Kavanaughs wütende Rede: «Meine Familie und mein Name sind zerstört»
Aktualisiert

Kavanaughs wütende Rede«Meine Familie und mein Name sind zerstört»

Die Missbrauchsvorwürfe mehrerer Frauen sind happig. Doch der Supreme-Court-Kandidat von US-Präsident Trump schwört vor Gott, die Wahrheit zu sagen.

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Der Kandidat für das oberste US-Gericht, Brett Kavanaugh, hat die gegen ihn erhobenen Vorwürfe der sexuellen Gewalt wütend zurückgewiesen.

Der Kandidat für das oberste US-Gericht, Brett Kavanaugh, hat die gegen ihn erhobenen Vorwürfe der sexuellen Gewalt wütend zurückgewiesen.

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Die Psychologieprofessorin Christine Blasey Ford hatte zuvor dem Ausschuss im Detail geschildert, wie Kavanaugh sie vor 36 Jahren während einer Teenager-Party zu vergewaltigen versucht habe.

Die Psychologieprofessorin Christine Blasey Ford hatte zuvor dem Ausschuss im Detail geschildert, wie Kavanaugh sie vor 36 Jahren während einer Teenager-Party zu vergewaltigen versucht habe.

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WASHINGTON, DC - SEPTEMBER 27:  Christine Blasey Ford attends a hearing of the U.S. Senate Judiciary Committee at the Dirksen Senate Office Building on Capitol Hill September 27, 2018 in Washington, DC. Blasey Ford, a professor at Palo Alto University and a research psychologist at the Stanford University School of Medicine, has accused Supreme Court nominee Brett Kavanaughof sexually assaulting her during a party in 1982 when they were high school students in suburban Maryland.  (Photo by Andrew Harnik-Pool/Getty Images)

WASHINGTON, DC - SEPTEMBER 27: Christine Blasey Ford attends a hearing of the U.S. Senate Judiciary Committee at the Dirksen Senate Office Building on Capitol Hill September 27, 2018 in Washington, DC. Blasey Ford, a professor at Palo Alto University and a research psychologist at the Stanford University School of Medicine, has accused Supreme Court nominee Brett Kavanaughof sexually assaulting her during a party in 1982 when they were high school students in suburban Maryland. (Photo by Andrew Harnik-Pool/Getty Images)

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Der Kandidat für das oberste US-Gericht, Brett Kavanaugh, hat die gegen ihn erhobenen Vorwürfe der sexuellen Gewalt wütend zurückgewiesen. «Meine Familie und mein Name sind durch diese bösartigen und falschen Anschuldigungen zerstört worden», sagte Kavanaugh am Donnerstag in lautem und erregtem Ton und mit zornigem Gesichtsausdruck vor dem Justizausschuss des Senats.

«Ich habe niemals jemanden sexuell angegriffen», sagte Kavanaugh in der Anhörung in Washington. Er bezeichnete den Verlauf seines Nominierungsverfahrens als eine «nationale Schande» und sich selbst als Opfer einer «kalkulierten und orchestrierten» politischen Kampagne. An einigen Stellen seines hochemotionalen Vortrags konnte der 53-Jährige ein Schluchzen nicht unterdrücken. Er schwor am Ende vor Gott, die Wahrheit gesagt zu haben.

Vorwürfe von drei Frauen

Die Psychologieprofessorin Christine Blasey Ford hatte zuvor dem Ausschuss im Detail geschildert, wie Kavanaugh sie vor 36 Jahren während einer Teenager-Party zu vergewaltigen versucht habe. Sie sagte, sie sei sich zu «100 Prozent» sicher, dass Kavanaugh der Angreifer gewesen sei.

In den vergangenen Tagen hatten noch zwei weitere Frauen den Richter sexueller Übergriffe beschuldigt. Kavanaugh war im Juli von US-Präsident Donald Trump für das Oberste Gericht ernannt worden. Damit er den lebenslangen Posten antreten kann, muss der Senat zustimmen. Sein Nominierungsprozess verzögerte sich durch die Anschuldigungen.

Christiane Ford sagt zu Brett Kavanaugh aus

Christiane Ford sagt zu Brett Kavanaugh aus

Ford wirft Kavanaugh vor, 1982 versucht zu haben, sie zu vergewaltigen. (Video: Tamedia/AFP/AP)

«Seine Aussage war ehrlich und fesselnd»

US-Präsident Donald Trump lobte den Auftritt Kavanaughs vor. Gleichzeitig stellte er sich klar hinter den mit Missbrauchsvorwürfen konfrontierten Richter. «Richter Kavanaugh hat Amerika gezeigt, warum ich ihn nominiert habe», schrieb Trump am Donnerstagabend wenige Minuten, nachdem die Anhörung vor dem US-Senat zu den Anschuldigungen gegen Kavanaugh endete. «Seine Aussage war stark, ehrlich und fesselnd.»

Die Strategie der Demokraten, die Ernennung des Richters für den Supreme Court zu verhindern, sei schändlich, kritisierte der US-Präsident. Der Senat müsse nun über die Personalie abstimmen, verlangte Trump in seinem Tweet.

Am Mittwoch hatte Trump den Kandidaten Kavanaugh zwar weiter verteidigt, aber zugleich betont, falls er den Richterkandidaten für schuldig halte, könne er seine Meinung zu dessen Nominierung ändern. (afp)

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