Bericht des Roten Kreuzes – Menschen in Mariupol kämpfen um Lebensmittel und plündern Apotheken

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Bericht des Roten KreuzesMenschen in Mariupol kämpfen um Lebensmittel und plündern Apotheken

Das Rote Kreuz in Mariupol berichtet von erschütternden Zuständen: Die Bewohner lieferten sich aus Verzweiflung Kämpfe um Nahrungsmittel und hätten Geschäfte und Apotheken geplündert.

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Die Lage in Mariupol wird immer dramatischer: Am 10. März 2022 schilderte ein Mitarbeiter des IKRK, dass die Bewohner aus Verzweiflung Geschäfte und Apotheken geplündert hätten. 

Die Lage in Mariupol wird immer dramatischer: Am 10. März 2022 schilderte ein Mitarbeiter des IKRK, dass die Bewohner aus Verzweiflung Geschäfte und Apotheken geplündert hätten. 

via REUTERS
Sie lieferten sich Kämpfe um Nahrungsmittel oder saugten Benzin aus den Tanks parkender Autos ab, sagte Sascha Wolkow, der stellvertretende Chef des IKRK in Mariupol.

Sie lieferten sich Kämpfe um Nahrungsmittel oder saugten Benzin aus den Tanks parkender Autos ab, sagte Sascha Wolkow, der stellvertretende Chef des IKRK in Mariupol.

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Mariupol ist bereits seit Tagen vollständig von russischen Truppen umzingelt und von der Versorgung mit Nahrungsmitteln, Wasser, Medikamenten, Strom und Gas abgeschnitten.

Mariupol ist bereits seit Tagen vollständig von russischen Truppen umzingelt und von der Versorgung mit Nahrungsmitteln, Wasser, Medikamenten, Strom und Gas abgeschnitten.

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Darum gehts

  • Ein Vertreter des Roten Kreuz hat die erschütternden Zustände in der belagerten Stadt Mariupol geschildert.

  • Die Bewohner hätten aus Verzweiflung Geschäfte und Apotheken geplündert, lieferten sich Kämpfe um Nahrungsmittel.

  • Wegen Feuchtigkeit und Kälte würden die Menschen krank, sagte der IKRK-Mitarbeiter.

Die humanitäre Lage in der Stadt Mariupol wird immer ernster und verzweifelter. In der seit Tagen belagerten ukrainischen Hafenstadt spielen sich angesichts der katastrophalen Versorgungslage mittlerweile dramatische Szenen ab. «Die Leute haben angefangen, um Lebensmittel zu kämpfen», sagte ein Mitarbeiter des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK) in einer am Donnerstag veröffentlichten Videobotschaft. «Alle Geschäfte und Apotheken wurden vor vier oder fünf Tagen geplündert.»

«Viele haben überhaupt kein Wasser zum Trinken», sagte der IKRK-Mitarbeiter Sascha Wolkow in dem in Mariupol aufgenommenen Video weiter. «Viele Leute sagen, dass sie keine Nahrung für die Kinder haben. Einige haben angefangen, sich gegenseitig um Essen anzugreifen.» Wolkow habe auch gesehen, wie Autos zerstört worden seien, um den Kraftstoff aus dem Tank zu holen.

Wolkow harrt nach eigenen Angaben mit 65 weiteren Menschen in einem Gebäude aus. «Der Schutzraum im Keller ist für die Kinder und ihre Mütter reserviert.» Viele seien mittlerweile krank geworden, «wegen der Feuchtigkeit und der Kälte, die wir haben», so der IKRK-Mitarbeiter. Die Menschen könnten nirgendwo hingehen. Sie seien oft auf engem Raum eingesperrt.

«Wir haben noch etwas Treibstoff für Generatoren, damit wir drei bis vier Stunden am Tag Strom haben», so Wolkow. «Wir haben versucht, die Hygienestandards so weit wie möglich einzuhalten, aber das war nicht immer möglich.»

Nothilfe für Menschen in der Ukraine

Mariupol ist bereits seit Tagen vollständig von russischen Truppen umzingelt und von der Versorgung mit Nahrungsmitteln, Wasser, Medikamenten, Strom und Gas abgeschnitten. Mehrere Evakuierungsversuche schlugen fehl. Die russische und die ukrainische Seite machten sich gegenseitig dafür verantwortlich.

Die Stadt ist von grosser strategischer und symbolischer Bedeutung: Es ist die letzte grosse Hafenstadt am Asowschen Meer unter ukrainischer Kontrolle und ein wichtiger Industriestandort. 

(AFP/kle)

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