Gummi-Flaute – Menschen haben in der Pandemie weniger Sex mit Kondom
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Gummi-FlauteMenschen haben in der Pandemie weniger Sex mit Kondom

Gummis sind in Corona-Zeiten zum Ladenhüter geworden. Der weltgrösste Hersteller Karex verzeichnet seit Ausbruch der Krise einen Nachfrage-Einbruch von 40 Prozent.

von
Dominic Benz
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Kondome sind seit Ausbruch der Corona-Krise weniger gefragt.

Kondome sind seit Ausbruch der Corona-Krise weniger gefragt.

Getty Images/iStockphoto
Der weltgrösste Kondom-Produzent Karex mit Sitz in Malaysia verzeichnete  über die vergangenen zwei Jahre hinweg einen Rückgang der Nachfrage um 40 Prozent.

Der weltgrösste Kondom-Produzent Karex mit Sitz in Malaysia verzeichnete über die vergangenen zwei Jahre hinweg einen Rückgang der Nachfrage um 40 Prozent.

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Das sagt Firmen-Chef Goh Miah Kiat laut der «Süddeutsche Zeitung» in einem Interview mit der japanischen Zeitung «Nikkei».

Das sagt Firmen-Chef Goh Miah Kiat laut der «Süddeutsche Zeitung» in einem Interview mit der japanischen Zeitung «Nikkei».

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Darum gehts

  • Die Menschen benutzen während der Pandemie weniger Gummis.

  • Der weltweit grösste Produzent Karex macht Verluste wegen der geringeren Nachfrage.

  • Grund sind geschlossene Hotels oder die reduzierten Kondom-Kampagnen der Regierungen.

  • Nun setzt die Firma Karex auf Einweghandschuhe.

Lockdowns, Quarantänen, Homeoffice – während der Pandemie blieben viele Menschen zuhause. Aus Langeweile und weniger gesellschaftlicher Ablenkung hatten daher viele mehr Sex – könnte man meinen. Auch Kondom-Hersteller rechneten bei den ersten Lockdowns mit einem Anstieg der Nachfrage nach Gummis. Doch es kam anders.

Der weltgrösste Kondom-Produzent Karex mit Sitz in Malaysia verzeichnete über die vergangenen zwei Jahre hinweg einen Rückgang der Nachfrage um 40 Prozent, wie Firmen-Chef Goh Miah Kiat laut der «Süddeutsche Zeitung» in einem Interview mit der japanischen Zeitung «Nikkei» sagte.

Geschlossene Hotels

Ein Grund für den Rückgang ist, dass es in dieser Zeit für viele Menschen auf der Suche nach Sex schwierig war, einen intimen Rückzugsort zu finden. Hotels und Pensionen waren etwa teils geschlossen. Laut dem Karex-Chef ziehen sich gerade in dichtbevölkerten Regionen der Welt viele Menschen für Sex gerne ins Hotel zurück.

Keine Lust auf Sex

In Zeiten von Corona haben die Menschen weniger Lust auf Intimitäten. Die «Süddeutsche Zeitung» verweist auf Umfragen aus mehreren Ländern. Laut einer Studie aus Indonesien könnte die Lustlosigkeit an «Depressionssymptomen, Angst, Reizbarkeit, Langeweile, Verwirrung und dem Gefühl der Isolation» liegen. Auch «Stressfaktoren wie Arbeitsplatzverlust» würde die Lustlosigkeit begünstigen.

Sex gegen Bezahlung gab es in der Pandemie ebenfalls weniger. Im Rotlichtmilieu brauche man normalerweise überdurchschnittlich viele Kondome, sagt Goh. Zur Gummi-Flaute beigetragen haben zudem die Regierungen. Staatliche Hilfsorganisationen, Beratungsstellen und Frauenkliniken verteilen einen Grossteil der Kondome, diese waren aber oft geschlossen.

Karex setzt wegen des Nachfrage-Einbruchs nun gar auf ein neues Standbein. Demnächst eröffnet der Hersteller eine Fabrik für Einweghandschuhe. Diese seien in der Pandemie sehr gefragt, so Goh. Allerdings wachse der Kondombedarf wieder aufgrund der weltweiten Corona-Lockerungen.

Der Kondom-Hersteller stellt jeden fünften Gummi der Welt her. In normalen Zeiten sind das mehr als fünf Milliarden pro Jahr. Karex verkauft Kondome in 140 Ländern und an andere Marken wie Durex, Carex und One.

In der Schweiz mehr verkauft

Während Karex weltweit in der Pandemie weniger Kondome verkauft hat, sieht es bei der Schweizer Kondom-Marke Ceylor anders aus. «Wir haben eine deutlich höhere Nachfrage und scheinbar führt Corona zu mehr Liebesstunden», teilt die Basler Firma und Ceylor-Besitzerin Doetsch Grether auf Anfrage mit. Es seien deutlich mehr Kondome verkauft worden, vor allem online und im Detailhandel. «Vermutlich, weil gerade im zweiten Jahr der Pandemie mehr geliebt wird», heisst es weiter.

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