Aktualisiert

Noemis MutterMeine Tochter ist keine Lolita

Anna Palumbo hat sich im Skandal um Regierungschef Silvio Berlusconi und ihre 18-jährige Tochter Noemi Letizia erstmals zu Wort gemeldet.

Es habe weder zwischen den beiden noch zwischen ihr selber und Berlusconi eine Beziehung gegeben. «Ich war nie Berlusconis Liebhaberin, so wie es meine Tochter nicht ist. Ich würde nicht in einer 75 Quadratmeter grossen Wohnung in einem Vorort Neapels leben, wäre ich Berlusconis Freundin gewesen. Ich halte diese Situation nicht mehr aus. Es ist eine riesige Qual zu sehen, wie die eigene Tochter als Lolita dargestellt wird», sagte Palumbo im Gespräch mit der Turiner Tageszeitung «La Stampa».

Die 47-Jährige bestätigte, dass ihre Tochter mit einer Schulkollegin zu Silvester in der Luxusvilla Berlusconis auf Sardinien gewesen sei, wie italienische Medien berichteten.

Noemi ist gut behandelt worden

»Ich habe sie selber zum Flughafen begleitet. Es gibt nichts zu verbergen. Noemi ist gut behandelt worden», sagte sie in ihrer ersten öffentlichen Stellungnahme in diesem Skandal.

Es seien nicht nur junge Frauen eingeladen gewesen, sondern auch Paare und Pier Silvio Berlusconi, der Sohn des Premierministers. Es sei ein normales Fest gewesen, mit Tanz, Essen und Trinken.

Am nächsten Tag sei ihre Tochter wieder zu Hause gewesen. «Sie hat keine Geschenke bekommen, keine Gegenstände und kein Geld», versicherte Anna Palumbo.

Zu Treffen mit Lario bereit

Der Fall Noemi Letizia steht im Mittelpunkt des Scheidungsverfahrens, das Berlusconis Frau Veronica Lario angestrengt hat. Lario ist darüber verärgert, dass der 72-jährige Regierungschef auf der Geburtstagsfeier der jungen Frau anwesend war, während er die Geburtstage seiner eigenen Kinder ausgelassen habe. Berlusconi hat eine Affäre mit der 18-Jährigen bestritten.

Sie begreife Veronica Larios Reaktion nicht. Palumbo sagte weiter, sie hätte keinerlei Probleme, Veronica Lario zu treffen und mit ihr als Ehefrau und Mutter zu sprechen.

«Berlusconis Harem»

Inzwischen gerät Berlusconi wegen seiner Vorliebe für junge Frauen weiterhin unter Beschuss. Das Wochenmagazin «L'Espresso» veröffentlichte am Freitag einen Bericht über «Berlusconis Harem».

Daraus geht hervor, dass der damals noch als Oppositionschef amtierende Berlusconi 50 junge Frauen im Alter von 20 und 30 Jahren nach Sardinien eingeladen habe, um in seiner Luxusvilla Neujahr 2007/ 08 zu feiern. Berlusconis Rechtsanwalt Nicolo Ghedini bestritt den Bericht und kündigte eine Klage gegen das Magazin wegen Verleumdung an.

(sda)

Deine Meinung