Brooklyn-Basler Sam Himself ist der Best Crushing Newcomer im November und Dezember von 20 Minuten und den Swiss Music Awards: «Meine letzte Beziehung wurde via Facetime beendet»
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Brooklyn-Basler Sam Himself«Meine letzte Beziehung wurde via Facetime beendet»

Unser finaler Best Crushing Newcomer 2021 wohnt in New York, hat sich aber wieder in die Schweiz verliebt – die macht schliesslich auch nicht per Videocall Schluss.

von
Schimun Krausz

Yo Samuel Koechlin, wieso nennst du dich eigentlich Sam Himself?

D. Kerschenbauer/S. Krausz

Best Crushing Newcomer November/Dezember 2021

  • Name: Sam Himself (ja, äh, wer denn sonst, wenn nicht himself?)

  • Aus: Basel/Brooklyn

  • Alter: 21 (sagt er – als wir ihm ein Trambillett kauften, gab er als Geburtsdatum aber den 6.6.1966 an und das ist glaubs knapp nicht mehr 21)

  • Macht: Schwermütigen Post-Punk zum Heulen und Schwofen

  • Gibts auf: Instagram / Youtube / Spotify

Er liebt seine Wahlheimat New York

«Mein Plan war es, mit 18 nach New York zu ziehen, die Heimatstadt von The Velvet Underground und anderen Held*innen», erzählt Sam Himself 20 Minuten, «ich gründe eine Band, alle findens super und es läuft. Es kam aber ein wenig anders, die erste Lektion, die ich als junger Wurm im Big Apple lernte: «Nobody cares – until you give ‘em a reason!»

Auch wenn der Start vor etwas mehr als zehn Jahren holprig verlief: Der Basler liebt seine Wahlheimat. Einer der Gründe: «Manhattan ist aufgebaut wie ein Gitternetz, du hast Avenues und Streets im rechten Winkel zueinander – darum verirre ich mich dort auch nicht, im Gegensatz zu jeder anderen Stadt. Wenn die Ampeln der Avenues auf Rot stehen, sind die der Streets jeweils grün – darin steckt eine deepe Lebensphilosophie.»

Er hasste seinen Nebenjob als Comedy-Writer

Weil in den USA niemand auf Sam und seine Songs gewartet hat, musste er sich seinen Lebensunterhalt eben anders verdienen. «Ironischerweise musst du ganz viel Zeit investieren, um in New York zu leben, damit du dann die Dinge tun kannst, weshalb du nach New York gekommen bist – in meinem Fall, um Musik zu machen.»

Er schlug sich unter anderem als Barkeeper durch und schrieb Songs für andere Künstlerinnen und Künstler. Einen der übelsten Nebenjobs hatte er als Texter: «Ich habe mal Comedy-Sachen für Autowerbungen geschrieben. Sie so: ‹Sag etwas Lustiges über unseren Minivan.› Ich so: ‹Euer Minivan ist nicht lustig.› That job didn’t last very long …»

Was ist der Best Crushing Newcomer?

20 Minuten x Swiss Music Awards

20 Minuten hat die Kategorie Best Breaking Act der Swiss Music Awards (SMA) übernommen und zum Best Crushing Newcomer (BCN) weiterentwickelt. Pro Jahr erklären wir zusammen mit den SMA und der GfK (erheben die Charts) sieben bis acht Schweizer Nachwuchs-Acts zu unseren BCN und hypen sie jeweils während eines Monats auf allen 20-Minuten-Kanälen. Und einer von ihnen gewinnt Anfang nächstes Jahr schliesslich den SMA in der Kategorie Best Crushing Newcomer.

Er hat die Schweiz neu für sich entdeckt

Als Anfang 2020 Regierungen weltweit die Lockdown-Notbremse zogen, befand sich Sam Himself gerade in der Schweiz, um mit Anna Rossinelli durchs Land zu touren. Weil die Lage in New York damals verdammt chaotisch war, entschied er sich, in Basel zu bleiben – und verknallte sich dabei erneut in die alte Heimat.

«Zuletzt wirklich in der Schweiz war ich mit 18, 19 und obwohl ich oft zurückkam, empfand ich New York als mein Zuhause», sagt der Melancho-Barde mit der Punk-Frise, «aber seit den letzten anderthalb Jahren bin ich zu 100 Prozent an beiden Orten daheim. Das ist zwar eine ziemliche Pendelei, im Moment geht diese Balance jedoch auf.»

Er wurde via Facetime gedumpt

Neben der beruflichen Stabilität erschütterte das pandemische Erdbeben auch Sams Privatleben: «Anfang 2020 ging eine Beziehung ziemlich effizient in die Brüche – via Facetime, war nicht meine Idee.» Die Story verarbeitete er zum Song «Cry» und packte ihn auf sein im Oktober 2021 erschienenes Debütalbum «Power Ballads» (unten im Spotify-Stream).

Die Platte stieg auf Platz 36 der Schweizer Charts ein. Die Platzierung an sich lässt den Basler Wahl-New-Yorker keine speziell hohen Luftsprünge machen – dafür sind die Sohlen seiner Doc Martens auch schlicht zu schwer. Aber dass er überhaupt gechartet ist, bezeichnet er als «mind-blowing», «schliesslich habe ich die Hitparade als Kind jede Woche gehört».

Sam Himself spielt am 10. Dezember in der Grabenhalle (St. Gallen), am 14. Januar im Kofmehl (Solothurn), am 27. Januar im Papiersaal (Zürich) und am 28. Januar im Bierhübeli (Bern).

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