Frag Lilli - «Meine beste Freundin wurde vergewaltigt – was tun?»
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Frag Lilli«Meine beste Freundin wurde vergewaltigt – was tun?»

Wie geht man damit um, wenn eine geliebte Person sexuelle Gewalt erfahren hat? Lilli erklärt, warum Grenzen jetzt besonders wichtig sind und was du tun kannst, um zu helfen.

von
Meret Steiger
Wenn man hört, dass geliebte Menschen Gewalt erfahren haben, überfordert das erst mal. 

Wenn man hört, dass geliebte Menschen Gewalt erfahren haben, überfordert das erst mal.

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Frage:

Meine beste Freundin hat mir (w, 19) erzählt, dass sie bei einer Party vergewaltigt wurde. Ich bin total überfordert damit. Ich hab ihr erst mal einfach nur zugehört. Ich will ihr helfen. Was kann ich tun?

Das meint Lilli:

Es war schon mal gut, was du bisher getan hast. Du hast ihr zugehört und du wendest dich an Fachpersonen, um zu schauen, wie du sie sinnvoll unterstützen kannst.

Es ist verständlich, dass das, was sie dir erzählt hat, auch für dich schwierig sein kann. Wenn du das Bedürfnis nach Unterstützung hast, kannst du dich an eine Opferhilfeberatungsstelle wenden. Sie sind auch für Freundinnen und Freunde von Betroffenen da.

Oft sind Angehörige, Freundinnen und Freunde überfordert damit, Personen zu unterstützen, die sexuelle Gewalt erlebt haben. Das ist normal. Die Situation ist neu und mit starken Gefühlen verbunden. In Opferhilfeberatungsstellen arbeiten Fachleute, die deine Fragen beantworten können und viel Erfahrung mit den Folgen sexueller Übergriffe haben.

«Sie braucht jetzt Menschen, die ihren Willen achten»

Du brauchst jetzt keine grossen Hilfsaktionen zu starten. Am besten, du versuchst, möglichst ruhig zu bleiben. Wichtig ist, dass sie bei allem mitentscheiden kann, was rund um ihr Erlebnis passiert. Versetz dich in ihre Lage: Sie hat gerade erlebt, dass ihre Grenzen massiv missachtet wurden. Sie braucht jetzt ein Umfeld von Menschen, die ihren Willen achten. Und egal was für eine Geschichte sie erzählt, glaube sie. Denn Reden ist besonders hilfreich, wenn sie merkt, dass du ihr glaubst. Damit hilfst du ihr, den eigenen Gefühlen und der eigenen Wahrnehmung wieder mehr zu vertrauen. Respektiere es auch, wenn sie nicht reden möchte.

Erfahre mehr zum Thema unter lilli.ch/20minuten und besuche Lilli.ch bei Instagram.

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Bist du oder ist jemand, den du kennst, von sexualisierter, häuslicher, psychischer oder anderer Gewalt betroffen?

Hier findest du Hilfe:

Polizei nach Kanton

Beratungsstellen der Opferhilfe Schweiz

Lilli.ch, Onlineberatung für Jugendliche

Frauenhäuser in der Schweiz und Liechtenstein

Zwüschehalt, Schutzhäuser für Männer

Agredis, Gewaltberatung von Mann zu Mann, Tel. 078 744 88 88

LGBT+ Helpline, Tel. 0800 133 133

Dargebotene Hand, Sorgen-Hotline, Tel. 143

Pro Juventute, Beratung für Kinder und Jugendliche, Tel. 147

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