Aktualisiert 12.02.2015 09:24

Roger Moore

«Melanie Winiger wäre ein grossartiges Bond-Girl»

In einem neuen TV-Spot spielt Kult-James-Bond Roger Moore an der Seite von Melanie Winiger. Warum er nicht viel von Selfies hält, aber schwedische Frauen mag, erzählt er im Interview.

von
Simon Beeli
Sir Roger Moore bei den Dreharbeiten zum neuen Swisscom-Spot Anfang Februar in Zürich.

Sir Roger Moore bei den Dreharbeiten zum neuen Swisscom-Spot Anfang Februar in Zürich.

Wie darf ich Sie ansprechen, als Sir oder Mister Moore?

Roger Moore: Mister Moore ist nicht ganz korrekt, ich bevorzuge eigentlich Sir Roger (lacht).

Sir Roger, Sie geniessen Kultstatus als James-Bond-Darsteller. Generationen kennen Sie als britischen Geheimagenten. Kommt es heute noch oft vor, dass Sie auf der Strasse erkannt werden. Oder jemand ein Selfie mit Ihnen schiessen will?

Ja natürlich, gerade auch ältere Menschen erkennen mich. Aber das mit den Selfies ist so eine Sache. Früher, als man noch eine gewöhnliche Fotokamera hatte, ging alles ein bisschen zivilisierter zu und her. Heute mit den Handy-Cams sind die Menschen irgendwie viel enthemmter geworden. Ausserdem sieht man auf solchen Bildern meist fürchterlich aus.

Machen Sie selbst auch Selfies?

Nein, nicht wirklich.

Gibt es eine lustige Anekdote, die sie kürzlich mit einem Fan erlebt haben?

Es kommt schon hin und wieder vor, dass ich mit meiner Frau oder Freunden essen gehe und an einem Gast vorbeilaufe, der dann sagt: «Schau, das ist ja Sean Connery!»

Sie stehen oft im Rampenlicht, in welchen Momenten möchten Sie auch einmal ungestört sein?

Wenn man im Restaurant sitzt und gerade den ersten Bissen zu sich nimmt und dann ein Gast in diesem Moment ein Foto will. Das kann schon mal ein wenig nervig sein.

Im neuen Werbespot für die Swisscom, wollen Sie wie ein ganz normaler Kunde behandelt werden. Es scheint, dass Prominente immer wieder den Wunsch haben, sich wie ganz «gewöhnliche» Menschen zu fühlen. Doch gab es bestimmt auch etliche Momente in ihrem Leben, wo ihr Dasein als Star auch Vorteile hatte ...

Ich kann mich nicht beschweren (lacht), meine Frau sagt immer, ich wüsste gar nicht, wie sich das anfühlt, ein «normaler» Mensch zu sein. Die Leute sind schon immer sehr nett zu mir. Ich bin da wirklich ein bisschen verwöhnt. Auf der anderen Seite bin ich ja selbst auch ein eher freundlicher Typ.

Sagen Sie uns bitte die Wahrheit. Ist etwas dran an dem Klischee, dass Promis immer alles gratis bekommen?

Es ist schon etwas ungerecht: Wenn man sich nichts leisten kann, schenkt dir niemand was. Sobald man dann aber zu Geld gekommen ist, sagen die Leute:«Ach, ist schon okay!» Ich wünschte, das wäre auch schon so gewesen, als ich noch wenig hatte.

Im TV-Spot spielen Sie zusammen mit Melanie Winiger. Kannten Sie sie schon vor dem Dreh?

Natürlich hatte ich ihren Namen schon mal gehört. Aber ich lese nur ganz selten mal ein Schweizer People-Magazin. Ich weiss, wie Roger Federer oder Martina Hingis ausschauen. Ich mag Tennis sehr gerne, früher habe ich oft selbst gespielt. Heute kann ich das wegen meines Knies leider nicht mehr.

Wäre Melanie ein gutes Bond-Girl?

Oh ja, sie ist bezaubernd und sehr nett. Melanie wäre ein grossartiges Bond-Girl. Aber wünsche ich ihr auch ein Bond-Girl zu sein? Viele bleiben das ganze Leben auf diese Rolle reduziert, glamourös, aber eben nicht superintelligent zu sein. Was natürlich – die vielen Bond-Girls betreffend – nur ein Klischee ist, welches nichts mit der Realität zu tun hat.

Welches ist ihr liebstes Bond-Girl?

Ich habe da keine Favoritin. Aber ich mag schwedische Frauen sehr gerne ... meine Frau ist übrigens auch aus Schweden (lacht).

Roger Moore

Keiner hat so oft und erfolgreich die Rolle des Geheimagenten James Bond verkörpert wie Roger Moore. Gleich in sieben Filmen kämpfte er gegen die Schurken dieser Welt, zuletzt 1985 in «James Bond 007 – Im Angesicht des Todes». Wie alle anderen Bond-Darsteller war auch Roger Moore stets von attraktiven Bond-Girls umgeben, den berüchtigten Wodka Martini trank er jedoch, anders als seine Kollegen, nie geschüttelt, sondern immer gerührt.

Der 87-Jährige Golden-Globe-Preisträger engagiert sich seit den 90er-Jahren als UN-Sonderbotschafter für das Kinderhilfswerk Unicef. Er lebt mit seiner vierten Ehefrau, der schwedischen Schauspielerin Kristina Tholstrup, in Crans Montana und Monaco.

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