Rätseln Sie mit!: Mensch oder Maschine – wer hats geschrieben?
Aktualisiert

Rätseln Sie mit!Mensch oder Maschine – wer hats geschrieben?

Ein kreativer Computer schreibt Gedichte – doch taugt er auch etwas? Wir lassen ihn gegen den Schweizer Dichter Jürg Halter antreten.

von
Michael Baumann

Computer haben nicht nur immer mehr Rechenpower, sondern werden auch zunehmend kreativer. So hat ein englischer Forscher mit Full-Face ein lernfähiges Programm entwickelt, das Gedichte schreiben kann. Dazu durchstöbert es das Internet nach inspirierenden Informationen und wählt einen Newsartikel aus, über den es ein Gedicht verfasst.

20 Minuten will wissen, wie gut der Computerdichter wirklich ist, und hat den Schweizer Dichter Jürg Halter gebeten, gegen das Computerprogramm anzutreten. Das Resultat: zwei Gedichte, beide basieren auf demselben Artikel einer englischen Zeitung über die Apartheid in Südafrika.

Erraten Sie, welches Gedicht von Jürg Halter und welches vom Computer stammt? Machen Sie in der Umfrage mit. Die Auflösung finden Sie nächste Woche am Freitag auf 20 Minuten.

Gedicht 1: Blaue Overalls

Die einförmige Wachsamkeit ehrwürdiger afrikanischer Gesänge

Ein heldenhafter Kampf, wie die Persönlichkeit eines Soldaten

Ein unerträgliches symbolisches Timing, wie ein Aufschrei

Blaue Overalls, jeder wie eine Blaubeere

Einige präsidiale viele selbstlose Stammesfürsten

Oh! so einflussreiche Präsidenten

So grosse Präsidenten, blaubeerblaue Overalls

Lerchenblaue Overalls

Ein ritterlicher Heldenkampf

Gedicht 2: Tanzendes, taumelndes Südafrika

Für einen Tag feierliche Einigkeit in Vielfalt,

viele Floskeln, Feuerwerke, Vuvuzelas,

lautes Gedenken an Namenlose, die

im Kampf um Gleichheit fielen,

auffallend: die Abwesenheit

des grossen, selbstlosen Mannes,

hundert Jahre Freiheitsbewegung,

tanzendes, taumelndes Südafrika,

brüchige Einigkeit, fürwahr

Der Urahn des Gedichte-Computers

Bereits vor 240 Jahren konstruierte der Uhrmacher Pierre Jacquet-Droz in La Chaux-de-Fonds einen Androiden, der Texte schreibt. Allerdings kann L'Ecrivain («Der Schreiber») lediglich zu Papier bringen, was ihm vorgegeben wurde. Die Textlänge ist auf 40 Zeichen auf vier Zeilen begrenzt. Heute ist L'Ecrivain zusammen mit zwei weiteren Androiden von Jaquet-Droz im Musée d'Art et d'Histoire in Neuenburg ausgestellt. (Video: Jaquet Droz)

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