Nach Flucht: Meistgesuchter Gangster Frankreichs gefasst
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Nach FluchtMeistgesuchter Gangster Frankreichs gefasst

Einer der bekanntesten Verbrecher Frankreichs, Redoine Faid, dem Mitte April eine spektakuläre Flucht aus dem Gefängnis in Lille gelang, ist wieder gefasst worden.

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Redoine Faid sprengte sich am 13. April den Fluchtweg frei (Archivbild: AFP)

Redoine Faid sprengte sich am 13. April den Fluchtweg frei (Archivbild: AFP)

Gut sechs Wochen nach seiner spektakulären Flucht aus dem Gefängnis ist ein französischer Häftling gefasst worden. Redoine Faid sei gemeinsam mit einem Komplizen in der Nacht zum Mittwoch in einem Hotel in der Ortschaft Pontaut-Combault festgenommen worden, teilte das Innenministerium in Paris mit. Faid hatte sich Mitte April mit in Taschentüchern versteckten Sprengsätzen den Weg aus der Haftanstalt freigesprengt.

Am 13. April hatte Faid im Gefängnis im nordfranzösischen Séquedin vier Wächter als Geiseln genommen. Danach sprengte er sich durch fünf Türen, schlüpfte in eine Uniform, stieg in ein Fluchtauto und entschwand. In Frankreich und Belgien wurde sofort eine Grossfahndung gestartet. Auch Interpol wurde eingeschaltet, um den als besonders gefährlich eingestuften 41-Jährigen zu finden.

Faid ist in Frankreich ein Medienstar

Der französische Innenminister Manuel Valls, der sich nach dem Ausbruch über ein «Versagen» der Beamten beschwert hatte, lobte am Mittwoch die «gründliche und effektive» Ermittlung, die zur Festnahme geführt habe. In den anderthalb Monaten seiner Flucht sei Faid «viel unterwegs gewesen». Im Sender i-Tele sagte der Minister, der Flüchtige müsse Hilfe «von einer ganzen Reihe von Komplizen» erhalten haben.

Es war nicht das erste Mal, dass er auf der Flucht war. 1998 ging Faid der Polizei ins Netz, nachdem er drei Jahre lang in der Schweiz und Israel untergetaucht war, wie französische Medien berichten. 2008 wurde er dann auf freien Fuss gesetzt, nachdem er zehn von 31 Jahren in Haft abgesessen hatte. Daraufhin vollzog Faid nach eigenen Angaben einen Wandel, schrieb ein Buch über sein Leben in der Unterwelt und begab sich auf eine ausgedehnte Medientour.

2010 kam Faid im Zusammenhang mit dem Tod einer jungen Polizistin bei einem Raubüberfall erneut ins Gefängnis. (kle/sda)

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