Dominique Aegerter: Töff-Star hässig wegen Nicht-Nomination

Publiziert

Dominique Aegerter«Meine Fans finden es unverschämt» – Töff-Star hässig wegen Nicht-Nomination

Dominique Aegerter hat in dieser Saison Sieg um Sieg eingefahren, trotzdem darf der 32-Jährige an den Sports Awards nicht teilnehmen. Der Frust ist beim Berner gross.

von
Adrian Hunziker
1 / 9
Töff-Pilot Dominique Aegerter ist enttäuscht. 

Töff-Pilot Dominique Aegerter ist enttäuscht. 

freshfocus
Trotz überragender Saison wurde der 32-Jährige nicht für die Sports Awards nominiert. 

Trotz überragender Saison wurde der 32-Jährige nicht für die Sports Awards nominiert. 

freshfocus
Seine Enttäuschung zeigte der Motorradrennfahrer auch auf Social Media. 

Seine Enttäuschung zeigte der Motorradrennfahrer auch auf Social Media. 

Insta

Darum gehts

«Ein WM-Titel plus kurz vor dem zweiten, 18 Siege und 26 Podiums-Plätze – ich weiss nicht, was ich als Sportler noch mehr erreichen kann.» Der Frust ist Töff-Profi Dominique Aegerter anzuspüren, er ist schwer enttäuscht. Das zeigt der 32-Jährige auch auf Social Media. Der Grund für seinen Frust? Der aktuell beste Motorradrennfahrer der Schweiz wurde nicht für die am 11. Dezember stattfindenden Sports Awards nominiert. Das tut weh, gerade nach so einer überragenden Saison. 

Im Gespräch mit 20 Minuten sagt Aegerter, der aktuell in Indonesien weilt und am Wochenende in einer Woche zwei Rennen in der Supersport-Klasse absolvieren wird: «Es ist enttäuschend, dass ich nicht nominiert wurde.» Natürlich mag der Berner jedem Sportler und jeder Sportlerin die Nomination gönnen. Aber: Er dachte bereits letztes Jahr, dass es für eine Nomination reichen würde. 

Kein persönlicher Kontakt

Aegerter war da schon Weltmeister im Supersport und Vize-Weltmeister in der MotoE geworden, «ich hatte eine fantastische Saison. Ich dachte nicht, dass ich diese noch toppen kann, was ich nun schon beinahe habe». Deshalb dachte sich der ehemalige Moto2-Pilot, dass es dieses Mal doch sicher reichen würde. Dem war nicht so. Als sein Bruder sich bei der Sports-Awards-Organisation meldete und nachfragte, weshalb dem nicht so ist, wurde ihm gesagt, die Jury entscheide, wer nominiert wird. 

Auf Anfrage von 20 Minuten erklärte Ralph Stöckli, Vertreter von Swiss Olympic im Wahlausschuss der Sports Awards: «Sowohl auf nationaler als auch auf internationaler Ebene erbringen zahlreiche Schweizer Sportlerinnen und Sportler regelmässig herausragende Leistungen. Das Feld der möglichen Nominierten war entsprechend gross. Auch Dominique Aegerter ist zweifellos ein sehr erfolgreicher Athlet.» Dann folgt das Aber: «Auf Basis der im Wahlreglement definierten Nominationskriterien und unter Berücksichtigung der massgebenden Wahlperiode vom 1. November 2021 bis zum 31. Oktober 2022 gelangte der Wahlausschuss jedoch zur Überzeugung, dass sich in diesem Jahr andere Persönlichkeiten noch mehr für die Auszeichnung Sportler des Jahres aufdrängten.» 

Und weiter: «Aber natürlich ist uns angesichts der enormen Breite im Schweizer Sport die Entscheidung, welche Athleten auf die Nominationsliste kommen, nicht leichtgefallen.» Das kann auch Aegerter verstehen, der meinte: «Es ist für sie sicher auch ein schwieriger Entscheid, wen sie auswählen, weil wir haben sehr viele gute Schweizer Sportler, die weltweit für Aufsehen sorgen.» Was ihn aber speziell enttäuscht, ist, dass die Veranstalter sich nicht persönlich bei ihm meldeten. «Wenn sie mir erklärt hätten, warum es nicht reichte, dann würde ich das auch verstehen. Das ist nicht geschehen.»

«Sie finden es unverschämt»

Als er die Nachricht der Nicht-Nomination von seinem Bruder erhielt, postete er das auf seinen sozialen Kanälen, um zu sehen, was die Fans davon halten. «Das tat mir gut, denn die meisten sind auch enttäuscht und finden es unverschämt, dass es nicht reichte. Ich bekam brutal viele Nachrichten.» Dem Töff-Piloten ist klar, dass die Nomination «nur» eine Nebensache ist, eine Bereicherung sei es dennoch. «Ich vertrete die Schweiz seit 15 Jahren in Weltmeisterschaften, immer mit dem Schweizer Kreuz auf dem Helm, dieses Jahr habe ich den Schweizer Psalm 18 Mal gehört. Dahingehend ist es etwas ungerecht, dass unsere Sportart nicht olympisch ist», so Aegerter. 

Er findet es schade, dass der Motorsport in der Schweiz untervertreten ist. «Als Schweizer Motorradrennfahrer ist es schwierig, etwas zu erreichen, man muss hart kämpfen. Und so ist es auch schwierig für die Zukunft, wenn unsere Sportart am TV nicht stattfindet.» Zwar ist der Frust beim Töff-Piloten gross, er muss sich nun aber wieder auf seine Arbeit konzentrieren. In Indonesien und Australien kann er noch vier Rennen fahren, die Titelverteidigung in der Supersport-Klasse ist das klare Ziel, sie steht kurz bevor. Nächstes Jahr greift der Schweizer in der Superbike-Serie nach Erfolgen. 

Keine News mehr verpassen

Mit dem täglichen Update bleibst du über deine Lieblingsthemen informiert und verpasst keine News über das aktuelle Weltgeschehen mehr.
Erhalte das Wichtigste kurz und knapp täglich direkt in dein Postfach.

Deine Meinung

60 Kommentare