass die Flyer wirklich nur in Clubs und Studios abgegeben werden. «Ich möchte mich hiermit herzlichst bei der Mutter entschuldigen», so der Manager.

«Ein absolutes No-Go»

Auf der Rückseite des Flugblattes ist unter anderem eine Anzeige einer Firma platziert. Von der Medienstelle des Unternehmens heisst es auf Anfrage: «Ich finde es ein absolutes No-Go, so etwas an öffentlichen Orten zu verteilen – vor allem in der Nähe von Schulen oder Kindergärten.» Man habe keine Kenntnis davon gehabt, dass diese Flyer neben der Bieler Schule verteilt würden: «Die sollten in Clubs und Studios verteilt werden, also intern.»

Und weiter: «Ich kann verstehen, dass die Mutter aufgeregt ist.» Es sei jedoch «sicher nicht mit Absicht passiert.» Die Firma habe nun intern eine Untersuchung eingeleitet und werde sich in Zukunft schriftlich bestätigen lassen, wo die Flyer verteilt würden, «um mit dem Thema etwas sensibler umzugehen.»

*Name der Redaktion bekannt

Etwas gesehen, etwas gehört?

Schick uns deinen News-Input!

Speichere unseren Kontakt im Messenger deiner Wahl und sende spannende Videos, Fotos und Dokumente schnell und unkompliziert an die 20-Minuten-Redaktion.

Handelt es sich um einen Unfall oder ein anderes Unglück, dann alarmiere bitte zuerst die Rettungskräfte.

Die Verwendung deiner Beiträge durch 20 Minuten ist in unseren AGB geregelt: 20min.ch/agb

Aktivier jetzt den Bern-Push!

Keine News mehr verpassen

Mit dem täglichen Update bleibst du über deine Lieblingsthemen informiert und verpasst keine News über das aktuelle Weltgeschehen mehr.
Erhalte das Wichtigste kurz und knapp täglich direkt in dein Postfach.

Deine Meinung

22 Kommentare