20.11.2020 09:37

Corona-Ansteckungsrisiko«Meine Katze hatte Corona»


Kater Parzival begann plötzlich zu husten – wenige Tage nachdem Melanie N.* ihr positives Corona-Testergebnis erhielt. Eine Studie der Universität Zürich zeigte nun: Das Büsi hatte sich tatsächlich mit Corona angesteckt.

von
Céline Krapf
Joel Probst
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Nachdem seine Besitzerin Corona hatte, wies auch Parzival Symptome auf (Symbolbild).

Nachdem seine Besitzerin Corona hatte, wies auch Parzival Symptome auf (Symbolbild).

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Deshalb war sie von Beginn weg überzeugt: Das Büsi hat Corona.

Deshalb war sie von Beginn weg überzeugt: Das Büsi hat Corona.

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«Er hustete und nieste wenige Tage, nachdem ich positiv getestet wurde», sagt Melanie N.*

«Er hustete und nieste wenige Tage, nachdem ich positiv getestet wurde», sagt Melanie N.*

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Darum gehts

  • Nachdem sich seine Besitzerin mit Corona infiziert hatte, wurde auch Kater Parzifal krank.

  • Die Vetsuisse-Fakultät an der Universität Zürich untersucht gegenwärtig Haustiere in Corona-Haushalten, um die Bedeutung der Vierbeiner in der Pandemie zu eruieren.

  • Es stellte sich dabei heraus: Parzifal hatte tatsächlich Corona.

  • Die Studie sagt aber aus: Ganz könne man eine Infektion vom Tier auf den Menschen nicht ausschliessen – das Risiko sei aber extrem klein.

Parzival* hat Corona. Er ist einer der wenigen Kater überhaupt, dem ein Positivtest vorliegt. Seine Besitzerin Melanie N.* aus dem Kanton Zürich steckte ihren vierbeinigen Freund wohl mit dem Virus an. «Er hustete und nieste wenige Tage, nachdem ich positiv getestet wurde», sagt Melanie N.* Nie habe sie so ein Husten bei ihrer Katze erlebt.

Deshalb war sie von Beginn weg überzeugt: Er hat Corona. «Mein Kater lag bei mir, als ich krank war», sagt N. «Büsis sind halt so, sie kommen vorbei und schmusen, wenn sie merken, dass es Frauchen nicht gut geht.» Die zweite Katze, die weniger zutraulich sei, habe keine Auffälligkeiten gezeigt. «Ich wusste nicht, wie ich reagieren sollte auf die Symptome», sagt N. Parzival sei sonst nie krank gewesen. «Ich machte mir grosse Sorgen – nicht um mich, sondern um die Tiere.» Das Antibiotikum vom Tierarzt nützte nichts. Dann bot sich die Chance, im Rahmen einer Studie die Katzen testen zu lassen.

3000 Tiere wurden getestet

Die Vetsuisse-Fakultät an der Universität Zürich untersucht gegenwärtig Haustiere in Corona-Haushalten, um die Bedeutung der Vierbeiner in der Pandemie zu eruieren. Die laufende Studie ist die zweite Untersuchung ihrer Art, bereits während der ersten Welle seien rund 3000 Proben getestet worden, schreibt Regina Hofmann-Lehmann, die Leiterin des Veterinärmedizinischen Labors. Davon seien aber nur einige wenige «schwach positiv» ausgefallen.

Parzifal ist demnach eine Ausnahme: Nachdem fünf verschiedene Proben von Maul, Nase, Fell, Kot und Bettchen eingereicht wurden Anfang November, kam diese Woche nun das positive Testresultat. «Genau wie ich es erwartet hatte», sagt N. Bei der zweiten Katze fiel der Test negativ aus – bei ihr wurden nur im Fell Coronaviren nachgewiesen, die wohl von Parzival stammen. Melanie N. möchte nun zur Aufklärung beitragen – ihr hätten Informationen gefehlt: «Ich war sehr beunruhigt, weil ich nicht wusste, was mit meiner Katze los ist.»

«Tiere auf keinen Fall desinfizieren»

Trotz Symptomen und möglicher Infektion: Mindestens für ihr Umfeld seien die Büsis aber keine Gefahr, beruhigt Expertin Hofmann-Lehmann. «Bisher können wir von keiner der untersuchten Katzen sagen, dass sie ein Infektionsrisiko für andere Tiere oder gar den Menschen dargestellt hätte.» Ganz könne man eine Infektion vom Tier auf den Menschen nicht ausschliessen – das Risiko sei aber extrem klein. «Die Einhaltung von Hygienemassnahmen im Umgang mit Tieren wird aber in jedem Fall empfohlen.»

Aber: «Katzen, Hunde und andere Tiere sollen auf keinen Fall desinfiziert werden», sagt Regina Hofmann-Lehmann. Die Aufnahme von Desinfektionsmittel während der Fellpflege könne toxisch wirken und zu Verbrennungen führen.

Umgang mit Haustier in Isolation

Noch ist nicht klar, welche Rolle Haustiere bei Ansteckungen mit dem Coronavirus spielen. Befindet sich eine an Covid erkrankte Person in Isolation, empfiehlt der Bund, das Tier zu Hause durch gesunde Personen betreuen zu lassen. Dabei soll der Kontakt zwischen Patient und Tier möglichst vermieden oder so weit wie möglich reduziert werden. Insbesondere infizierte Personen sollten beim Kontakt zu ihren Haustieren besonders auf Hygiene achten, engen Kontakt möglichst vermeiden, die Tiere nicht anhusten oder anniesen und sich von den Tieren nicht das Gesicht lecken lassen.

*Name der Redaktion bekannt

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Hier findest du Hilfe:

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Branchenhilfe.ch, Ratgeber für betroffene Wirtschaftszweige

Pro Juventute, Tel. 147

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128 Kommentare
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FW

20.11.2020, 13:35

Meine beiden freilaufenden Katzen sind beide sehr anhänglich und kommen und gehen wie sie wollen. Ich wohne alleine und werde jetzt wohl nicht einfach meine Katzen nicht mehr rauslassen oder gar nicht mehr knuddeln. Die würden durchdrehen.

goaqueen

20.11.2020, 13:12

Testen, testen, testen. Katzentestcenter müssen her. Masken bestellen solang noch erhältlich.....

Vasco

20.11.2020, 13:01

Portugiesisches Berufungsgericht hält PCR-Tests für nicht aussagekräftig. Bitte unbedingt nachlesen leute.