Aktualisiert 19.09.2018 08:34

An Leukämie erkrankt

«Meine krebskranke Mama braucht eure Hilfe»

Die Rheintalerin Brigitte Ricchello leidet seit rund zwei Monaten an Leukämie. Ihre Tochter (32) hat nun einen Typisierungstag in die Wege geleitet, um einen Spender für sie zu finden.

von
Julia Ullrich
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«Als der Arzt die Diagnose AML stellte, wurde meiner Mama sofort eine Chemotherapie verordnet», sagt Sabrina Ricchello, Tochter der Betroffenen. Nachdem die zweite Chemo angeschlagen hat, kann die Familie Ricchello endlich nach einem Spender suchen.

«Als der Arzt die Diagnose AML stellte, wurde meiner Mama sofort eine Chemotherapie verordnet», sagt Sabrina Ricchello, Tochter der Betroffenen. Nachdem die zweite Chemo angeschlagen hat, kann die Familie Ricchello endlich nach einem Spender suchen.

Sabrina Ricchello
«Es gibt zwar eine internationale Datenbank, aber da war leider niemand Passendes für meine Mama dabei», sagt Sabrina Ricchello betrübt. In der Schweiz kann man sich bereits mit einem Mundhöhlenabstrich typisieren lassen, dies sogar bequem von zu Hause aus.

«Es gibt zwar eine internationale Datenbank, aber da war leider niemand Passendes für meine Mama dabei», sagt Sabrina Ricchello betrübt. In der Schweiz kann man sich bereits mit einem Mundhöhlenabstrich typisieren lassen, dies sogar bequem von zu Hause aus.

SRK
«Leider dauert es aber zwei bis drei Monate, bis die Daten im System erfasst sind», sagt Nina Sonderegger, Sprecherin des Schweizer Registers für Blutstammzellenspender. Dies ist für Ricchello leider zu knapp.

«Leider dauert es aber zwei bis drei Monate, bis die Daten im System erfasst sind», sagt Nina Sonderegger, Sprecherin des Schweizer Registers für Blutstammzellenspender. Dies ist für Ricchello leider zu knapp.

«Nachdem die zweite Chemotherapie anschlug, können wir nun endlich nach einem Spender suchen», sagt Sabrina Ricchello gegenüber 20 Minuten. Ihre Mutter (59) ist vor rund zwei Monaten an Akuter Myeloischer Leukämie (AML) erkrankt und dringend auf einen Stammzellenspender angewiesen. Deshalb sucht sie nun über die sozialen Netzwerke potentielle Donoren.

«Angefangen hat alles damit, dass sich meine Mama häufig müde und abgekämpft fühlte, woraufhin wir einen Arzt aufgesucht haben», erzählt die 32-Jährige. Dieser habe eine Blutentnahme veranlasst und eine Diagnose gestellt – AML. «Sie bekam sofort eine Chemo verordnet, doch erst die zweite zeigte Wirkung», so die Tochter. Eine Stammzellenspende könne erst durchgeführt werden, wenn nur noch wenige Leukämiezellen im Körper vorhanden seien.

Zeit wird knapp

«Es gibt zwar eine internationale Datenbank, aber da war leider noch niemand Passendes für meine Mama dabei», sagt Sabrina Ricchello. Deshalb hofft sie, dass sich nun möglichst viele Menschen registrieren werden.

In der Schweiz kann man sich bereits mit einem Mundhöhlenabstrich typisieren lassen – dies sogar bequem von zuhause aus. «Leider dauert es aber zwei bis drei Monate, bis die Daten im System erfasst sind», sagt Nina Sonderegger, Sprecherin des Schweizer Registers für Blutstammzellenspender. Dies ist für Ricchello leider zu knapp: «Es ist eine tolle Sache, weil man vielen Menschen helfen kann. Doch ich weiss nicht, ob uns noch so viel Zeit bleibt.»

«Die Menschen sollten keine Angst haben»

Da die Familie in der Schweiz keine passende Anlaufstelle fand, wandte sie sich an den österreichischen Verein «Geben für Leben». Diese hatte bereits am 22. September eine Typisierungsaktion in der Fachhochschule Dornbirn für den zweijährigen Leonhard organisiert. «Deshalb nahmen sie meine Mama noch schnell mit auf – so kann man im Idealfall gleich zwei Leben retten», so die Heerbruggerin.

Die Typisierung als solches ist laut Ricchello harmlos: «Es wird lediglich ein Röhrchen Blut abgenommen. Ich will nicht, dass Menschen Angst haben, weil sie denken, dass sie eine Nadel ins Rückenmark bekommen würden.»

«Meine Mama braucht eure Hilfe»

Die Rheintalerin Brigitte Ricchello leidet seit rund zwei Monaten an Leukämie. Ihre Tochter (32) hat nun einen Typisierungstag in die Wege geleitet, um ihrer Mutter zu helfen.

Blutspende Schweiz erklärt die Spendearten von Blutstammzellen (Video: Blutspende SRK Schweiz)

Jeder Spender zählt

Auch wenn der passende Spender dabei wäre, müsse er nicht mit einem grossen Eingriff rechnen, sagt die 32-Jährige. «80 Prozent der Spenden laufen heute übers Blut, so dass eine Knochenmarkspende in den meisten Fällen ziemlich unwahrscheinlich ist», heisst es bei der Blutspende SRK Schweiz.

Bisher stösst Ricchello auf ausschliesslich positive Reaktionen auf den Online-Plattformen: «Du kannst mit mir rechnen» oder «ich wünsche dir und deiner Mama alles Glück der Welt», sind etwa Reaktionen. Ihr Beitrag wurde bisher rund 1300-mal geteilt.

Die Rheintalerin weiss, dass die Chance, einen kompatiblen Spender zu finden, gering ist. Aber genau deshalb appelliert sie an die Menschen, sich am 22. September typisieren zu lassen: «Jede Spende zählt und vielleicht kannst genau du ein Leben retten.»

Wer helfen will, kann dies am Samstag in der Fachhochschule Dornbirn (A) ohne Anmeldung tun.

Wer kommt als Spender in Frage?

Am 22.September darf jeder spenden, der über gute Gesundheit verfügt und zwischen 17 bis 45 Jahre alt ist. Des Weiteren muss der Spender mindestens 50 Kilogramm wiegen.

Diese Vorschriften dienen dem Selbstschutz.

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