Jean-Marie Le Pen : «Meine Tochter will wohl meinen Tod»
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Jean-Marie Le Pen «Meine Tochter will wohl meinen Tod»

Furiose Familienfehde beim französischen Front National: Partei-Gründer Jean-Marie Le Pen wehrt sich vehement gegen den Parteiausschluss, mit dem seine Tochter Marine droht.

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Nächste Runde im erbitterten Streit bei Frankreichs rechtsextremem Front National (FN): Am Donnerstag legte die Parteispitze dem 86-jährigen Parteigründer Jean-Marie Le Pen den Austritt nahe. Seine Tochter und heutige Parteichefin Marine Le Pen hatte am Mittwoch «offen und endgültig» mit ihrem Vater gebrochen.

Die «beste Lösung» wäre, wenn Jean-Marie Le Pen die Partei verlasse und «in den Ruhestand trete», sagte FN-Vizechef Florian Philippot im Sender RMC: «Welchen Sinn hat es, in einer Partei zu bleiben, deren grundlegende Positionen man nicht teilt?» Philippot drohte indirekt mit dem Parteiausschluss: Die FN-Spitze werde «ihrer Verantwortung gerecht» werden, wenn Jean-Marie Le Pen nicht selbst reagiere.

Am Donnerstag soll entschieden werden

Rücktritt oder Rauswurf? Undenkbar für den Partei-Patriarchen. Dem Sender RTL erklärt Jean-Marie Le Pen, derlei Szenarien seien «komplett verrückt», «weil das Ansehen, das ich innerhalb des Front National habe, eine erhebliche Lücke hinterlassen» werde. «Marine Le Pen will sehr wahrscheinlich meinen Tod», sagte Jean-Marie Le Pen. «Aber mit meiner Kollaboration soll sie dabei nicht rechnen.»

Einige Parteimitglieder sind angesichts dieser Familienfehde hin- und hergerissen. Nach 25 Jahren harter Arbeit habe man dem FN-Gründer viel zu verdanken, sagte Stéphane Ravier, Abgeordneter für den FN in Marseille, gegenüber Europe 1. «Doch heute kommt er den politischen Entwicklungen nicht mehr nach und bringt die ganze Partei in Verruf.»

Die FN-Spitze will noch am Donnerstag zusammenkommen, um über den Verbleib des 86-Jährigen in der Partei zu diskutieren. Jean-Marie Le Pen, sonst Teil der Parteileitung, wird an der Sitzung nicht teilnehmen.

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