Mein Horrordate: «Meine Freundin hat ihre Mutter zum Jahrestags-Dinner mitgebracht!»

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Mein Horrordate«Meine Freundin hat ihre Mutter zum Jahrestags-Dinner mitgebracht!»

Timo (23) datet die 21-jährige Sandra. Dass die junge Frau ihre Mutter zum gemeinsamen Abendessen mitbringt, stellt die Beziehung auf die Probe.

von
Meret Steiger
Sandra (21) ist schon ein Jahr mit Timo (23) zusammen. Zum Jahrestags-Essen bringt sie ihre Mutter mit. Ist das das Ende?

Sandra (21) ist schon ein Jahr mit Timo (23) zusammen. Zum Jahrestags-Essen bringt sie ihre Mutter mit. Ist das das Ende?

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Darum gehts

  • Timo (23) datet die 21-jährige Sandra schon seit einem Jahr und ist mit ihr sehr glücklich.

  • Der einzige Haken: Sandras Mutter Elena, die sich gerne in die Beziehung einmischt.

  • Sie mag Timo nicht, was die Situation kompliziert macht.

  • Als Sandra ihre Mutter zum Jahrestags-Dinner mitbringt, zweifelt Timo an seiner Beziehung.

«Als ich Sandra damals kennengelernt habe, habe ich früh mitbekommen, dass sie eine sehr enge Beziehung zu ihrer Mutter hat. Ihr Vater ist einige Jahre zuvor verstorben und Sandra und ihre Mutter sind so das typische ‹Meine Mutter ist eigentlich meine beste Freundin›-Duo. Herzig, eigentlich.»

Weniger herzig ist, dass Sandras Mutter, Elena, mich nicht mag. So wirklich gar nicht. Dabei habe ich nichts wirklich falsch gemacht, ich war immer sehr höflich und habe versucht, einen guten Eindruck zu machen. Alles ohne Erfolg, Elena war mir gegenüber immer sehr kühl und kritisch. Anyway. Ich bin ja mit Sandra zusammen, nicht mit ihrer Mutter, deswegen war das kein Problem. Bis zu unserem Jahrestag.

«Ich dachte erst noch, ihre Mutter habe sie bloss eben zum Restaurant gefahren …»

Für unser Einjähriges möchte ich Sandra in ein richtig gutes Restaurant ausführen. Sandra ist Vegetarierin und auch ich habe mich im vergangenen Jahr mehr und mehr mit pflanzlicher Ernährung beschäftigt. Logisch, dass ich für unseren Jahrestag in einem Veggie-Restaurant buche. Ich warte vor dem Eingang und freue mich auf einen schönen Abend mit meiner Freundin und gutem Essen.

Als sie um die Ecke biegt, erstarre ich. Sandra hat ihre Mutter dabei. Ich hoffe im ersten Moment noch, dass Elena Sandra nur zum Restaurant gefahren hat, aber bei der Begrüssung wird schnell klar, dass das nicht der Fall ist. ‹Schatz, schau, meine Mama hat sich heute so einsam gefühlt, da dachte ich, sie kann doch mit uns essen …›, sagt Sandra und schaut mich entschuldigend an. Elena wird also mit uns mitessen. Grossartig. Nicht.

«Elena kann einfach nicht aufhören, an allem rumzumäkeln»

Schon als wir das Restaurant betreten, sehe ich, wie Elena missbilligend um sich sieht. Das kann ja heiter werden. Wir haben uns kaum hingesetzt, da fängt sie auch schon an, sich über das Menü zu beschweren: Warum es denn hier kein Fleisch gebe und überhaupt, was wir hier für eine Hippie-Beiz gewählt hätten und so weiter.

Bei der Bestellung fragt Sandras Mutter ernsthaft nach, ob sie zu ihrem Salat nicht vielleicht ein Pouletbrüstli haben könnte. In einem vegetarischen Restaurant! Kurz darauf schiesst sie sich auf mich ein. ‹Ach, Timo, für einen solchen Anlass hättest du dir aber auch ruhig etwas Schickeres anziehen können›, sagt sie und mustert mein Outfit.

«Ich bin nicht sicher, ob ich mit Elena als potenzieller Schwiegermutter leben kann»

So geht es während des ganzen Abendessens weiter. Sie findet, ich habe zu wenig berufliche Ambitionen, ihr gefällt mein Auto nicht (‹Das ist so ein prolliger Schlitten, nein, da möchte ich Sandra nicht drin haben›) und überhaupt verschwende ich die Lebenszeit ihrer Tochter.

Ganz ehrlich, ich ertrage das alles. Aber was mich wirklich mitnimmt, ist, dass Sandra mich kein einziges Mal verteidigt. Sie zuckt nur entschuldigend mit den Schultern und isst weiter. Dieses Verhalten lässt mich an dieser Beziehung zweifeln. Von einer Partnerin erwarte ich schon, dass sie in einem solchen Fall auf meiner Seite steht. Und ich weiss echt nicht, ob ich mit Elena als potenzieller Schwiegermutter leben kann.

*Namen geändert

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