Aktualisiert 19.10.2004 06:32

Meistgesuchter indischer Bandit erschossen

Koose Muniswamy Veerappan war seit zwölf Jahren auf der Flucht und soll mehr als hundert Morde begangen haben.

Im Jahr 2000 hielt er einen indischen Filmstar hundert Tage lang als Geisel.

Die Polizei umzingelte Veerappan und drei seiner Gefolgsleute in einem Wald nahe der Stadt Dharmapuri, wie ein Spezialkommando mitteilte. Dann sei der etwa 60 Jahre alte Tamile über Lautsprecher aufgefordert worden, sich zu ergeben. Daraufhin habe die Bande das Feuer eröffnet. Bei dem anschliessenden Schusswechsel seien alle vier Männer getötet worden.

Der Tod Veerappans beendet die längste Fahndung in der Geschichte der indischen Polizei. Der Bundesstaat Tamil Nadu gründete eigens ein 500 Mann starkes Sonderkommando, um den Verbrecher in der unübersichtlichen Dschungelgegend zu fangen. Auf den Mann mit dem langen Schnurrbart war ein Kopfgeld von vier Millionen Rupien (knapp 108 000 Franken) ausgesetzt.

Militanten Gruppen angeschlossen

Veerappan hatte sich in den vergangenen Jahren militanten Gruppierungen angeschlossen. Der Schauspieler Rajkumar war nach 108 Tagen und schwierigen Verhandlungen aus der Gewalt Veerappans freigekommen.

Ein Minister überlebte seine Entführung 2002 jedoch nicht. Die mehr als hundert Opfer des Banditen waren in erster Linie Polizisten und Forstbeamte, aber auch Dorfbewohner, die angeblich als Spitzel für die Polizei arbeiteten.

(sda)

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